Fridays for future in Eckernförde : 350 Schüler demonstrieren für den Klimaschutz

Rund 350 Schüler beteiligten sich an der „Fridays for future“-Demo.
Rund 350 Schüler beteiligten sich an der „Fridays for future“-Demo.

Am Freitag fand die dritte Aktion zum Klimaschutz in Eckernförde statt. Veranstalter sind mit der Beteiligung sehr zufrieden.

shz.de von
15. März 2019, 15:46 Uhr

Rund 200 Demonstrationen waren am Freitag bundesweit zur Aktion „Fridays for future“ geplant – auch Eckernförde stand ganz im Zeichen der Schülerdemonstrationen für den Klimaschutz. Am Vormittag gingen rund 350 Schüler auf die Straße, um ihren Protest gegen Politik und Wirtschaft deutlich zu machen. Unter den Demonstranten waren auch Eltern und Großeltern, die sich für den Klimaschutz engagieren.

Protest gegen Politik und Wirtschaft

Mit dem Ruf „Kohlekonzerne baggern in der Ferne, zerstören unsere Umwelt, nur für einen Batzen Geld, worin wir unsere Zukunft sehen : erneuerbare Energien“ machten sich die Schüler auf eine zwölf Kilometer lange Strecke durch die Stadt. Von der Hafenspitze ging es zu vier Schulen, wo Kundgebungen abgehalten wurden: an der Jes Kruse-Schule, Gudewerdtschule, Waldorfschule und Sprottenschule, bevor die Schüler sich zum Schulzentrum in die Sauerstraße aufmachten.

Johannes Lischka (15) von der Jes Kruese-Schule ist einer der Wortführer der Eckernförder Demonstrationen.
Susanne Karkossa-Schwarz
Johannes Lischka (15) von der Jes Kruse-Schule ist einer der Wortführer der Eckernförder Demonstrationen.
 

 „Wenn mir heute nochmal jemand sagt, dass wir doch nur faul sind und schwänzen wollen, dann muss ich demjenigen leider ganz gepflegt die Meinung geigen“, sagte Johannes Lischka bei der Kundgebung vor der Jes Kruse-Schule und spielte damit auf die Reaktionen von Schulleitungen und der Bildungsministerin an. Der 15-Jährige ist einer der Wortführer der Schülerproteste in Eckernförde, die an diesem Freitag zum dritten Mal stattfanden.

Vom Mühlenberg ging es durch die Stadt zur Sprottenschule.
Susanne Karkossa-Schwarz
Vom Mühlenberg ging es durch die Stadt zur Sprottenschule.
 

Johannes machte deutlich, dass die Jugend das Recht hat, ihre eigene Zukunft in die Hand zu nehmen, weil die Politik und die Wirtschaftskonzerne sich nicht für den Klimaschutz einsetzten: „Ich möchte auch noch 2049 hier an dieser Stelle stehen können ohne unterzugehen. Einkaufen ohne eine Atemmaske und mich mit Freunden in die Sonne setzen können.“ Der 15-Jährige warnte: „Und wenn wir uns nicht beeilen, dann ist das in nicht allzu ferner Zukunft leider nicht mehr möglich!“

Auch Eltern und Großeltern nahmen an der Demo teil.
Susanne Karkossa-Schwarz
Auch Eltern und Großeltern nahmen an der Demo teil.
 

Unterstützung erhielten die Schüler von der Klimabeauftragten der Stadt Eckernförde, Manina Marilena Herder. „Es hat Bedeutung, was ihr macht“, machte die Expertin den Schülern Mut und wies darauf hin, dass Deutschland zu den sechs Staaten der Welt gehöre, die den meisten CO2 -Ausstoß zu verzeichnen hätten. Schüler, die weitere Informationen oder Unterstützung bräuchten, fänden bei ihr immer offene Türen. „Hopp, hopp, Kohle stopp!“ oder „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“ war zu hören, als die Schüler sich auf den Weg machten. Auf vielen Plakaten waren Warnungen oder Forderungen zu lesen: „Wacht auf, bevor die Erde es tut“ oder There is no Planet B“.

Jolanda Körner (14) von der Peter-Ustinov-Schule ist einer der 350 Demonstranten.
Susanne Karkossa-Schwarz
Jolanda Körner (14) von der Peter-Ustinov-Schule ist einer der 350 Demonstranten.
 

Begleitet wurde die Demonstration von der Polizei, die von einem friedvollen Protest sprach. In einigen Straßenzügen wie Mühlenberg, Schleswiger Straße, Windebyer Weg oder Sauerstraße mussten die Autofahrer mit zeitweisen Behinderungen rechnen.

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