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Dethard Staar : 40 Jahre Wochenmarkt: Kult-Schlachter hört auf

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Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Der Ascheffler Schlachtermeister Dethard Staar geht mit 68 Jahren in den Ruhestand. Am Sonnabend verabschiedet er sich von seinen vielen Kunden auf dem Eckernförder Wochenmarkt. Seine Kunden werden ihn vermissen.

shz.de von
erstellt am 29.Nov.2014 | 06:10 Uhr

Für viele Eckernförder ist es eine traurige Nachricht: Schlachtermeister Dethard Staar gibt seinen Stand auf dem Wochenmarkt nach knapp 40 Jahren auf. Heute hat er seinen letzten Tag. Rechnet man die Zeit seines Vaters hinzu, war die Fleischerei Staar aus Ascheffel 65 Jahre lang auf dem Eckernförder Wochenmarkt vertreten – von Anfang an also.

Der Vater von Dethard Staar stand zunächst auf dem Markt am Exer, später am Jungfernstieg. Das war auch die Zeit, als der kleine Dethard schon immer mitkam. „Damals gab es Tiere auf dem Markt zu kaufen, Küken zum Beispiel. Das war für ein Kind natürlich spannend.“ Mit 13 Jahren hat er seinem Vater schon beim Schlachten geholfen, mit 15 Jahren seine Schlachterlehre begonnen und mit 22 seine Meisterprüfung abgelegt. Vor 40 Jahren übernahm er das Geschäft des Vaters. Seither ist er bei den Eckernfördern als Garant von Qualität und humorigen Sprüchen beliebt.

„Hier weiß man, dass man Gutes aus eigener Haltung bekommt“, sagt Stammkundin Hannelore Lohmann, denn Dethard Staar hält auch selbst Tiere. „Ich komme seit 15 Jahren hierher.“ Doch nun wird sie sich nach einem neuen Schlachter umschauen müssen, denn der Kult-Schlachter des Wochenmarkts geht mit 68 Jahren in den Ruhestand. Ein Trostpflaster hat er für seine Kunden: Er präsentiert gleich seinen Nachfolger: Bis Weihnachten wird er an jedem Mittwoch und Sonnabend am Stand der Fleischerei Hogrefe aus Jevensteht gemeinsam auf dem Wochenmarkt stehen.

Dennoch: So mancher Kunde trauert dem Schlachter seines Vertrauens hinterher. „Hier hat man immer Superware bekommen“, sagt zum Beispiel Gerhard Silz, der schon seit über 20 Jahren bei Dethard Staar einkauft. „Er hat immer einen lütten Schnack drauf, ist ein echtes Original. Er wird uns sehr fehlen.“

Qualität und nette Gespräche waren es also, durch die der Ascheffeler die Kunden überzeugte. „Man muss das Vertrauen der Kunden erwerben“, sagt der 68-Jährige, dessen „Zwei kleine Heiße“ (Wiener Würstchen mit Senf für einen Euro) mit dazu beigetragen haben. Ungefähr 100 Paar hat er davon mittwochs verkauft, sonnabends mehr.

Dethard Staar liebt seinen Beruf wie kaum ein anderer. „Er arbeitet sieben Tage die Woche und gönnt sich nie einen richtigen Urlaub“, verrät seine Tochter Nadine.

Langweilig wird es für ihn jedoch nicht. In seiner neu gewonnenen Freizeit will er sich ganz seinem Hobby widmen: Staar züchtet nämlich Deutsche Reitponys und Welchponys und hat auch noch fünf Charolais-Kühe.

 

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