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30 jahre soziale arbeit : 30 Jahre Soziale Arbeit auf Hof Saelde

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Arbeit mit Menschen mit geistiger Behinderung / Gespräche vor Ort im Rückblick der Schlüssel zum Gelingen des Projektes

shz.de von
erstellt am 12.Jun.2017 | 06:01 Uhr

Seit nunmehr 30 Jahren leben und arbeiten auf dem Hof Saelde in Unterschoothorst die Familie Richert und 20 Frauen und Männer mit geistiger Behinderung gemeinsam in einem integrativen Projekt. Am vergangenen Sonnabend wurde das Jubiläum der Lebensgemeinschaft mit einem großen Fest und rund 200 Besuchern gefeiert.

Bevor der Hof Saelde im Jahr 1987 von einem neu gegründeten Trägerverein mit finanzieller Unterstützung der „Aktion Sorgenkind“ gekauft worden war, besaß die Familie Richert bereits einen kleinen Hof in Helle bei Damp, den sie biologisch-dynamisch bewirtschaftete. „Mit dem Umzug hierher sind wir dann gleich in die Sozialarbeit mit Erwachsenen eingestiegen“, erinnert sich Dr. Peter Richert an die Anfänge des Projektes. „Wir haben von allen Seiten Zuspruch bekommen und Freunde haben uns sehr geholfen“, waren für den Hofbetreiber persönliche Kontakte und Gespräche vor Ort im Rückblick der Schlüssel zum Gelingen des Projektes. Das 1988 erbaute Backhaus sei neben dem Kuhstall noch heute Mittelpunkt des Hofes, so Dr. Richert weiter. Dabei mussten sich die Betreiber von Hof Saelde zu Beginn noch ganz anderen Herausforderungen stellen. Der Kreis plante damals die Aufforstung der Flächen, welche heute die Grundlage der Lebensgemeinschaft darstellen. „Wir hatten jedoch von Anfang an klar gemacht, dass wir mit dem Öko-Betrieb auch Pläne haben, die Kulturlandschaft hier im Schoothorster Tal zu erhalten“, besaß Dr. Peter Richert genaue Vorstellungen von seinem Projekt. „Günther Petersen hat sich damals sehr für uns eingesetzt“, hatte die Hofgemeinschaft für den Ehren-Bürgermeister noch ein Dankeschön am Jubiläumstag geplant. Aktuell leben und arbeiten 20 Männer und Frauen mit geistiger Behinderung auf dem Hof Saelde und bewirtschaften gemeinsam mit der Familie Richert 80 Hektar Land nach traditioneller, biologisch-dynamischer Wirtschaftsweise. Die Lebensgemeinschaft versorgt sich mit den eigenen Produkten selbst, nur Fleisch wird teilweise an die Biofleischerei in Ascheffel abgegeben. Doch nicht nur die betreuten Frauen und Männer sind Teil der Gemeinschaft, auch Freunde und Trägerverein bringen sich aktiv ein. Claus Müller hat den Hof vor etwa 20 Jahren kennenglernt. „Einmal hier, immer hier“, schwärmt Müller, der heute Vorstand des Trägervereins ist. „Das ist mehr als ein Wohnheim hier, das ist eine richtige Familie“, stellt das Zusammenleben auf Hof Saelde für Claus Müller eine Gemeinschaft dar, „wie man sie sich wünscht“.

Während die Besucher des Jubiläumsfestes am Vormittag eine Rallye absolvieren konnten, bei der die Bewohner an einzelnen Stationen bezüglich der Landwirtschaft Rede und Antwort standen, war am Nachmittag der Höhepunkt des Festtages geplant. Für sein Engagement in den vergangenen Jahrzehnten übergab Sohn Hannes Richert eine vom Naturparkverein Hüttener Berge gestiftete „Ruhebank“ mit Blick ins Schoothorster Tal an Alt-Bürgermeister Günther Petersen. „Es war für mich politisches und persönliches Engagement und das zu jeder Zeit“, bedankte sich Petersen. „Ich freue mich, wie viel Zuneigung ihr allen Menschen gegeben habt.“ Abschließend ließen alle Freunde und Besucher den Jubiläumstag mit dem Schmücken des neuen Friedenpfahles, gemeinsam gesungenen Liedern und dem Segen von Pastor Ulrich Rincke ausklingen. „Wir haben genau den richtigen Ort gefunden“, freute sich Dr. Peter Richert über das Fortbestehen seines Projektes seit drei Jahrzehnten, mitten in den Hüttener Bergen.


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