Geburtstag : 400 Jahre Löwen-Apotheke

Hanns-Georg Scharf vor der Löwen-Apotheke. In seiner Hand hält er die Original-Urkunde aus dem Jahr 1617, die das Privileg zur Gründung einer Apotheke ausspricht.
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Hanns-Georg Scharf vor der Löwen-Apotheke. In seiner Hand hält er die Original-Urkunde aus dem Jahr 1617, die das Privileg zur Gründung einer Apotheke ausspricht.

Die älteste Apotheke Eckernfördes feiert Jubiläum: Inhaber Hanns-Georg Scharf lädt kommende Woche zu kostenlosen Aktionen ein.

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06. Dezember 2017, 06:19 Uhr

Eckernförde | Sie ist älter als der 30-jährige Krieg: Die Löwen-Apotheke in Eckernförde wurde 1617 gegründet und feiert am 16. Dezember ihr 400-jähriges Bestehen. Apotheker Hanns-Georg Scharf lädt dazu in der kommenden Woche ab dem 11. Dezember zu verschiedenen Aktionen in die Kieler Straße 23 ein.

Es war der 16. Dezember 1617, als Herzog Friedrich III von Schleswig-Holstein-Stormarn dem aus Siebenbürgen stammenden Apotheker Johannes Erman das Privileg zur Gründung einer „vollbestallten Avotecke“ verlieh. Es ist anzunehmen, dass er in den Anfangsjahren häufig konsultiert wurde, denn mit den Schrecken des 30-jährigen Krieges und Seuchen wie der Pest war die Nachfrage nach Heilungsmitteln sicher groß.

Die ersten 300 Jahre war die Löwen-Apotheke in der Langebrückstraße 8 untergebracht – das Gebäude von damals existiert nicht mehr. Schließlich zog sie in die Kieler Straße 23 um, wo sie noch heute zu finden ist.

Lange war sie die einzige Apotheke in Eckernförde, bis 1710 die Hirsch-Apotheke – ebenfalls in der Langebrückstraße – das „herzogliche Privileg“ erhielt und sich bis 1807 behaupten konnte. Anschließend zog sie nach Gettorf. Erst 1935 erhielt die Löwen-Apotheke wieder Konkurrenz. Heute gibt es in Eckernförde sieben Apotheken.

Seit 1984 arbeitet Hanns-Georg Scharf in der Löwen-Apotheke, zunächst angestellt bei Christa Hinck, 1990 machte er sich selbstständig und pachtete das Gebäude, 1996 kaufte er es und ist damit der bislang letzte von 19 bekannten Betreibern der Traditions-Apotheke. In dieser Zeit hat sich viel verändert. Hanns-Georg Scharf baute die Apotheke aus und versah sie mit historischen Elementen. Der Tradition verpflichtet, gestaltete er die Innenräume mit hochwertigem Holz, über der Tür wirbt das vergoldete Holz-Relief eines Löwen. Auch die Tätigkeit des Apothekers hat sich verändert: „Früher haben wir noch viel mehr Arzneimittel selbst hergestellt“, sagt Hanns-Georg Scharf. Ob Salben, Hustensäfte oder Baldriantinktur im 20-Kilo-Fass – diese Zeiten sind vorbei, es lohnt sich nicht mehr. Heute ist die Abgabe von Arzneimitteln und die Beratung der Kunden das Kerngeschäft. Doch so ganz gibt sich Hanns-Georg Scharf noch nicht geschlagen, denn sowohl seinen abführenden St.-Germain-Tee als auch seinen Magenbitter „Kräuterlöwe“ stellt er noch selbst her – nach alter Mönchs-Rezeptur.

400 Jahre ist die Löwen-Apotheke alt, Hanns-Georg Scharf ist 66. Aufhören möchte er noch nicht, sich aber mehr und mehr zurückziehen, bis auch seine Frau Erdmuth Jacob-Scharf, die ebenfalls als Apothekerin in der Löwen-Apotheke arbeitet, in neun Jahren in den Ruhestand geht. In Familienhand wird die Apotheke danach nicht bleiben, denn alle vier Kinder haben sich für andere Berufe entschieden.

Vom 11. bis 16. Dezember lädt Hanns-Georg Scharf zu verschiedenen kostenlosen Aktionen ein. So gibt es ein Gewinnspiel, bei dem geraten werden muss, wieviele Tabletten sich in einem Glas im Schaufenster befinden. Zu gewinnen gibt es unter anderem ein Blutdruckmessgerät und Gutscheine. Am Dienstag nehmen die Mitarbeiter Venenmessungen vor (Anmeldung Tel. 2970), am Mittwoch können die Kunden an einem Glücksrad drehen, am Donnerstag gibt es eine Louis-Widmer-Kosmetikberatung (Anmeldung Tel. 2970) und am Freitag gibt es kleine Überraschungen.

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