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jubiläum : 50 Jahre – vieles ist anders, aber die Kapelle bleibt

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Das kleine Gotteshaus in Loose wurde am Reformationstag vor einem halben Jahrhundert geweiht. Mit einem Festgottesdienst und einem Empfang in der Bürgerbegegnungsstätte wird das Jubiläum gewürdigt.

shz.de von
erstellt am 24.Okt.2014 | 08:52 Uhr

Ihr Wahrzeichen ist weithin sichtbar der mit Holz verschalte Glockenturm, der das Kreuz trägt. Mit seinen rund 17 Metern überragt er die Kapelle deutlich. Seit einem halben Jahrhundert steht das rot verklinkerte Gebäude an der Dorfstraße. Am Reformationstag (31. Oktober) vor 50 Jahren wurde das Gotteshaus geweiht. Dieses Jubiläum soll auf den Tag genau mit einem Festgottesdienst und einem anschließenden Empfang gewürdigt werden.

Seit 28 Jahren versieht Jörg-Michael Schmidt seinen Dienst als Pastor in der Kirchengemeinde Rieseby/Loose. Der 55-Jährige, dessen Pastorat in Rieseby sich in unmittelbarer Nähe der St. Petri-Kirche befindet, weiß die Kapelle zu schätzen. Gerade der Unterschied zu dem großen, mächtigen, spätromanischen Backsteinbau, dessen Anfänge im frühen 13. Jahrhundert liegen und der bei Wikipedia als eine der schönsten Landkirchen Schleswig-Holsteins beschrieben wird, berührt Schmidt. „Ich predige gern in der St. Petri-Kirche. Aber was hier gefällt, ist, dass es mehr Nähe gibt“, erklärt er. Gerade bei besonderen Gottesdiensten, wie Taufen, Trauungen und Trauerfeiern, sei das zu deutlich zu spüren.

Auf den wenigen Bankreihen finden bis zu 80 Besucher Platz. Der Altar und das bronzene Kreuz, das vom Hamburger Bildhauer Fritz Fleer stammt und ein Unikat ist, sind schlicht gehalten – genau wie die gesamte Kapelle, deren Bau 1964 insgesamt 105 000 Mark gekostet hat.

Das Besondere sind ihre Buntglasfenster, die den Besucher, je nach Lichteinfall, mit einer leuchtenden Farbkraft empfangen. Ursrünglich war zu Beginn für den Kapellenbau auch die Anlage eines Friedhofes in Loose vorgesehen – ein Gedanke, der später zwar verworfen wurde, der aber mit dem Einbau einer Flügeltür seinen Niederschlag fand. Diese Tür war für das Heraustragen der Särge gedacht, wurde dann aber überflüssig. Ein großes Buntglasfenster, das die biblische Szene des zweifelnden Petrus zeigt, der von Jesus gerettet wird, wurde 1978 nach dem Entwurf von Gräfin Alpheda Puluj Hohenthal aus Litzidorf (Bayern) als Ersatz für die Tür eingesetzt.

Buntglasfenster an den Seitenwänden sorgen ebenfalls für ein Leuchten im Raum. Die vier Fenster auf der linken Seite thematisieren die hohen christlichen Feiertage Weihnachten und Pfingsten sowie die beiden Sakramente Taufe und Abendmahl. Auf der gegenüberliegenden Seite sind drei Glasfenster angebracht – hier dominiert die Farbe blau, die sich in Wellenbewegungen wiederfindet. „Diese Kapelle ist gezeichnet von Wärme und Geborgenheit, trotz ihrer Schlichtheit“, fasst Pastor Schmidt den Charakter des kleinen Gotteshauses zusammen.

Vieles ist inzwischen aus dem Ortsbild verschwunden – die Meierei, die Schule, viele Bauernhöfe – aber die Kapelle ist geblieben. Schmidt ist zuversichtlich, dass sie trotz der in Kirchenkreisen häufig diskutierten Schließung von Kirchen und Kapellen auch in Zukunft bestehen bleibt. „Bei den Investionen ist eine Schließung völlig indiskutabel“, ist sich Schmidt sicher. Neue Fenster, eine neue Heizung, ein sanierter Eingangsbereich und eine sehr gut funktionierende Orgel seien starke Argumente, so der Pastor.

Der Festgottesdienst beginnt um 19 Uhr. Ehrengast ist Irmgard Johannsen, ehemalige Pfarrfrau und Witwe von Pastor Jens Johannsen, engagierter Vorgänger von Jörg-Michael Schmidt. Propst Sönke Funck hält die Predigt, Pastor Schmidt ist für die Liturgie zuständig. Im Anschluss findet ein Empfang in der Bürgerbegegnungsstätte statt, zu dem alle Looser und Riesebyer eingeladen sind.

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