Blumen zur Mahnung : 500 Meter „Stoßdämpfer-Teststrecke“

Wollen mit Vergissmeinnicht auf die Straßenschäden an der vom Land „vergessenen“ L  46 aufmerksam machen: Schinkels CDU-Ortsverbandsvorsitzender Dirk Hundertmark (v.l.), sein Tüttendorfer Kollege Martin Laß, der Landtagsabgeordnete und CDU-Fraktionsvorsitzende Daniel Günther und Schinkels Bürgermeisterin Sabine Axmann-Bruckmüller.
Wollen mit Vergissmeinnicht auf die Straßenschäden an der vom Land „vergessenen“ L 46 aufmerksam machen: Schinkels CDU-Ortsverbandsvorsitzender Dirk Hundertmark (v.l.), sein Tüttendorfer Kollege Martin Laß, der Landtagsabgeordnete und CDU-Fraktionsvorsitzende Daniel Günther und Schinkels Bürgermeisterin Sabine Axmann-Bruckmüller.

CDU Schinkel kritisiert Zustand der L46 vom Roggenrader Weg Richtung Tüttendorf und fordert Land zum Handeln auf

shz.de von
05. Mai 2015, 06:00 Uhr

Schinkel | Knapp ein Drittel aller Landesstraßen in Schleswig-Holstein sind laut dem Straßenzustandsbericht 2014 des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Technologie sanierungsbedürftig. Das sind bei den im Bericht genannten 3670 Kilometern Landesstraßen gut 1200 Kilometer. Rund 500 Meter Schlaglochpiste befinden sich auch nahe Schinkel auf der L46 in Richtung Tüttendorf. An der Einmündung des Roggenrader Wegs, den die Gemeinde Schinkel im vergangenen Jahr hat sanieren lassen, auf die L  46 wird der Unterschied mehr als deutlich. Die „Stoßdämpfer-Teststrecke“, wie Schinkels CDU-Ortsverbandsvorsitzender Dirk Hundertmark den am stärksten sanierungsbedürftigen Abschnitt der L  46 nennt, ist die Hauptverbindung für die Schinkeler nach Gettorf um dort Einkäufe, Arztbesuche und anderes zu erledigen. Zudem wird die Straße vom Schulbus genutzt und auch von Landmaschinen, die unter anderem zur Biogasanlage wollen.

„Wir befürchten, dass das zulässige Höchstgewicht irgendwann aufgrund des schlechten Straßenzustands heruntergestuft werden könnte, was für den Transport der Schüler mit dem Schulbus fatal wäre“, so Dirk Hundertmark, der darauf verwies, dass der schlechte Zustand schon seit Jahren bemängelt wird und sich von Jahr zu Jahr verschlimmert. Und auch wenn die Situation der Straße im Zustandsbericht als bedenklich eingestuft wird, passierte bisher seitens des Landes nichts, diesen Zustand zu ändern. „Die Straße ist zu gering befahren, so dass das Land nichts unternimmt“, so Hundertmark. Der Kreistagsabgeordnete Tim Albrecht wies darauf hin, dass, je länger nichts unternommen wird, sich der Zustand der Straße kontinuierlich verschlechtern wird, wodurch die Kosten für eine Sanierung steigen werden. „Allein eine Erneuerung der vier Zentimeter starken Verschleißschicht, die jetzt wohl noch ausreichend wäre, schlägt pro Kilometer Landesstraße mit ungefähr 250  000 Euro zu Buche“, so Albrecht. Daniel Günther, Vorsitzender der CDU-Landtagsfraktion, in dessen Wahlkreis auch Schinkel liegt, stellte fest, dass das Land hier flexibler werden muss. „Ideal wäre es gewesen, wenn das Land den Teilabschnitt der L  46 im Zuge Sanierung des Roggenrader Wegs durch die Gemeinde gleich mitgemacht hätte“, meinte Günther und erntete sogleich Zustimmung von Schinkels Bürgermeisterin Sabine Axmann-Bruckmüller: „Das hätte zumindest ein paar Tausend Euro für die erneute Einrichtung einer Baustelle gespart“.

Das Land investiert pro Jahr 25 Millionen Euro in die Sanierung der Landesstraßen, was nach Ansicht von Daniel Günther nicht ausreicht. Deshalb hat die CDU im Landtag im vergangenen Jahr eine Aufstockung der Mittel um 65 Millionen auf 90 Millionen Euro pro Jahr beantragt. Noch aber scheinen die 500 Meter L  46 ganz weit hinten auf der Liste zu stehen. Damit die Verantwortlichen diese für Schinkel wichtige Straße nicht ganz vergessen, wurde am Sonnabend gegärtnert. Zusammen mit Tim Albrecht, Daniel Günther sowie dem Tüttendorfer CDU-Ortsverbandsvorsitzenden Martin Laß pflanzten Sabine Axmann-Bruckmüller und Dirk Hundertmark Vergissmeinnicht – direkt an einem Schild, das auf die Straßenschäden hinweist. Es war nach 2014 die zweite Aktion dieser Art und wird vermutlich nicht die Letzte gewesen sein. „Das werden wir jetzt jedes Jahr wiederholen, solange, bis die Straße saniert ist“, sagte Hundertmark. Und weiter: „Mal sehen, wer schneller ist – wir mit 500 Metern Vergissmeinnicht oder das Land mit 500 Metern Straßensanierung“. Den Humor hat man sich in Schinkel trotz allem bewahrt – noch.

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