Windkraftjubiläum : 20 Jahre Windstrom aus Nordschwansen

Siegfried Panzer blickt auf 20 Jahre Windkraft in Brodersby zurück.
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Siegfried Panzer blickt auf 20 Jahre Windkraft in Brodersby zurück.

Die Schwansener Energieanlagen oHG feiern am Sonntag das 20-jährige Bestehen der drei Windkraftanlagen in Brodersby. Mit Gästen planen die Betreiber nach einem Treffen bei Musik einen Besuch an den Anlagen.

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13. Juni 2014, 06:00 Uhr

Brodersby | Den Strom für rund 22 000 Haushalte für ein Jahr haben die drei Windkraftanlagen in Brodersby seit ihrer Inbetriebnahme im Juni 1994 erzeugt. Für Siegfried Panzer und seinen Geschäftspartner Hans-Herbert Wamser von der Schwansener Energieanlagen oHG ein Grund zur Feier. Sonntag, 15. Juni, wird das Jubiläum ab 13 Uhr im Gasthaus Victoria gewürdigt.

Wenn Siegfried Panzer (74) heute zurückschaut, dann war es genau die richtige Entscheidung, die ihn und seinen ein Jahr jüngeren Geschäftspartner Wamser bewogen hatten, den ersten Windpark in Schleswig-Holstein zu errichten und zu betreiben. Den Bauantrag hatten sie am Küchentisch ausgefüllt, und innerhalb eines halben Jahres lag nicht nur die Baugenehmigung vor, die drei Windkraftanlagen der Marke Tacke TW 600 waren errichtet und produzierten schon im Sommer 1994 Strom. Die Vorbereitungszeit allerdings dauerte rund vier Jahre, so Panzer. Die Suche nach einem Standort und den richtigen Maschinen war nicht so einfach. Zunächst hatten sie vor, die Anlagen auf Nordstrand im Bereich Strucklandshörn zu installieren. Die Pläne waren auch schon weit gediehen, aber dann fehlten die letzten Zusagen. Dass sie schließlich an der Ostsee landeten war eher Zufall, war doch die Nordseeküste wegen ihres Windes an sich besser, so Panzer.

Seit 1952 Jahren in Winnemark zu Hause fanden sie drei Standorte in Brodersby, zwei erwarben sie, einen pachteten sie. Innerhalb von rund drei Tagen wurde jede der Anlagen mit 50 Meter Nabenhöhe und einem Rotorradius von 43 Metern errichtet. Ein Vergleich zu den Anlagen heute sei kaum möglich, so Panzer. Mit seinem Sohn betreibt er weitere Anlagen in Sachsen, die rund 200 Meter Höhe erreichen und für deren Bauanträge sie zwei PKW´s zum Transport und viele Jahre der Planung benötigten.

Er sei damals von seinem Freund Hans Herbert Wamser vom Windkraft-Virus infiziert worden. Ihre Motivation sei ganz klar gewesen – weg von Atomkraft und der Verfeuerung von fossilen Brennstoffen. „Zu fossilen Brennstoffen gibt es keine bessere Alternative als Windenergie“, ist Panzer heute noch überzeugt. Anders als heute, wo Fondsgesellschaften Windparks errichten, hätten sie damals eine Handelsgesellschaft mit persönlicher Haftung gründen müssen. Mit einer GmbH, und 50 000 Euro Einlage, hätten sie bei keiner Bank Kredit bekommen.

Zu Franz Tacke hatten sie damals einen guten Draht. Er versprach ihnen eine Laufzeit von 20 bis 25 Jahre für die Windkraftanlagen. Die Anlagen wurden stets gut gewartet und liefen recht zuverlässig. Bei einer musste in diesem Frühjahr das Getriebe ausgetauscht werden. Panzer rechnet damit, dass die Anlagen noch rund zehn Jahre laufen. Die Betriebserlaubnis beläuft sich auf 25 Jahre, die er hofft verlängern zu können. Zunehmend Probleme bereiten den Technikern die oftmaligen Abschaltungen der Anlagen durch die Stromabnehmer. Das belaste die Getriebe und Bauteile stark. In 2013 erfolgte das 30 mal. Ärger mit Anwohnern oder Beschwerden habe es in all den Jahren wegen der Anlagen nicht gegeben, sagt Panzer.Die Bürger hätten Ausflüge zu den Anlagen gemacht und sich über sauberen Strom gefreut. Sonntag ab 13 Uhr sind Bürger in den Gasthof Victoria eingeladen. Es wird Musik geben und es werden Fotos vom Aufbau der Windkraftanlagen gezeigt. Ab 15 Uhr sind Besichtigungen der Anlagen geplant.

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