Bodenschutztag : 50 Gramm Erde reichen für den schnellen Bodentest

Gespannt warten Anton Thaddäus Tappmeyer  und Edgar Meyn (v. l.) auf das Bodenmessergebnis von Michael Packschies.
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Gespannt warten Anton Thaddäus Tappmeyer und Edgar Meyn (v. l.) auf das Bodenmessergebnis von Michael Packschies.

Beim Bodenschutztag im Umwelt-Info-Zentrum konnten Bürger alles über die Qualität ihres Gartenbodens, Kompost und Erosion erfahren.

shz.de von
12. Mai 2015, 10:47 Uhr

Eckernförde | Sauer oder alkalisch, viel oder wenig Nitrat, welcher Boden für Gemüseanbau, Rasen oder Blumen im heimischen Garten vorhanden ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die Analyse und Kenntnis darum war am vergangenen Sonnabend Gegenstand des Bodenschutztages, zu dem die Abfallwirtschaft Rendsburg-Eckernförde (AWR), die Stadt und Umwelt Technik Soziales (UTS) im Umwelt-Info-Zentrum (UIZ) eingeladen hatte.

„Ich brauche nur etwa 50 Gramm Erde“, erläuterte der städtische Abteilungsleiter für Naturschutz und Landschaftsplanung, Michael Packschies, die Testreihe, löst die Erde mit etwas destilliertem Wasser und hält einen Teststreifen in die anschließend gefilterte Flüssigkeit. Anhand der Verfärbung lässt sich der Nitratgehalt feststellen, mittels Indikatorflüssigkeit wird dann bei einer weiteren Probe der PH-Wert bestimmt. „All das gibt Aufschluss, ob oder wieviel gedüngt werden muss“, ergänzt Edgar Meyn (Grüne), Vorsitzender des Umweltausschusses der Stadt. Er selbst hat im heimischen Garten eigene Erfahrungen beim Gemüseanbau gesammelt – positive wie negative.

Rund zehn Proben aus verschiedenen Bereichen Eckernfördes kommen zur Analyse, im Anschluss ergibt der Abgleich mit der Eckernförder Bodenformenkarte, die im Rahmen eines Forschungsprojektes in den neunziger Jahren entstand, Aufschluss über die Bodenart und deren Zusammensetzung. Welcher Boden auf dem Gelände des UIZ vorherrscht, war dann ein weiterer Versuch, bei dem eine Sonde an mehren Stellen bis zu zwei Meter tief in den Grund getrieben wurde. „Nahezu reiner Sand“, konnte Packschies bei der Analyse verlauten lassen, ein Ergebnis, das nicht wirklich überraschte.

Dass Kompost gut für den Garten ist, wissen nicht nur Gartenbesitzer. Über die Herstellung und den biologischen Kreislauf informierte der Info-Stand der AWR, bei dem es auch um Aufklärung über die Inhalte ging. Grünabfälle, Speisereste, Organisches sollten die Bestandteile sein, damit zunächst über Bio-Prozesse Wärme und Gase für Energieverwertung gewonnen, die Restprodukte im weiteren Verlauf zu Kompost werden. Dabei wird die Frage, was gehört hinein und was nicht, existenziell: „Wir finden leider darin immer wieder Plastik, Glas oder Metall“, bedauert AWR-Mitarbeiterin Marina Romero-Wetzel. Es sind Dinge, die nicht verrotten und die sich später in zerkleinerter Form unfilterbar im Kompost wiederfinden. „Biotonnen von Mehrfamilienhäusern sind da besonders auffällig“, sagte Marina Romero-Wetzel.

Mehr Besucher hätten sich die Organisatoren gewünscht, denn interessant war die Thematik allemal. So konnten die jüngsten Besucher, die nichts mit Bodenchemie am Hut hatten, einen Blick durchs Mikroskop auf die Stacheln einer Brennnessel werfen, oder sich einen Green-Screen-Film zum Thema anschauen. Wer mehr über das Kompostierungsverfahren erfahren möchte, sollte sich das AWR-Zentrum in Borgstedt wenden, wo ausführliche Führungen stattfinden.




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