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50 Jahre Ehe: „Streiten hält die Liebe frisch“

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Es ist wie gestern: Sie strahlen sich an und wundern sich, wo die Jahre geblieben sind. Johannes (78) und Christa (78) Kühl aus Eckernförde feiern Goldene Hochzeit. Am 23. August 1963 gaben sie sich das Ja-Wort in der Eggebeker Kirche.

Eine bewegte Zeit begleitete die Ehejahre. „Hannes“, der gebürtige Angeliter aus Westerholm, wuchs in Rieseby auf, machte eine Lehre als Bäcker und Konditor. Nach einigen beruflichen Wechseln wagte der Allroundhandwerker mit 46 Jahren noch eine Lehre zum Maschinenschlosser, die er erfolgreich abschloss. Eine besondere Leistung, denn seit 1957 ist er Diabetiker und muss zahlreiche Einschränkungen in seinem Leben hinnehmen. Aber Christa sieht ihren Hannes wie er ist: „So’n echten Sturkoop, de jümmers weet wat he wull.“ Mit einem Lachen fügt sie hinzu: „Hätte ich vorher gewusst, dass Angeliter so stur sind, hätte ich es mir wohl überlegt.“ Die Herzlichkeit zwischen den beiden ist spürbar.

Christa ist in Langstedt bei Eggebek geboren und hat immer als Hausgehilfin und „gute Fee“ gearbeitet. Nix ist ihr fremd, von Bäckerei bis ins Hotelgewerbe gehen ihre Kenntnisse. Gefunkt hat es bei Hannes und seiner Christa Silvester 1962, auf dem Tanzboden im Hotel Kiek in de See. „Ik heff se nich mehr loslaaten“, sagt Hannes schmunzelnd und mit der Geburt von Tochter Petra 1963 war das Glück perfekt. Seit 1967 wohnt die Familie in Eckernförde, in der auch Hannes Tochter Gabriele aus einer früheren Beziehung willkommen ist. Sieben Enkelkinder und fünf Urenkel sind der ganze Stolz des Ehrenpaares. Familie ist das wichtigste im Leben, sind die Zwei sich einig.

Ihr Geheimrezept für eine lange glückliche Ehe ist ganz einfach: „Immer rührig sein, jedem ein wenig Freiraum gönnen und auch mal streiten. Streiten muss gelernt sein, hält aber jede Liebe frisch.“ Und rührig sind die beiden. Hannes pflegt seine Hobbys, Kaninchenzucht, Verein der Kleintierzüchter, Garten und die Verbindung zur Pommerschen Landsmannschaft, denn Familienmitglieder mussten aus ihrer Heimat flüchten.

Für Christa Kühl ist Handarbeiten im dänischen Verein ebenso wichtig, wie die Mitgliedschaft im Landfrauenverein, Backen und Kochen. „Das ist einfach in mir drin und ik muut jo ok no op mien Hannes oppassen.“

Für die Zukunft wünschen sich beide Gesundheit, noch eine lange Zeit miteinander und keine Altersarmut. Nun wird im Kreise der Familie gefeiert dazu gehört auch der kirchliche Segen in der Borbyer Kirche. Darauf freut sich das Jubelpaar sehr, Hannes nimmt seine Christa fest in den Arm: „Ik leev se jümmers no.“

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erstellt am 23.Aug.2013 | 09:57 Uhr

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