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Dänisches Jahrestreffen : 1100 Dänen feiern in Eckernförde

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

70. Jahrestreffen „Arsmøde“ auf dem IF-Sportplatz / Politiker bekennen sich zur kulturellen Vielfalt im Land

shz.de von
erstellt am 12.Jun.2017 | 06:54 Uhr

Ganz im Zeichen des rot-weißen Danebrogs stand das Ostseebad am Sonnabend. Schon um die Mittagszeit erfreuten die Dänen die Passanten mit Musik in der Innenstadt. Anschließend versammelten sie sich an der Stadthalle für den traditionellen Umzug durch die Stadt, um mit musikalischer Untermalung den Festplatz, (Sportplatz des Eckernförde IF) zu erreichen. Auf dem Gelände wurde das 70. Jahrestreffen „Arsmøde“ gefeiert. Der Danebrog, wie die dänische Nationalfahne heißt, wurde von Magnus Werner feierlich vorweg getragen.

Mit dem Marsch erinnern die Dänen jedes Jahr an den Eklat von 1951. Noch unter britischer Besatzung war das öffentliche Präsentieren von Nationalfahnen verboten. Die Minderheit hatte also den Danebrog eingerollt und festgebunden. Jedoch löste sich der Knoten, und die Fahne wehte frei im Wind. „Wir haben den Knoten nicht so besonders fest gezogen wie sonst. Dann hat er sich irgendwann halt gelöst“, erinnert sich Zeitzeuge Hans-Jörg Petersen (87). Heute darf die Fahne frei gezeigt werden und wies den Dänen den Weg durch die Kieler Straße bis zum Festgelände. „Wir sind sehr zufrieden mit dem Umzug und der musikalischen Begleitung“, sagte Organisatorin Gitte Hougaard-Werner, Vorsitzende des Arsmøde-Ausschusses im Sydslesvisk Forening (SSF).Begleitet wurde der Umzug auch in diesem Jahr durch das dänische Pfadfinder-Orchester (FDF). Vertreter der Politik ließen es sich nicht nehmen, das Fest zu besuchen – so auch Landtagspräsident Klaus Schlie (CDU). Dieser betonte: „Kulturelle Vielfalt darf nicht eingeebnet werden darf. Im Gegenteil, es gilt diese Vielfalt zu fördern.“ Auch die dänische Kultur- und Kirchenministerin Mette Bock (Liberal Alliance) saß zwischen ihren Landsleuten auf dem Sportplatz. Sie bedauerte es, dass an den dänischen Schulen in Deutschland „zu wenig dänisch gesprochen“ werde. Sie befürchtet, dass dadurch auch die Identität der Minderheit zum Teil verloren gehen könne. „Schule ist Kulturträger“, erinnerte die Ministerin. Sie verwies darauf, dass nur zehn bis 15 Prozent der Schüler einen hundertprozentigen dänischen Hintergrund haben – so zum Beispiel bei Familie Sifferlin aus Eckernförde. Die beiden Mädchen Adeline (6) und Alizée (10) besuchen die Dänische Schule in Eckernförde. Dabei ist Vater Mario Deutscher und Mutter Sandrine Französin. Ihnen gefiel das Konzept an der dänischen Schule besser als der anderen.

Bürgermeister Jörg Sibbel betonte, dass die Dänen zur Kultur der Stadt gehören. Landrat Rolf-Oliver Schwemer freute sich darüber, dass die staatliche Grenze hier nie eine Rolle gespielt habe. Auch Christoph Christiansen (Vorsitzender Ortsverband SSW und Mitglied des Kreistages), Jette Waldinger-Thiering (MdL/SSW) sowie Annemarie Thorup und Horst-Werner Knüppel von der Slesvig-Ligaen wendeten sich mit Grußworten an die Besucher.

Vor allem für die Kinder hatten die Organisatoren einiges vorbereitet. So konnten sie zwischen zwei Hüpfburgen auswählen oder sich im improvisierten Pool abkühlen. Natürlich durften auch Hot-Dogs und original dänisches Softeis nicht fehlen. Auch war ein Zauberer eingeladen, der die Kinder während der Reden unterhielt. In einem ein Quiz über Dänemark konnten die Gäste ihre Kenntnisse über das Nachbarland testen. Für Schwindelfreie gab es die Möglichkeit, Getränkekisten zu stapeln und an ihnen emporzuklettern. Musikalisch sorgten die Kinder der dänischen Kita und der Schule für Abwechslung. So der „Megachor und Band“ der Jes Kruse Skolen aus Eckernförde. Sie hatten für das Fest mehrere dänische Lieder eingeübt. Den Höhepunkt bildete die Akkrobatikvorführung der „Hedenstad Talentholdet“, die zum dritten Mal ihr Können in Eckernförde zeigten. Mit halsbrecherischen Salti und genau abgestimmten Tanzelementen zogen sie die Gäste in ihren Bann. „Es ist immer so gemütlich hier, und die Kinder freuen sich jedes Jahr auf die Aufführung“, sagte Teamleiterin Heidi Jakobsen. Dafür hatten die acht bis 15-Jährigen lange geübt. Die anspruchsvollen Sprünge mussten genau abgestimmt sein.

Am Abend gab es noch eine große Tombola. „Der Erlös soll der Aktion „Hal for alle“ zugute kommen“, erklärte Hougaard-Werner.

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