Oldtimer in Norby : 38 PS ernten bewundernde Blicke

Warm verpackt für die Anreise mit dem Porsche aus Lohe Föhrden: Maren und Markus Schaaf besuchten mit Sohn Enrico die Veranstaltung des Oldtimerclubs.
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Warm verpackt für die Anreise mit dem Porsche aus Lohe Föhrden: Maren und Markus Schaaf besuchten mit Sohn Enrico die Veranstaltung des Oldtimerclubs.

Vorführungen, Gottesdienst und frisches Brot bei der Oldtimerclub-Veranstaltung „Dreschen wie zu Opas Zeiten“

shz.de von
09. Januar 2018, 06:26 Uhr

Als Besuchermagnet erwies sich einmal mehr die traditionell am ersten Sonntag des neuen Jahres stattfindende Veranstaltung des Oldtimerclubs Norby und Umgebung „Dreschen wie zu Opas Zeiten“. Die Vereinsmitglieder hatten keine Mühen gescheut, um den zahlreichen kleinen und großen Interessierten einen Einblick in die Landwirtschaft der Vergangenheit zu gewähren. Alte Maschinen auf Hochglanz geputzt standen zum Bestaunen bereit, immer mit einem Oldtimerexperten für Erklärungen in der Nähe. Doch das Herzstück der Veranstaltung waren die Dreschvorführungen mit der „Trenkamp Lohne“, einer Dreschmaschine aus dem Jahre 1913 und dem Breitdrescher aus dem Jahre 1902. Es knatterte und staubte, dass die kleinen Besucher nur so staunten und sich mitunter auch die Ohren zuhalten mussten. Und die Großen erinnerten sich: Genauso war es früher, wenn Opa geholfen wurde.

Auch Sascha Wegner blickte zurück: „Vor 30 Jahren habe ich mit meinem Großvater Stricke gedreht. Das war damals die Winterbeschäftigung der Landwirte. Heute gibt es nur noch industriegefertigte Seile. Deshalb habe ich aus Spaß an der Freude beschlossen, das alte Handwerk neu zu beleben.“ Mit Seildreher und Ziehschlitten führte Wegner die alte Technik vor und bot die aus Sachstau gefertigten Stricke zum Verkauf an.

Ein weiterer Höhepunkt waren die knusprigen Brote aus dem historischen Ofen, die so manch ein Besucher noch warm mit nach Hause nahm.

Viele bewundernde Blicke zog Markus Schaaf auf sich, der mit einem frisch restaurierten Porsche Diesel Super die Veranstaltung auf dem Hof von Ewald Schlegel besuchte. Mit viel Liebe, Geduld und Herzblut hatte Schaaf in seiner Traktorschmiede in Lohe Föhrden den Oldtimer hergerichtet. „Er ist mit 35 Kilometern pro Stunde ein echter Schnellläufer“, schwärmte der Restaurateur von der Anfahrt mit seiner 38 PS starken, dreizylindrigen Maschine.

Auch die anderen Schätze des Vereins standen aufgereiht und blitzblank geputzt im strahlenden Sonnenschein zum Anschauen und Genießen bereit: vom Allgaier Ackerschlepper (Baujahr 49) bis zum Hanomag (Baujahr 61) war alles dabei.

Ein Oldtimer der Marke Eicher zog die historische Glocke mit welcher Pastor Christian Bingel am Morgen den in der Scheune stattfindenden Gottesdienst einläutete. Unterstützung erhielt der Pastor dabei von den neunjährigen Schülerinnen Helene und Clara. Bis auf die letzte Bank waren die Plätze gefüllt. Der Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Owschlag trat auf, und Susanne Bock trug die Gleichnisse Jesu in plattdeutscher Sprache vor.

Gut besucht waren auch die beheizten Zelte, in denen bei Glühwein, Bratwurst und Erbsensuppe und nachmittags bei Kaffee und Kuchen geklönt und fachgesimpelt werden konnte.

„Wir hatten einen wunderschönen Tag“, resümierte der Vorsitzende des Oldtimerclubs Tim Scheer zufrieden.

„Nächstes Jahr werden wir garantiert wiederkommen“, verabschiedete sich ein Ehepaar aus Kropp bei den Veranstaltern.

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