"Plant for the Planet" : 1800 Bäume für Grasholz

Zwei Stunden lang pflanzten die Sechstklässler der Jes-Kruse-Skole Bäume im neuen Gewerbegebiet Grasholz. Auch Janne Brückner (r.) und Ida Tode (2.v.r.) waren dabei. Foto: peters
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Zwei Stunden lang pflanzten die Sechstklässler der Jes-Kruse-Skole Bäume im neuen Gewerbegebiet Grasholz. Auch Janne Brückner (r.) und Ida Tode (2.v.r.) waren dabei. Foto: peters

Schülerorganisation aktiviert Jes-Kruse-Schüler zu einer Pflanzaktion.

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07. Februar 2013, 07:33 Uhr

Eckernförde | Am Ende musste sich so mancher Schüler erst einmal trocken legen: 18 Sechstklässler der dänischen Jes-Kruse-Skole haben gestern Vormittag rund 600 Bäume im neuen Gewerbegebiet Grasholz gepflanzt und dabei Kälte, Nässe und beißendem Wind getrotzt.

Die Idee dazu stammte von Felix-René Haß aus Lindau, der sich bei "Plant for the Planet" engagiert. Ziel der Schülerorganisation ist es, bei Kindern und Erwachsenen ein Bewusstsein für globale Gerechtigkeit und den Klimawandel zu schaffen und letzteren aktiv durch Baumpflanzaktionen zu bekämpfen. Weltweit sollen so viele Bäume wie nur möglich als CO2-Speicher gepflanzt werden, um so der Klimaerwärmung entgegenzuwirken. "2007 musste der neunjährige Felix Finkbeiner eine Hausaufgabe über die Klimakrise machen und lernte dabei, dass Wangari Maathai, eine Frau in Kenia, in 30 Jahren 30 Millionen Bäume gepflanzt hat", erklärte Felix-René Haß den elf- bis zwölfjährigen Schülern. "Der Neunjährige folgte dem Vorbild und forderte übers Internet Schüler auf der ganzen Welt dazu auf, in jedem Land eine Million Bäume zu pflanzen." Nach Angaben der Organisation Plant for the Planet haben Kinder und Erwachsene in den folgenden fünf Jahren 12,6 Milliarden Bäume gepflanzt. Das neue Ziel: Bis zum Jahr 2020 sollen 1000 Milliarden Bäume als Kohlenstoffspeicher gepflanzt werden.

Die Organisation wuchs: In Akademien informieren Kinder und Jugendliche mittlerweile über Klimakrise, Verteilungsgerechtigkeit und Weltbürgertum und bilden Gleichaltrige zu Botschaftern aus - weltweit. Ihre Forderungen: 1000 Milliarden Bäume pflanzen, Verzicht auf fossile Energie und Verteilung der jährlichen 600 Milliarden Tonnen CO2 auf alle Menschen. Das sind 1,5 Tonnen CO2 pro Mensch - wer mehr will, muss zahlen (Ein Europäer erzeugt 10 Tonnen, ein Afrikaner weniger als 0,5 Tonnen pro Jahr).

Gute Ziele, fanden die Schüler und griffen zu Schaufel und Spaten, die das Unternehmen "Umwelt, Technik, Soziales" (UTS) / Pro Regio inklusive Projektleiter und Arbeitskräften zur Verfügung gestellt hatte. Die Bäume hatte die Stadt Eckernförde gestellt - insgesamt 1800 Stück. "Wir wollten hier sowieso Bäume pflanzen", sagte Michael Packschies, Abteilungsleiter Naturschutz und Landschaftsplanung der Stadt. "Für die Aktion haben wir noch mehr Bäume angeschafft und werden auch auf weiteren Flächen pflanzen." Bei den Bäumen handelt es sich um heimische Arten wie Haselnuss, Eiche, Buche, Feldahorn und Weißdorn.

Etwa 500 Bäume haben die Schüler gestern auf einem 300 Meter langen Knick gepflanzt, weitere 100 auf einem angrenzenden Gelände. "Eine tolle Aktion", fanden die Elfjährigen Ida Tode und Janne Brückner. "Die Bäume helfen, das CO2 abzubauen." Einige Schüler wollten sogar am Nachmittag freiwillig beim Pflanzen weiterhelfen. Felix-René Haß bleibt am Ball: Er will versuchen, auch weitere Schulen für die Aktion zu begeistern.

http://plant-for-the-planet-sh.org, E-Mail: felix.hass@plant-for-the-planet-sh.org, Tel. 0152/ 24 07 23 26

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