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Eckernförder Zeitung

11. Dezember 2017 | 08:49 Uhr

Kita-Geburtstag : 40 Jahre gelebte Integration

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Die städtische Kindertagesstätte Nord hat gestern Geburtstag gefeiert. Ihr Schwerpunkt liegt auf der Integration von Kindern mit ausländischem Hintergrund. Kein Wunder: Zu dieser Gruppe gehören 25 von insgesamt 60 Kindern.

shz.de von
erstellt am 07.Sep.2013 | 05:52 Uhr

Kinder haben es leicht, in einer fremden Kultur Wurzeln zu schlagen – vorausgesetzt, sie werden gefördert, sowohl vom Elternhaus als auch vom Kindergarten. In der städtischen Kindertagesstätte Nord scheint das gut zu gelingen: 25 der insgesamt 60 Kinder haben einen ausländischen Hintergrund. Sie kommen aus Kurdistan, der Türkei, Russland, Afrika, Serbien und Thailand. Und sie sind gut integriert.

Kein Wunder, hat sich die Einrichtung doch die Integration als Schwerpunkt auf die Fahnen geschrieben. „Wir gehen normal und offen miteinander um“, sagt Andrea Dechow, die die Einrichtung seit 21 Jahren leitet. „Ein Kopftuch ist bei uns nichts Besonderes.“

Einen besonderen Schwerpunkt hat die Kita auf die Sprachförderung gelegt und 2010 einen Sprachförderraum eingerichtet, in dem eine Fachkraft mit den Kindern an ihren Defiziten arbeitet. Allerdings anders als man denken sollte: Nur ein Drittel sind Kinder mit ausländischem Hintergrund. „Zwei Drittel der geförderten Kinder sind deutsch“, sagt Sprachförderin Anke Rosenthal. „Sie können nicht ihrem Alter angemessen sprechen.“ Den Grund dafür sieht sie in der gesellschaftlichen Entwicklung: „Es fehlt das Gemeinsame in den Familien, bei dem miteinander gesprochen wird.“ Viele Kinder seien medienüberflutet, seien ans Fernsehen und Computerspielen im eigenen Zimmer gewöhnt, kennen es von den Eltern nicht, ein Buch vorgelesen zu bekommen.

Eingeweiht wurde die Kita am 31. Juli 1973, weshalb sie gestern beim Sommerfest ihren 40. Geburtstag feierte, bei dem es kulinarische Spezialitäten und Spiele aus verschiedenen Ländern gab.

Bis 1970 stand an der Stelle in der Schleswiger Straße ein Altersheim, das 1970 abgerissen wurde. Der Nachfolgebau umfasste 560 Quadratmeter und war für drei Gruppen mit jeweils 25 Kindern ausgelegt. Heute gibt es einen Raum mehr und 20 Kinder pro Gruppe, die von acht Erzieherinnen betreut werden.

„Die unterschiedlichen Kulturen, Nationalitäten, Glaubensrichtungen, Lebens-, Ernährungs- und Kleidungsgewohnheiten werden hier in einem selbstverständlichen Miteinander tagtäglich gelebt“, sagte Bürgermeister Jörg Sibbel bei seiner Begrüßung der Eltern und Gäste. „Die Kinder bereichern durch die bunte Mischung ihrer Herkunft den Aufenthalt und auch das Angebot im Hause.“

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