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50. Todestag: 2018 wird ein besonderes Lehmann-Jahr

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Auftakt der Wilhelm-Lehmann-Tage im Eckernförder Rathaus mit einer Standortbestimmung und Vortrag

shz.de von
erstellt am 08.Mai.2017 | 06:59 Uhr

Eckernförde | Die Wilhelm-Lehmann-Gesellschaft, im April 2004 in Lehmanns Heimatstadt Eckernförde gegründet, hat sich zur Aufgabe gemacht, das Werk des Dichters vor dem Vergessen zu bewahren und es einer größeren Öffentlichkeit nahe zu bringen. So gibt es jedes Jahr die Wilhelm-Lehmann-Tage, in deren Verlauf Beispiele aus des Dichters schriftstellerischem Wirken vorgestellt, von Literaturwissenschaftlern diskutiert und alle zwei Jahre Literaturpreise verliehen werden.

Die jüngste Lehmann-Tagung am Wochenende im Rathaus war bereits die 12. Unter der Überschrift „Natur, Poesie und Ökologie“ sollte vor allem nach der Aktualität Lehmanns im gegenwärtigen kulturellen und literarischen Diskurs gefragt werden. Dieser werde, so die Vorsitzende der Wilhelm-Lehmann-Gesellschaft, Dr. Beate Kennedy, zunehmend von ökologischen und kulturökologischen Themen geprägt. Der viel und kontrovers diskutierte Begriff des „Anthropozän“ – der ein vom Menschen gemachtes Erdzeitalter beschreibt – bringe es auf den Punkt: „Des Menschen Verhältnis zur Natur hat sich radikal geändert und muss neu bedacht werden.“

Am Freitagnachmittag ergab die Mitgliederversammlung die Bestätigung der Vorstandsmitglieder, die ebenfalls einstimmige Entlastung des Vorstandes und einige Hinweise in eigener Sache: So nimmt die Literatur-Gesellschaft im kommenden Herbst nicht am Literatur-Abend der alljährlichen „4 Langen Nächte“ der Stadt teil. 2018 dürfte zudem ein besonderes Lehmann-Jahr werden: Die Gesellschaft möchte den 50. Todestages Wilhelm Lehmanns am 11. November in besonderer Weise gestalten und befinde sich mitten in den Vorbereitungen. Zu diesem Anlass bietet der Schauspieler und Lehmann-Rezitator Hanns Zischler eine Lehmann-Lesung an. Mit dem Erscheinen der bereits so erwarteten Neuauflage des „Bukolischen Tagebuchs“ sei jedoch erst in diesem Herbst zu rechnen. Das Museum möchte die vorhandene „Lehmann-Ecke“ vergrößern und ergänzen. Museumsleiterin Dr. Dorothee Bieske habe ihr Interesse bereits signalisiert.

Es folgte dann am Freitag ein abendlicher Fachvortrag der beiden Kölner Literaturwissenschaftlerinnen Prof. Dr. Sieglinde Grimm und Dr. Nathalie Kónya-Jobs. Gemeinsam sprachen sie zu dem Thema „Kunst als Jubel der Materie – Kulturökologische Aspekte in der Lyrik“. Aus zwei Gedichten von Wilhelm Lehmann und Oskar Loerke ergaben sich Belege für den Sinn einer naturnahen Erlebnispädagogik. Naturpoesie sinnvoll gegen Digitalisierung, Globalisierung, Roboterisierung? Ein Thema für Umweltpädagogen. Früher – so die beiden Wissenschaftlerinnen – habe die Lyrik Natur idealisiert, romantisiert, danach gern Seelenzustände gespiegelt. Heute sähe man die Natur eher als nutzbare Ressource. In Anbetracht der aktuellen Krise (Klimawandel) müsse man jedoch mit einem Weltaktionsprogramm vorankommen. Und die Kunst? Ästhetische Bildung ziele nicht mehr auf zweckfreien Genuss, sondern schiebe Moral und Politik nach vorne.


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