Carlshöhe : 30 Künstler schauen über den Tellerrand

Großeinsatz in der Galerie Carlshöhe: Einige der ausstellenden Künstler suchten sich schon mal die besten Plätze aus. Am kommenden Sonntag wird die Ausstellung 'EinBlick über den Tellerrand' um 15 Uhr eröffnet. Fotos: Kühl
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Großeinsatz in der Galerie Carlshöhe: Einige der ausstellenden Künstler suchten sich schon mal die besten Plätze aus. Am kommenden Sonntag wird die Ausstellung "EinBlick über den Tellerrand" um 15 Uhr eröffnet. Fotos: Kühl

Kunst und Kultur genießen auf Carlshöhe einen bemerkenswert hohen Stellenwert. In der Galerie Carlshöhe wird gerade eine Ausstellung des Vereins "Natur & Kultur Carlshöhe" vorbereitet.

shz.de von
14. November 2012, 12:02 Uhr

Eckernförde | Kunst und Kultur genießen auf Carlshöhe einen bemerkenswert hohen Stellenwert. In der Galerie Carlshöhe wird gerade eine Ausstellung des Vereins "Natur & Kultur Carlshöhe" vorbereitet, die am kommenden Sonntag um 15 Uhr eröffnet wird: "EinBlick über den Tellerrand - Carlshöhe und seine Künstler". Galeristin Marlies Greifenberg hat alle im Verein aktiven Künstler - immerhin 70 - um Arbeiten zu diesem Thema gebeten. 28 von ihnen haben sich inspirieren lassen und Arbeiten eingereicht. Mit dabei sind auch zwei Gäste, darunter eine Südkoreanerin.

Die Besucher der ungemein vielseitigen und interessanten Ausstellung sollten viel Zeit mitbringen oder - noch besser - mehrmals die acht Wochen dauernde Ausstellung auf Carlshöhe besuchen, um sich den sehr unterschiedlichen Arbeiten ausgiebig widmen zu können. Die Galerie ist damit komplett ausgebucht, Kunst in allen Räumen. Die Arbeiten sind dabei so unterschiedlich wie die Künstler selbst. Von experimentellen Farbkompositionen bis zu beziehungsreichen Holzskulpturen, von Lebensimpressionen aus Russland bis zur Visualisierung schamanischer Reisen, von der Auseinandersetzung mit persönlichen Schicksalen bis zur kunstvollen Darstellung einer Trollfamilie reichen die Arbeiten.

Carmen von Boetticher-Geiger brauchte Hilfe ihrer Kollegin Katrin Ohlsen, um ihre aus dem Stamm einer Carlshöher Pappel herausgearbeitete große Skulptur mit Namen "Tanz der Pole" aufzustellen. Ein symbolträchtiges Werk, das das Beziehungsgeflecht von Mann und Frau mitsamt ihrer familiären Verwurzelung und Vergangenheit zeigt. Katrin Ohlsen macht ebenfalls in Holz und zeigt eine kleine, ebenmäßig geschnitzte Frauenfigur mit einer ganz besonderen Aura ("Sie") und die Skulptur "In Beziehung", in der ebenfalls das Miteinander zweier Menschen versinnbildlicht wird.

Im Raum nebenan hängt Margit Buß ihre Bilder. Sie liebt das experimentelle Arbeiten mit Farbe. Die Eckernförderin setzt dabei auf ein sehr spezielles Verfahren: Sie besorgt sich Acryllacke im Baumarkt, mischt Farben mit unterschiedlichen Viskositäten, trägt mehrere Farbschichten auf, verursacht zufällige Farbreaktionen, um diese dann anschließend künstlerisch zu bearbeiten. So wird jedes Bild zu einem spannenden Experiment und trägt gleichwohl die Handschrift der Künstlerin, die die Reaktionseigenschaften der verwendeten Farben mitsamt Farbmustern akribisch in Materialbüchern notiert. Margit Buß hat wie viele ihrer Kolleginnen und Kollegen ein eigenes Atelier auf Carlshöhe. Zudem ist sie in Berlin präsent, absolviert ein Masterstudium und stellt ihre Arbeiten in der Galerie ROOT am Savignyplatz aus.

In den beiden weiteren Ausstellungsräumen geht es weitaus figürlicher zu. Die Künstlerinnen nehmen die Besucher mit auf die Reise in fremde Welten und ferne Reiche. Helgrid Härle beispielsweise verleiht in ihren Bildern der russischen Seele Gesicht und Gestalt. Schöne, aber auch bedrohlich wirkende Bilder aus der arabischen Welt fordern zur Auseinandersetzung heraus, mittendrin bunte, symbolträchtige Kinderbilder und die Großskulptur "Nanoora", ein künstlerisches Inklusionsprojekt von Anna Brunner-Mocka.

Und alle haben dabei über den Tellerrand geschaut - ein spannendes Projekt.

Noch bis zum 13. Januar sind die Arbeiten von folgenden Künstlern in der Galerie Carlshöhe zu sehen: Youngja Bangcho, Marina Birkert, Anna Brunner-Mocka, Brigitte Borchardt, Margit Buß, Stefanie Dürkop, Eike Eschholz, Renate Golde, Sabine und Joann-Nell Freund, Heide Grönitz, Regine Hahn, Helfrid Härle, Ulrike Horstmann-Göritz, Angelika Kammhoff, Ute Kramer, Bettina Lorenzen, Andreas Masch, Barbara Müller, Katrin Ohlsen, Dorothea Paulsen, Dagmar Petersen, Ralf Rahier, Silke Reinhold, Sabine Stanjek, Katharina Töpfer, Heidemarie Utecht, Judith Voce, Carmen von Boetticher-Geiger, Nils-Christian Winderlich und Uta Zelder.

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