Asylbewerber : 2015 kommen 80 Flüchtlinge: Positive Willkommenskultur

Flüchtlinge und Spätaussiedler erhalten in ehrenamtlich geführten Sprachkursen Deutschunterricht, wie hier von Renate Fink (l.) und Inge Dethlefs (r.) in der Bürgerbegegnungsstätte am Rathausmarkt.
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Flüchtlinge und Spätaussiedler erhalten in ehrenamtlich geführten Sprachkursen Deutschunterricht, wie hier von Renate Fink (l.) und Inge Dethlefs (r.) in der Bürgerbegegnungsstätte am Rathausmarkt.

Die Stadt muss für die Neuankömmlinge weiteren Wohnraum anmieten und setzt auf dezentrale Unterbringung. In der Bürgerbegegnungsstätte wird ein Willkommens-Café eröffnet. Viele Ehrenamtler geben den Flüchtlingen Sprachkurse.

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10. Januar 2015, 06:53 Uhr

Immer mehr Menschen in Not finden in Eckernförde eine neue, zumeist vorübergehende Bleibe. Für 2015 hat der Kreis Rendsburg-Eckernförde dem Ostseebad laut Zuweisungsquote 80 Flüchtlinge, Asylbewerber und Spätaussiedler angekündigt. Das gab Bürgermeister Jörg Sibbel am Donnerstagabend im Hauptausschuss bekannt. Aufgrund der neuen zentralen Aufnahmestelle in Boostedt bei Neumünster dürfte diese Zahl aber noch weiter steigen, vermutet Sibbel. Zum Stichtag 31. Dezember 2014 waren 105 Menschen in Not in Eckernförde untergebracht. Die Zahl der Flüchtlinge und Asylbewerber habe sich in den vergangenen Jahren spürbar erhöht, so Sibbel: Wurden der Stadt 2011 und 2012 noch 9 beziehungsweise 13 Personen zugewiesen, stieg die Zahl 2013 auf 38 und 2014 auf 73.

Die Unterbringung der Asylbewerber, Flüchtlinge und Spätaussiedler habe bisher ausgezeichnet funktioniert. Mit dem Gemeinnützigen Wohnungsunternehmen (GWU) stehe der Stadt ein starker Partner zur Seite, zum anderen habe die Stadt weiteren privaten Wohnraum angemietet. Gerade werde in der Noorstraße ein Wohnhaus hergerichtet, in dem Ende Januar 15 Flüchtlinge einziehen sollen. „Es freut mich besonders, dass die 73 Menschen dezentral übers ganze Stadtgebiet verteilt untergebracht sind“, sagte Bürgermeister Sibbel. Wohnraum gebe es zum Beispiel in der Doroteenstraße, am Pferdemarkt, in der Prinzenstraße, Ostlandstraße oder in der Reeperbahn. „Aber für 2015 werden die Wohnungen nicht reichen, wir werden weiteren Wohnraum anmieten müssen“, sagte Sibbel. Allerdings soll es vermieden werden, zentrale Unterkünfte einzurichten oder Wohnraum in Containern anzubieten.

Sibbel freute sich über die große Akzeptanz in der Bevölkerung und das Verständnis für die Asylbewerber, Flüchtlinge und Spätaussiedler. „In Eckernförde hat sich eine positive Willkommenskultur entwickelt“. Die Menschen würden haupt- und ehrenamtlich gut betreut. Arbeiterwohlfahrt und der Verein Umwelt-Technik-Soziales (UTS), der Baltic Sea International Campus (BSIC) sowie über 50 ehrenamtliche Helfer kümmerten sich um die Betreuung, Integration und Förderung der Asylbewerber, listete der Bürgermeister auf. Es gebe allein 58 ehrenamtlich betreute Angebote, wies Sibbel auf das große Engagement der Bürger insbesondere bei der Sprachförderung hin. Es gebe Deutschkurse speziell für Flüchtlinge am BSIC, bei UTS im H.-C.-Andersen-Weg mit noch freien Kapazitäten, dazu eine Sprachlernwerkstatt in der Kieler Straße sowie rein ehrenamtlich gestützte Sprachkurse im Einzel- und Kleingruppenunterricht in der Bürgerbegegnungsstätte am Rathausmarkt und im Familienzentrum im Saxtorfer Weg. Finanzielle Unterstützung dafür gewähren unter anderem der Kreis (bis 35000 Euro pro Jahr) und die Elisabeth-Eifert-Stiftung.

Darüber hinaus wird am Donnerstag, 15. Januar, um 16.30 Uhr das Willkommens-Café in der Bürgerbegegnungsstätte eröffnet. Es soll Treffpunkt und Kommunikationsplattform zwischen Flüchtlingen, Bürgern und Hilfseinrichtungen mit „thematischem Input“ werden, so Sibbel. Themen wie Arbeitsmarkt oder Anerkennung von Berufsabschlüssen können dort besprochen werden.

Die Nachfragen zu den Anerkennungsverfahren der Asylbewerber nahm der Sozialausschussvorsitzende Heinz-Michael Kornath zum Anlass, dieses Thema auf die Tagesordnung der nächsten Sozialausschusssitzung im März zu setzen.

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