Eckernförder Hafen : 50 Löcher in Borbyer Spundwand

Feinjustierung: Siegfried Kaiser zieht die Kamera mit den Aufnahmen von Tim Neumann nach oben und wertet sie aus.  Fotos: Kühl
Feinjustierung: Siegfried Kaiser zieht die Kamera mit den Aufnahmen von Tim Neumann nach oben und wertet sie aus. Fotos: Kühl

Berufstaucher spüren die Löcher auf und verschweißen sie – Absackungen auf der Promenade.

shz.de von
16. Mai 2019, 11:59 Uhr

Eckernförde | Das Resultat ist erschreckend: Die drei Berufstaucher der Plöner Spezialfirma Unterwasser-Krause haben an der Borbyer Spundwand zwischen der Yachtsport Eckernförde und dem Reetdach-Kiosk 50 Löcher mit einem Durchmesser von 10 bis 30 Zentimetern gefunden. Zudem gibt es auch längere Querrisse.

Ausgespülter Promenadensand rieselt in den Hafen

Und aus diesen Löchern rieselt der Sand der Borbyer Promenade ins Hafenbecken und führt auf der Promenade zu Absackungen des Pflasters. Mehrere davon sind bereits sichtbar, andere würden folgen, wenn die Löcher nicht wieder gestopft werden würden. Genau diesen Auftrag hat das Plöner Spezialunternehmen vom Hafenbetreiber, den Stadtwerken Eckernförde, erhalten. Mit im Boot ist auch der Eckernförder Baugrund-Experte Peter Neumann.

Löcher werden wieder verschweißt

Siegfried Kaiser, Nermi Babick und Tim Neumann checken Zentimeter für Zentimeter des rund 250 Meter langen Abschnitts der Borbyer Spundwand, die 30 Jahre und mehr auf dem Buckel hat und nun dem Ostseewasser Tribut zollen muss. Oben sind Feldsteine, im Wasser unter dem Betonsockel befinden sich die schweren Stahlwände, die aus Einzelelementen zusammengeschweißt sind.

Das ist nur provisorisch Nermi Babick, Berufstaucher
 

Die Berufstaucher sind seit Mitte April im Einsatz. Priorität haben für sie die Stellen, an denen die Folgen des Sandverlustes bereits in Form großflächiger Absackungen unübersehbar geworden sind. Mit einer Unterwasserkamera werden die Löcher zunächst dokumentiert, anschließend werden die Randbereiche der Löcher mit einem Hochdruckreiniger vorbereitet und anschließend unter Wasser mit Stahlblechen wieder verschweißt. Wenn die schadhaften Stellen bei Flachwasser freiliegen, ist die Reparatur entsprechend weniger aufwändig. „Das ist nur provisorisch“, sagt Nermi Babick.

Insgesamt 50 Löcher haben die Taucher in der Borbyer Spundwand bisher entdeckt

Unterwasseraufnahme eines großen Loches in der Spundwand.
Unterwasseraufnahme eines großen Loches in der Spundwand.
 

Die Spundwand ist insgesamt sanierungsbedürftig, auch auf der gegenüberliegenden Stadtseite. Bevor die Stadtwerke sich dieser millionenschweren Gesamtsanierung annehmen, sollen zunächst die Planungen für den Hochwasserschutz im Rahmen des Masterplans Küste abgewartet werden. Dann wäre auch zu klären, ob die Spundwand auf Borbyer Seite erhöht werden muss, um bei den zunehmenden Oststürmen besser gerüstet zu sein.

Hier wird die Promenade schon wieder neu gepflastert

Teamwork auf der Baustelle: Gerhard Petersen baggert, Simon Siemen schachtet aus und Maximilian Kolberg verlegt das Pflaster.
Teamwork auf der Baustelle: Gerhard Petersen baggert, Simon Siemen schachtet aus und Maximilian Kolberg verlegt das Pflaster.
 

Während die Taucher die Löcher in der Spundwand suchen und wieder verschließen, sind die EST-Tiefbauer dabei, 30 Meter Promenade östlich von Yachtsport Eckernförde wieder herzustellen. Und zwar gründlich mit einem stabilen Untergrund, wie Gerhard Petersen erklärt. Um der besonderen Belastung standzuhalten, wird in circa 1,80 Meter Tiefe ein stabiles, vliesbedecktes Geo-Gitter eingezogen, das die Tragschicht zusätzlich festigen soll. Darüber kommt dann Kies, der verdichtet wird, bevor die Pflastersteine verlegt werden. Die ersten Meter sind geschafft, bis Mitte nächster Woche soll diese Baustelle abgewickelt sein, bevor das nächste Promenadenstück in Angriff genommen wird. Ende Mai, Anfang Juni sollen die Arbeiten auf der Borbyer Promenade abgeschlossen sein.

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