23-Jähriger muss ins Gefängnis

Zwei Jahre und 10 Monate für Einbrüche, Diebstahl, Hehlerei, Drogenkonsum

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23. März 2017, 12:42 Uhr

Der 23-jährige Angeklagte, der gestern vor dem Schöffengericht zu zwei Jahren und zehn Monaten Haft verurteilt wurde, war für Richter Tiedemann kein Unbekannter. Schon 2009 trat der Eckernförder polizeilich in Erscheinung: Beleidigungen, Drogenkonsum, Diebstahl, Hehlerei und Körperverletzung gingen auf sein Konto – mehrfach ist der Eckernförder vom Jugendgericht zu Arbeitsstunden verurteilt worden. Es war eine lange Liste von Straftaten, die die Staatsanwältin gestern Vormittag vortrug. Von April 2015 bis Dezember 2016 hatte der Angeklagte, der direkt aus der Untersuchungshaft in der JVA Neumünster kam, Wohnungseinbrüche in Einfamilienhäusern und Mehrfamilienhäusern begangen, so am Pferdemarkt, im Diestelkamp und in der Berliner Straße. Gestohlen wurde alles, was sich zu Geld machen ließ, um seinen Drogenkonsum zu finanzieren. Ein Einbruch in einen Friseursalon in der Kieler Straße und mehrfacher Diebstahl von Kupferkabeln auf der Großbaustelle am Jungfernstieg gingen ebenfalls auf sein Konto. Im Mai vergangenen Jahres brachen der Angeklagte und ein Freund gleich zweimal hintereinander die Münzautomaten einer Autowaschanlage in der Rendsburger Straße auf.

Aufgrund fehlender finanzieller Mittel war der Angeklagte ab Juni 2016 obdachlos. Allein 15 Einbrüche in Kellerräume auf der Suche nach einer Schlafgelegenheit oder nach Diebesgut im Domstag, Wulfsteert, Kurt-Pohle-Straße, Ostlandstraße und Saxtorfer Weg bis Dezember 2016 wurden ihm zur Last gelegt. Der Konsum von Marihuana und das Fahren ohne Führerschein vervollständigte das Strafregister. Im November 2015 brach der Angeklagte mit einem Kumpel auf der Suche nach Drogen in die Wohnung eines Bekannten ein, der zu der Zeit in Haft saß. „Das war die erste Straftat, mit der alles angefangen hat“, so der Eckernförder, der sich vor Gericht voll geständig zeigte. Als Sohn einer drogenabhängigen Mutter kam er schon als Baby in eine Pflegefamilie, die er mit 16 Jahren verließ. Den Schulbesuch brach er nach der 9. Klasse ab. Schon früh kam er mit Drogen und dem entsprechenden Milieu in Kontakt und geriet schnell auf die schiefe Bahn. „Wenn das Kartenhaus zusammenfällt, mache ich genau das Falsche und nehm’ wieder Drogen“, so der Angeklagte, der in der U-Haft gerade seinen Hauptschulabschluss nachholt.

Aufgrund der Vielzahl der Straftaten und der Wiederholungsgefahr verurteilte ihn das Gericht zu zwei Jahren und 10 Monaten. „Sie brauchen eine gewisse Phase der Stabilisierung in der Haft, bevor Sie eine Therapie antreten können“, so Richter Tiedemann. Den Schulabschluss möge er als einen Neustart nutzen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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