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Eckernförder Zeitung

24. Oktober 2017 | 14:02 Uhr

Miet-Pioniere : 50 Jahre in Wilhelmsthal

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die ersten Häuser der Siedlung Wilhelmsthal wurden 1964 gebaut. Manche Mieter wohnen noch immer dort – seit einem halben Jahrhundert – und sind zufrieden.

shz.de von
erstellt am 15.Mai.2014 | 05:51 Uhr

Als sie vor 50 Jahren in ihre Wohnungen zogen, waren sie die ersten in einem ganz neuen Stadtteil: Bei acht Mietern hat sich gestern die Frank Siedlungsbau GmbH für ihre Treue bedankt. Seit einem halben Jahrhundert wohnen sie in den Mehrfamilienhäusern in Wilhelmsthal.

Die Wohnungsgesellschaft hat das Gelände am südlichen Rand der Stadt von den Geschwistern Struve gekauft, die nebenan ihren Bauernhof betrieben. Auf der ehemaligen Kuhweide baute Frank in den Jahren 1963 und 64 Mehrfamilienhäuser mit 350 Wohnungen – der Auftakt zu einem neuen Stadtteil. Die Wohnungen waren bis 1990 ausnahmslos Bundesbediensteten vorbehalten: Soldaten und zivilen Angestellten der Bundeswehr.

„Die Wohnungen waren mit die modernsten in Eckernförde“, erinnert sich Heinz Walter. Beneidet worden seien die Mieter damals. Viele junge Familien sind in die neuen Wohnungen gezogen, der Zusammenhalt war groß. Ein bisschen Pioniere waren sie auch: Die Sauerstraße, Blumensiedlung und Wilhelm-Lehmann-Straße gab es noch nicht. Hier endete Eckernförde.

120 D-Mark bezahlten sie damals für eine der 70-Quadratmeter-Wohnungen. Hinzu kamen 50 Mark Heizkosten. Heute liegt die Kaltmiete bei 510 Euro und etwa 50 Euro Heizkosten. „Damals waren die Heizkosten so hoch wie 40 Prozent der Kaltmiete“, sagt Holger Zychski, Geschäftsstellenleiter der Frank Siedlungsbau in Kiel. „Heute sind es noch 10 Prozent.“ Der Grund liegt unter anderem in der energetischen Sanierung der Gebäude von 2005 bis 2007. Das Familienunternehmen in der vierten Generation mit 20 000 Wohnungen in Deutschland tat damit etwas gegen die steigende Mieterfluktuation in Eckernförde. Einige der Wohnungen wurden im Grundriss geändert, Wände und Decken gedämmt, Solaranlagen und eine neue Pelletheizung installiert. Frank ermöglichte den Mietern im Erdgeschoss kleine Gärten, errichtete mit dem Holthuus einen beliebten Mietertreff, etablierte den Wochenmarkt vor der Haustür und baute eine Boule-Bahn. Die Maßnahmen griffen: Heute liegt die Mieterfluktuation bei 7 Prozent. Normal sind 15 Prozent. Der Leerstand mit unter 0,5 Prozent ist quasi nicht erwähnenswert.

Die Mieter sind zufrieden. Die Bindung an ihre Wohngegend ist groß, sie treffen sich in Hobbygruppen, ihre Kinder haben Baumpatenschaften übernommen, Vandalismus gibt es nicht. So sind beide Seiten zufrieden, wie Holger Zychski sagt: „Wer miteinander tanzt, streitet nicht.“

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