jubiläum : 40 Jahre Freude an der Betreuung

Christel Sothmann im Kreise ihrer Schützlinge: Am Wochenende feiert die Kita Parkallee 40-jähriges Bestehens.
Christel Sothmann im Kreise ihrer Schützlinge: Am Wochenende feiert die Kita Parkallee 40-jähriges Bestehens.

Die Kita Parkallee begeht morgen ihr 40-jähriges Jubiläum mit einem internen Fest. Die Leiterin Christel Sothmann sprach mit der EZ über die Veränderungen in ihrer Arbeit.

shz.de von
14. März 2014, 06:21 Uhr

Die kommunale Kita Parkallee besteht morgen 40 Jahre. Dieses Jubiläum feiern Kinder, Mitarbeiter und Eltern am Nachmittag intern mit einer eigenen Zirkusvorstellung. Die 62-jährige Sozialpädagogin Christel Sothmann leitet die Einrichtung seit ihrer Eröffnung am 15. März 1974. Anfangs betreute sie 72 Kinder mit vier Mitarbeitern. Heute ist sie für die Betreuung von 130 Kindern in Kita und Krippe mit 21 Mitarbeitern zuständig. Um sich auf das morgige Jubiläumsfest einzustimmen, besucht diese Woche ein Gaukler die Kita, es werden Spiele von früher und heute gespielt und auf einer Rallye durch den Bürgerpark verschwundene Schätze gesucht.

Frau Sothmann, Sie haben gerade ihr 40. Dienstjubiläum begangen und feiern nun am Sonnabend das 40-jährige Bestehen der kommunalen Kita Parkallee in Gettorf. Mit welchen Gefühlen?
Ich bin schon ein bisschen stolz, dass wir es geschafft haben über all die Jahre gerne und mit so viel Freude zu arbeiten. Wir haben damals wie heute immer sehr gut mit den Eltern zusammen gearbeitet. Und wir merken, dass der Gemeinde die gute Betreuung ihrer Kinder sehr wichtig ist.
Was hat sich in den 40 Jahren Kita-Arbeit für Sie und ihre Mitarbeiter am meisten verändert?
Es ist sehr arbeitsintensiv geworden durch die Auflagen, die von der Politik gefordert werden, wie Qualitätsmanagement, Entwicklungsdokumentationen, Sprachförderung und vieles mehr. Alles halten wir für wichtig, aber die Personalsituation wird meines Erachtens nicht genug angepasst. Die Kinder sind vom Grundsatz her so geblieben, wie sie waren. Sie spielen die gleichen Spiele wie früher, freuen sich über Kleinigkeiten und haben Spaß an dem Zusammenspiel mit anderen Kindern. Wichtig ist, gute Beziehungsarbeit zu leisten, da sich die Betreuungszeiten doch sehr verlängert haben. Und wir bemerken verstärkt Auffälligkeiten, wie Unsicherheit, Konzentrationsschwächen, Sprachstörungen. Vieles liegt meines Erachtens auch daran, dass die Kinder zu wenig Spielfreiraum am Nachmittag haben, wo sie sich austoben, Konflikte lösen und Kompromisse eingehen können, ohne dass ein Erwachsener sie reguliert.
Krippen sprießen, auch weil vom Staat gefördert, wie Pilze aus dem Boden. Die Plätze sind im Nu belegt. Wollen Eltern ihre Kinder nicht mehr zu Hause betreuen?
Das kann man schwer sagen. Eltern wollen heute ihren beruflichen Werdegang weiterführen. Da sind sie natürlich auf Krippenplätze angewiesen. Ich kann das nur unterstützen. Ich sehe es positiv, wenn sie ihre Kinder in die Krippe geben. Vor 40 Jahren war die Mehrheit der Mütter nicht berufstätig.

Haben Mütter und Väter ein schlechtes Gewissen, wenn sie schon ihre Kleinsten in die Betreuung geben?
Nein, das haben sie nicht. Sicherlich ist es am Anfang schwer loszulassen, gerade wenn es das erste Kind ist. Aber es kommt nicht unbedingt auf die Zeit an, die man mit seinem Kind verbringt, sondern auf die Qualität der Beziehung. Wenn Eltern zufrieden sind in ihrem Berufsleben, dann hat das auch positive Auswirkungen auf die Beziehung zu ihrem Kind.

Was halten Sie vom Betreuungsgeld?
Das ist eine politische Entscheidung. Ob man sein Kind zu Hause betreut oder in eine Einrichtung gibt, das muss jeder selber entscheiden. Für Ausländer wäre es sicherlich sinnvoll, die Kinder in die Kita zu geben, damit sie den nötigen Sprachschatz erwerben. Aber das kommt bei uns in Gettorf bisher sehr selten vor. Wir haben einen sehr geringen Ausländeranteil.
Was ist Ihr Anspruch in der Kinderbetreuung hier in der Kita Parkallee?
Grundsätzlich müssen alle Kollegen gut im Team zusammenarbeiten. Das ist das, was ich mir immer wünsche. Das haben wir bisher auch geschafft. Jeder Einzelne muss dazu bereit sein. Gerade in Zeiten, wenn mehrere Kolleginnen krank sind, zeigt sich, ob ein Team funktioniert. Ganz wichtig ist mir auch ein offener und ehrlicher Umgang mit Eltern und Kindern und zu vermitteln, dass es für alle Spaß macht, in der Kita und der Krippe zu sein. Wir versuchen, den Ideen der Kinder einen großen Stellenwert einzuräumen, dass sie Dinge gemeinsam entscheiden. Denn das sind die ersten Formen demokratischen Handelns. Und wenn die Mehrheit ent-schieden hat, müssen die anderen Kinder lernen, die Entscheidung zu akzeptieren. Das klappt schon wirklich gut.



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