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Vertrag perfekt : 19 Unterschriften fürs Turbo-Internet

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

18 Gemeinden des Amtes Schlei-Ostsee und die Stadt Kappeln haben am Mittwoch den Vertrag zur Gründung eines Breitbandzweckverbands unterzeichnet. Im nächsten Jahr sollen Fördergelder beantragt werden.

Jetzt ist es amtlich, die Tinte unter dem Vertrag gerade erst getrocknet. Das schnelle Internet kann die Menschen in den Gemeinden im Amt Schlei-Ostsee und der Stadt Kappeln schon bald erreichen. 18 Bürgermeister der Region und Kappelns Bürgermeister Heiko Traulsen unterzeichneten Mittwochabend den Vertrag zur Gründung des „Breitbandzweckverband der Gemeinden des Amtes Schlei-Ostsee und der Stadt Kappeln (BZV)“. Aufgabe des BZV ist die Herstellung und Bereitstellung einer qualitativ hochwertigen Breitbandversorgung, insbesondere durch das Vorhalten einer entsprechenden Breitbandinfrastruktur sowie die Vergabe von Dienstleistungskonzessionen an Internetanbieter. Die Satzung des neuen Verbands tritt zum 1. Januar 2016 in Kraft treten.

„Es ist der optimale Zeitpunkt, Bund und Land wollen fördern“, leitete Amtsdirektor Gunnar Bock in die feierliche Vertragsunterzeichnung ein. Daher sei es zugleich der günstigste Zeitpunkt. Amtsvorsteher Rainer Röhl lobte die Zusammenarbeit über die Schlei hinweg mit Kappeln. Man werde sich nun sicher öfter sehen. Und auch Kappelns Bürgermeister Heiko Traulsen, der von Bürgervorsteherin Dagmar Ungethüm-Ancker begleitet wurde, nannte die begründete Zusammenarbeit als historische Chance.. „Das ist eine gute Fusion“, sagte er und danke Amtsdirektor Gunnar Bock und den Bürgermeistern des Amtes Schlei-Ostsee für ihre schnelle Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit Kappeln. Er könne sich einen Ausbau der Zusammenarbeit vorstellen, suche Kappeln doch Gewerbeflächen, die möglicherweise in einem interkommunalen Gewerbegebiet angesiedelt werden könnten. „Breitband ist unerlässlich, um die Menschen in unseren Orten zu halten“, maß er der Vertragsunterzeichnung große Bedeutung zu wohl wissend, das es erst der erste von vielen Schritten sei. Ebenso lobte Ungethüm-Ancker die Schleiüberschreitende Kooperation, die die Region stärke.

Mit der Gründung des Verbands einher geht das erklärte Ziel, dass jeder Haushalt mit einem Glasfaseranschluss (Fiber To The Home; FTTH) angeschlossen werden soll, der eine Übertragungsrate von 50 Megabyte pro Sekunde (Mbit/s) ermöglicht. 215 Kilometer Glasfaser müssten in Schwansen verlegt werden, in Kappeln rechnen die Ingenieure mit 56 Kilometern (wir berichteten).

Mit der Vertragsunterzeichnung kommen auf die Verbandsmitglieder zahlreiche Aufgaben zu. Bei der konstituierenden Sitzung am 13. Januar im Amt Schlei-Ostsee wird zunächst die Wahl eines Verbandsvorstehers und die Verabschiedung der Satzung sein, erläuterte Bock. Danach sollen die Voraussetzungen für den Ausbau des Breitbandnetzes in die Wege geleitet werden. Dazu gehören zum Beispiel die Finanzierung, die Einwerbung von Fördermitteln sowie eine EU-weite Ausschreibung.

Von 226 Gemeindevertretern in den 18 Mitgliedsgemeinden des Amtes hätten 221 für den BZV gestimmt, eine breite und große Unterstützung für das Projekt, so Bock weiter. Jede Gemeinde ist über ihren Bürgermeister Verbandsmitglied. Gemeinden über 2000 Einwohner (Rieseby) schicken einen weiteren Vertreter, Kommunen mit über 5000 Einwohner schicken einen dritten Vertreter in die Verbandsversammlung. Die Gemeinde Goosefeld gehört dem Verband nicht an, da sie über das Netz des Breitbandzweckverbands Hüttener Berge, Dänischer Wohld und Dänischenhagen mit schnellem Internet versorgt wird. Mit einem Baubeginn des Leitungsnetzes wird nicht vor 2017 gerechnet. Bei einem Anschluss von 100 Prozent wird mit 23 Mio. Euro, bei 90 Prozent mit rund 19 Mio. Euro an Kosten gerechnet. Details müssen im Zuge der weiteren Planung geklärt werden, so Bock.

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