Fischerkoppel : 17 000 Euro pro Stellplatz

Die Fraktionen beraten über den Bau eines Single-Parkdecks an der Fischerkoppel mit einem Netto-Zugewinn von 44 Parkplätzen.
Die Fraktionen beraten über den Bau eines Single-Parkdecks an der Fischerkoppel mit einem Netto-Zugewinn von 44 Parkplätzen.

Der Bau eines Parkdecks an der Fischerkoppel würde 742 000 Euro kosten und 44 zusätzliche Parkplätze bringen.

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31. Januar 2018, 06:53 Uhr

Eckernförde | Fehlende Parkplatzkapazitäten und die intensive öffentliche Debatte haben die SPD-Fraktion veranlasst, erneut die Frage nach dem Bau eines Parkdecks auf dem Berufsschulparkplatz an der Fischerkoppel von der Stadtverwaltung prüfen zu lassen. Schon einmal hatte das Bauamt dort den Bau eines mehrstöckigen Parkdecks aus Kostengründen und Umweltgründen verworfen. Die neue Berechnung basiert auf einem verkleinerten Single-Parkdeck mit einer Ebene, das auf die vorhandene Stellfläche aufgeständert und mit einer 17 Meter langen und 12 Grad steilen Betonrampe von der Bergstraße aus anzufahren wäre.

Die reduzierten Abmessungen von 55 mal 16 Metern sind deutlich geringer als die eines Standard-Parkdecks von 70 mal 32 Metern, bietet aber auch deutlich weniger Stellplätze und ist als Individualplanung auch deutlich teurer. Der Leiter des für den Straßenverkehr zuständigen Tiefbauamtes, Axel Sperber, gab im jüngsten Bauausschuss die dazugehörigen Zahlen bekannt. Durch das Single-Parkdeck würden an der Fischerkoppel 86 neue Parkplätze entstehen, allerdings konstruktionsbedingt auch 42 bestehende Parkplätze entfallen, so dass durch den Parkdeckbau unter dem Strich ein Zugewinn von 44 zusätzlichen Parkplätzen entstehen würde.

Sperber nannte auch die geschätzten Baukosten. Bei 7500 Euro pro Stellplatz würde der Bau 645 000 Euro kosten plus einen 15-prozentigen Zuschlag für die anfallenden Planungs- und Gutachterkosten von 97 000 Euro – macht zusammen 742 000 Euro, was einem Kosten-Nutzen-Verhältnis von knapp 17 000 Euro pro zugewonnenem Parkstand entspricht.

Sperber wies neben den hohen Kosten auch auf die umständliche Erreichbarkeit des Parkdecks wegen der Zufahrten über die Einbahnstraße Bergstraße hin, beim Bau wäre mit Baumverlusten zu rechnen und der Parkplatz werde überwiegend privat von den Anliegern, vor allem den Berufsschülern genutzt.

Der Vorsitzende des Bauausschusses Thorsten Peuster (SSW) entgegnete, dass der Parkplatz Fischerkoppel nachmittags und an den Wochenenden öffentlich von Kirchen- und Friedhofsbesuchern oder Tagesgästen, die über den Petersberg und die Holzbrücke die Innenstadt erreichen, genutzt werde. Frauke Piechatzek (SPD) schlug vor, auch den Kreis Rendsburg-Eckernförde als Hauptnutzer in die Finanzierungsgespräche einzubeziehen.

Die Ratsfraktionen werden über die von der Verwaltung vorgestellten Fakten beraten und sich dann zum weiteren Vorgehen äußern.

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