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Kappen feiern Jubiläum : 50 Jahre und noch immer total närrisch

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Karnevalsverein Rote Kappen feiert in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen / Faschings-Urgestein Heinz Hamann ließ kein Fest aus

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erstellt am 30.Jan.2016 | 06:50 Uhr

Ein Karnevalsfest in Ascheffel, bei dem Heinz Hamann nicht dabei war? Das hat es nicht gegeben, weiß der heute 83-Jährige. Gemeinsam mit seiner Frau Brigitte ist er vermutlich der treuste und vermutlich aus der älteste Besucher des legendären Kappenfest, und bei den Auftritten des Elferrates ist er immer vorne mit dabei. Heinz Hamann zählt zu den Gründern des Karnevalsverein Rote Kappen, der in diesem Jahr sein 50-jähriges Bestehen feiert. Doch die Faschingstradition im Dorf ist noch um einige Jahr älter. „Schon 1952 wurde in Ascheffel Karneval gefeiert“, sagt Heinz Hamann. Damals hat der Männergesangverein das Fest organisiert. Rudi Frahm und Toni Schmuck waren 1952 das erste Prinzenpaar. „Die Prinzessin wurde ausgeschossen oder der Prinz konnte aus zehn Frauen wählen“, erzählt Hamann von den Anfängen. Heute macht der Prinz bis zum Kappenfest ein großes Geheimnis um seine Auserwählte.

Doch nach ein paar Jahren drohte das Aus der fünften Jahreszeit in den Hüttener Bergen. Viele wollten weiterfeiern und gründeten kurzerhand den Verein der Roten Kappen – das war am 24. Februar 1966. Einstimmig wurde Paul Kleinschmidt zum Vorsitzenden gewählt, sein Stellvertreter war Ernst Saul, Heinz Hamann wurde Kassenwart. Von den 28 Gründungsmitgliedern aus Ascheffel und Hütten leben heute noch eine Handvoll.

Gefeiert wurde in Greves Gasthof, dem späteren Berghof. „Wir waren schon eine lustige Truppe“, denkt Hamann gerne an die Anfänge zurück. Schon damals waren es über 200 Leute, die mitfeierten. Das erste Prinzenpaar des Vereins waren 1966 Helmut Hagge und Käthe Schmidt. Besonders legendär waren die Auftritte der Mixed Pickels. Die Gruppe machte sich musikalisch über das Dorfgeschehen lustig, zog auch gerne über einzelne Personen her. „Übel genommen hat uns das niemand“, sagt Hamann, der selbst zu den Mixed Pickels gehörte. Es galt als große Ehre, von den Mixed Pickels aufs Korn genommen zu werden. Nach den Mixed Pickels gab es einige Jahre lang die „Dörpskinner“, bei denen auch Hartmut Schmidt mitmachte. Aber auch die Gruppe löste sich irgendwann auf. Anlässlich des 50. Geburtstags der Roten Kappen, ist aber zum Kappenfest am 6. Februar eine besondere Überraschung geplant. „Früher ist im Dorf auch einfach mehr passiert“, betont Hartmut Schmidt. Es gab mehr Gründe für Klatsch und Tratsch. Dass die Karnevalssaison ein Motto bekommt, das wurde 1984 eingeführt. Der Saal wurde zwar immer geschmückt, aber das Thema bekamen die Besucher erst am Abend zu sehen.

Nicht wegzudenken von vielen Festen war auch Fiete Rieken. „Der war immer der älteste der Gäste“, so Hamann,, „zu vorgerückter Stunde nahm er den Taktstock in die Hand und dirigierte die Band.

1969 wurde die Kindergarde ins Leben gerufen. Das erste Kinderprinzenpaar waren Lutz Thomas und Jutta KleinSchmidt. „Irgendwann kommt jeder zu den Kappen“, sagt Hartmut Schmidt, der auch schon als Kind das ganze Spektakel miterlebt hat. Seine Mutter Karin hat immer die Kleider für die Kindergarde genäht, gemeinsam mit Brigitte Hamann. Hartmut Schmidt war bis letztes Jahr im Vorstand, heute kümmert er sich um die Homepage des Vereins.

1962 wurde das Kappenfest abgesagt, der Grund war das Hochwasser in Hamburg. Angesichts dieser Tragödie wollte in Ascheffel nicht so richtig Feierstimmung aufkommen. Auch der Golfkrieg 1992 beeinflusste den Karnevalsverein. „Früher gab es zwei Feste“, sagt Schmidt, eins nur für Mitglieder, das zweite auch für Gäste. Der Ausbruch des Golfkrieges fiel genau zwischen beide Veranstaltungen und führte zur Absage des Gästefestes.

Auch wenn der Altersschnitt des Vereins knapp unter 60 Jahren liegt, so ist doch Heinz Hamann und Hartmut Schmidt um die Zukunft des Vereins nicht bange. „Die Jugend zieht mit“, sagt Hamann.

Aber auch, was in anderen Karnevalshochburgen läuft, interessiert. „Einige Prunksitzungen schaue ich mir an“, gibt Schmidt zu. Dreimal seien sie schon mit dem Vorstand in Köln live dabei gewesen. „Das passte zeitlich immer gut“, sagt Schmidt, denn das Kappenfest findet unabhängig zum Rosenmontag immer am 1. Sonnabend im Februar statt. „In Köln sind die also nach uns dran und klauen uns dann die ganzen Gags“, so Schmidt. 

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