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Doppeljubiläum in Strande : 150 Jahre Leuchtturm Bülk, 20 Jahre Leuchtturm-Café

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Buntes Programm für Jung und Alt lockt am Sonnabend auf die Bülker Huk.

von
erstellt am 13.Aug.2015 | 06:00 Uhr

Strande | Er weist den Weg zur Zufahrt in die Kieler Förde und warnt vor der Untiefe Stoller Grund – der Leuchtturm Bülk. Vor 150 Jahren wurde er in Betrieb genommen. Doch für die Menschen in der Region ist er noch mehr: 20 Jahre schon versorgt Petra Amelow Einheimische wie Urlauber an dem beliebten Ausflugsziel mit Kaffee und Kuchen sowie norddeutscher Küche und Kultur. Am 15. August wird das Doppeljubiläum mit einem bunten Programm gefeiert.

Als Petra Amelow mit ihrer Familie auf die Bülker Huk zog, hätte sie sich nicht erträumen lassen, was sich daraus ergeben sollte. Leute klingelten bei ihr und fragten, ob sie ihre Toilette benutzen dürften. Andere wollten wissen, ob sie auf den Turm hinaufgehen können. „Es klingelte nicht einmal am Tag, sondern ein paar Mal“, erinnert sich Petra Amelow. „Aus der Situation musst du was machen“, dachte sie sich und bot zunächst Kaffee und Kuchen an. „Ich wollte gucken, wie das angenommen wird und wurde überrannt“, erzählt die Stranderin. Ein Kiosk mit Kaffeegarten entstand, und sie überzeugte das Wasser- und Schifffahrtsamt, den Leuchtturm für Besucher zu öffnen.

2006 bot ihr Getränkehändler August Cohrt den Pavillon an, der am heutigen Café Pennekamp an der Kiellinie stand. Sie nahm an – das Café im Leuchtturm-Pavillon war geboren. August Cohrt habe ihr damals sehr unter die Arme gegriffen. „Er war mein Ziehvater“, erklärt Petra Amelow. Und er hatte wohl den richtigen Riecher – das Café mausert sich zu einer beliebten Adresse. Der Leuchtturm wird auf dem Westufer das, was auf der anderen Seite der Förde das Laboer Ehrenmal ist.

Doch die Freude über die gute Entwicklung währt nicht lange: 2008 kündigt das Wasser- und Schifffahrtsamt an, den Leuchtturm Bülk wegen technischer Neuerungen für die Öffentlichkeit zu schließen und dem dazugehörigen Café die Fläche zu kündigen. Für Petra Amelow bricht eine Welt zusammen. Doch sie bleibt mit ihren Sorgen um die Zukunft des Leuchtturm-Pavillons nicht allein. 6000 Unterschriften von Bürgern fordern seinen Erhalt und zeigen, wie wichtig der Leuchtturm für die Menschen ist – nicht nur Touristen, sondern auch Einheimische. Landtag und Bundestag werden eingeschaltet, und schließlich gibt es nach aufreibenden Wochen einen Kompromiss: Der Turm bleibt geöffnet, der Pavillon wird lediglich ein paar Meter weiter Richtung Wasser versetzt.

Petra Amelow geht gestärkt aus der Krise, startet mit neuer Kraft durch. Neben Wasser, Wind und Sonnenschein locken kulturelle Angebote Besucher auf die Bülker Huk. Im Jubiläumsjahr weitet die Café-Besitzerin das Programm noch etwas aus: Ab Herbst werden Autoren aus ganz Deutschland jeden Freitagabend für Diskussion und Unterhaltung sorgen.

Das Jubiläum möchten Amelow und ihre Familie nutzen, um Dank zu sagen – den Kunden, aber auch ihren Lieferanten. „Mit vielen Firmen arbeite ich seit 20 Jahren zusammen. Das sind schon eher Freundschaften“, sagt Petra Amelow, die großen Wert darauf legt, dass nur Waren aus Schleswig-Holstein den Weg in ihre Küche nehmen. Einzige Ausnahme: Der Leuchtturm-Wein, der zum Jubiläum aufgelegt wurde. Ein Spätburgunder und ein Grauburgunder aus dem Rheinhessischen.

Dass es schon 20 Jahre sind, die sie Besucher der Bülker Huk bewirtet, kommt der Stranderin beim Blick zurück gar nicht so lange vor. Der Blick nach vorn ist hoffnungsvoll. Amelow: „Mal gucken, was die Zukunft noch bringt. Ich bin optimistisch, dass auf Bülk noch was passiert.“

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