Umsatzhoch nach Weihnachten : 27. Dezember lässt die Kassen klingeln

In Kauflaune: Wegen des starken Andrangs mussten sich die Kunden gestern vorübergehend in wenig in Geduld üben.
1 von 4
In Kauflaune: Wegen des starken Andrangs mussten sich die Kunden gestern vorübergehend in wenig in Geduld üben.

Der Tag nach Weihnachten ist der wichtigste Tag im gesamten Jahr für die Elektrofachmärkte. Die Kunden lösen ihre Gutscheine und Geldgeschenke ein.

von
28. Dezember 2017, 06:02 Uhr

Eckernförde | Drei Tage lang herrschte während des langen Weihnachtswochenendes Konsumflaute im Einzelhandel. Was für den einen eine willkommene Auszeit im hektischen Einkaufsstress bedeutete, war für den anderen eine ungewohnt lange Durststrecke im ansonsten fast jederzeit verfügbaren Markt. Gestern kurbelten die Kunden die Umsätze in den Geschäften wieder an, auch in Eckernförde. Ganz besonders war dies im südlichen Einkaufszentrum Hörst zu spüren, wo Elektrofachhändler Jöhnk seinen Sitz hat. Der Parkplatz direkt vor dem Markt war den ganzen Tag über gut gefüllt, an den Kassen und vor dem Reparaturservice bildeten sich zeitweise Schlangen, die Nachfrage war groß.

„Der 27. Dezember ist für uns der wichtigste Tag im ganzen Jahr“, sagt Uwe Jöhnk. Der zusammen mit seinem Sohn Lasse geschäftsführende Gesellschafter des expert Fachmarkts weiß, dass gerade am ersten Verkaufstag nach Weihnachten die Umsätze in die Höhe schießen. Zu Weihnachten haben sehr viele Gutscheine oder auch gut dimensionierte „Flachgeschenke“ den Besitzer gewechselt, gerade auch in Richtung der jungen Generation. Und da die Kinder und Enkel von dem technischen Equipment vom Smartphone bis zum Laptop, von Bluetooth, iCloud und Android meist viel mehr verstehen als die Eltern oder Großeltern, gibt es statt der Endgeräte eben Geld oder Gutscheine zum Selbstaussuchen.

Uwe Jöhnk kennt das Phänomen, das dem „Black Friday nach Thanksgiving in den USA ähnelt, hat betrieblich auf die besondere Herausforderung reagiert und seiner 35-köpfigen Belegschaft von Mitte November bis 1. Januar eine Urlaubssperre verordnet. Gute Beratung und guter Service mit Werkstatt ist für das eigenständige Familienunternehmen selbstverständlich und ein Markenzeichen, gerade auch in Hochzeiten.

Das schätzen auch Margrit und Helge Stickelbruch aus Damendorf, die seit vielen Jahren Stammkunden bei Jöhnk sind. „Wir beschenken uns nach Weihnachten, da ist es ruhiger“, legen sie ihre Bescherung ganz bewusst auf die Zeit nach dem Fest. Bei Torsten Modi, der wie drei seiner Kollegen auch seit über 30 Jahren für den Eckernförder Elektrofachmarkt tätig ist, wurden beide fündig: Die sportliche Margrit Stickelbruch bekam von ihrem Mann eine Fitness-Uhr, er von ihr eine Kompaktkamera.

Der Standortwechsel von der Rendsburger Straße an den Hörst hat sich für Uwe Jöhnk bezahlt gemacht. „Das ist der beste Standort in Eckernförde“, sagt der Unternehmer, der im Jahr 2000 die neuen Räume bezogen hat und 2013 unter dem Label „expert Jöhnk“ die Verkaufsfläche von 900 auf 1400 Quadratmeter vergrößert hat. Rechnet man die Werkstatt sowie Schulungs- und Sanitärräume hinzu, stehen dem Fachmarkt 2400 Quadratmeter zur Verfügung.

2018 wird Jöhnk seine Internetpräsenz deutlich ausbauen und das gesamte Sortiment auf seiner Online-Plattform anbieten. Bislang ist dort nur ein Teilsortiment verfügbar, das dort auch nicht direkt gekauft, sondern nur reserviert und im Markt abgeholt werden kann. Künftig können die Kunden dort wie im Onlinehandel üblich, bestellen, bezahlen und sich die Ware liefern lassen. Die Umstellung soll laut Jöhnk noch im ersten Quartal 2018 erfolgen.

Trotz der Standortvorteile im Gewerbegebiet Hörst und der guten Infrastruktur mit den Parkplätzen vor der Tür liege der Umsatz nach einer expert-Erhebung für die Fachmärkte im Norden leicht unter dem des Vorjahres, sagt Uwe Jöhnk, der deshalb auch nicht hundertprozentig zufrieden ist. Mit dem Marktplatz Internet, auf dem in seiner Branche mittlerweile etwa 25 bis 30 Prozent des Umsatzes gemacht werden, müssten die Einzelhändler vor Ort umgehen und „ihr Augenmerk auf die übrigen 70 Prozent“ richten und dort erfolgreich arbeiten, geht der Eckernförder Unternehmer pragmatisch und offensiv mit der zunehmenden Online-Konkurrenz um.

zur Startseite
Karte

Kommentare

Leserkommentare anzeigen