2360 Kröten, Frösche und Molche vor dem Straßentod gerettet

Insgesamt 700 Meter lang ist der Amphibienschutzzaun an der L 26. 16 784 Amphibien haben die ehrenamtlichen Nabu-Helfer dort seit 2003 sicher auf die andere Straßenseite zum Laichgewässer Eimersee transpoortiert. Foto: Archiv
Insgesamt 700 Meter lang ist der Amphibienschutzzaun an der L 26. 16 784 Amphibien haben die ehrenamtlichen Nabu-Helfer dort seit 2003 sicher auf die andere Straßenseite zum Laichgewässer Eimersee transpoortiert. Foto: Archiv

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18. Juni 2009, 10:03 Uhr

Eckernförde | Viele freiwillige Helfer haben sich im siebten Jahr für den Amphibienschutz in Eckernförde eingesetzt. Die Ortsgruppe des Naturschutzbundes (Nabu) organisiert seit 2003 die Aufstellung des Krötenzauns an der L 26 (Bundeswehrstraße) und sorgt für den sicheren Transport der Amphibien zu ihrem auf der anderen Straßenseite befindlichen Laichgewässer, dem Eimersee. In diesem Jahr haben die Helfer während des Krötenzugs vom 4. März bis 4. Mai 2360 Amphibien vor dem Tod auf der Straße gerettet, darunter allein 1520 Erdkröten. Seit 2003, dem Beginn der Aktion, verdanken 16 784 Tiere den freiwilligen Helfern ihr Leben: Der Krötenzaun verhindert den Zugang zur Straße, die Tiere landen in den eingegrabenen 60 Fangeimern, die zweimal täglich geleert werden. Die Kröten, Frösche, Eidechsen und Molche sind somit vor dem Tod auf der Straße gerettet worden, meldete der Eckernförder Nabu-Chef Jürgen Schmidt. Er dankte den mehr als 20 Helfern für ihren Einsatz. Der Nabu hat die Einsatzzeit aller freiwilligen Helfer errechnet und kommt in diesem Jahr auf insgesamt 486 Stunden. Die Einsatzzeit suummiert sich somit seit dem erstmaligen Aufstellen des Krötenzauns auf 2587 ehrenamtlich geleistete Stunden für den Naturschutz in Eckernförde.

Ein Einsatz, der sich lohnt. Denn vor allem die langsamen Kröten kamen vor 2003 in Massen unter die Räder, teilte Schmidt mit. Die Finanzierung des "Amphibien-Leitsystems", wie der Krötenzaum im Fachjargon heißt, hat der Nabu von der Stadt und der Bingo-Umweltlotterie finanziert bekommen.

Mit Unverständnis reagierten viele Nabu-Helfer auf den Bau eines Krötentunnels an der B 76, weil dort kaum Amphibien nachweisbar seien, wie Vorsitzender Schmidt berichtet. Haupt-Amphiengebiet in Eckernförde sei der Bereich L 26 / Eimersee. Dort wäre der ideale Platz für einen fest installierten Krötentunnel, der dem Naturschutz von weitaus größerem Interesse wäre als an der b76. Wie der Nabu mitteilte, seien darüber auch der Landesbetrieb Straßenbau und Verkehr sowie das Landesamt für Landwirtschaft. Umwelt und ländliche Räume in Flintbek und weitere Dienststellen informiert worden. Der Nabu habe als "Ausgleichsmaßnahme" für den Eingriff in geschützte Flächen durch den Ausbau der B 76 den Bau einer Amphibienanlage an der L 26, und nicht an der B 76, erwartet.

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