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Eckernförder Zeitung

22. September 2017 | 10:21 Uhr

Kanusport : 110 Kilometer über die Ostsee

vom
Aus der Redaktion der Eckernförder Zeitung

Acht Teams, drei Etappen, an zwei Tagen / Groß Wittenseer Auslegerkanu startet beim „Rugia Hoe Rennen“ vor Rügen

von
erstellt am 16.Sep.2017 | 06:12 Uhr

Groß Wittensee | Acht deutsche Teams mit jeweils bis zu zwölf Sportpaddlern – darunter viele ehemalige Olympiasieger und Weltmeister aus dem Kanu- und Drachenbootsport – gingen beim zweitägigen Langstreckenrennen über 110 Kilometer in fünf Etappen auf der Ostsee vor der Ostküste von Rügen auf die Strecke.

Der „ECKsen-ECKspress“ aus Groß Wittensee/Eckernförde war mit elf Aktiven und zwei Supportern sowie dem 13,5 Meter langen und 130 Kilogramm leichten Auslegerkanu angereist. Zusammengesetzt aus verschiedenen Drachenbootvereinen trat das Team, bestehend aus fünf „ECKsen“ und sechs Gästen, an, um die Herausforderung zusammen mit sieben anderen Teams aus ganz Deutschland zu meistern. „Mit dem höchsten Frauenanteil (fünf Frauen) im Team und einem Durchschnittsalter von 53 Jahren waren wir keine Anwärter auf vordere Plätze, aber darum ging es uns auch gar nicht“, schildert Steuermann Jörg Oppor aus Groß Wittensee.

Die Wetterverhältnisse waren gut, Regen nur am Abend, als alle Teilnehmer zum Essen im Zelt am Strand zusammenkamen. Ansonsten gab es oft Sonne, reichlich Wind von 4 bis 5 Windstärken vorwiegend aus Westsüdwest mit entsprechend bis zu zwei Meter hohen Wellen. Die ersten beiden Etappen über 27 und 22 Kilometer konnten bravourös gemeistert werden mit Durchschnittsgeschwindigkeiten von je rund zehn Stundenkilometern in einer Gesamtzeit von 4:53 Stunden.

Sonnabend ging es dann bei Windstärke vier bis fünf über drei Etappen mit 17, 25 und 17 Kilometer von Sellin über Sassnitz zur Jasmunder Kreideküste und zurück. Dabei gab es zwei Wechsel jeweils am Kieselstrand bei Sassnitz, die es in sich hatten, denn wie sich zeigen sollte, drückten auflandiger Wind und Wellen das Boot kräftig gegen das steinige Ufer, das zudem schnell abfiel. „Ein- und Aussteigen war also nichts für Weicheier“, scherzt Oppor. Da die Wechsel vorher in dieser Teamzusammensetzung nicht geübt werden konnten, brauchte das einige Minuten. „Vor der beeindruckenden Steilküste des Nationalparks Jasmund hatten wir dann schöne rollende bis zu zwei Meter hohe Wellen von achtern. Bei solchen Wellen fängt der Spaß im 13,5 Meter langen Auslegerkanu erst richtig an“, schildert Paddlerin Angelika Sieh begeistert ihre Eindrücke.

Kurz vor dem Wendepunkt etwas vor dem Königsstuhl lag das Team noch in Sichtweite zu den anderen Booten. Dort angekommen fing die Plackerei dann so richtig an, denn nun nach der Wende am Wendeboot wurde gegen Wind und höhere Welle gefahren. Mühsam kämpfte sich das Team wieder nach Sassnitz zur Wechselstelle. In Sassnitz angekommen gab es wieder einen Wechsel: Drei Paddler wurden ausgetauscht, der Steuermann fuhr die gesamte Strecke durch, die bis hierher schon bei allen ihre Spuren hinterlassen hatte.

„Nach endlos erscheinenden 6:10 Stunden erreichten wir nur zehn Minuten nach dem siebten Boot, von vielen Sportlern und Zuschauern empfangen und angespornt, das Ziel“, freut sich Anke Wilke aus Groß Wittensee. „Als Steuermann kann ich sagen, ich war danach richtig platt – und überaus glücklich und stolz auf mein Team“, meinte Jörg Oppor nach dem Rennen.

Die Gesamtzeit für die 110 Kilometer betrug für das schleswig-holsteinische Mixed-Boot 11:06:12 Stunden, der Sieger, die Beast Boys mit Magdeburger und Berliner Männern war nach 8:49:35 Stunden im Ziel. „ Dem Veranstalter und der ausrichtenden Gemeinde Sellin können wir ein ganz dickes Lob für eine tolle Veranstaltung aussprechen“, schließt Teamchef Jörg Oppor das Event zufrieden ab, der eine Veranstaltung dieser Art gerne in die Eckernförder Bucht holen möchte.  

>Folgende Paddler saßen im „Ecksen Eckspress“: Martin Retzlaff (Schwerin), Anke Wilke (Groß Wittensee), Dr. Karen Volkers (Erfde), Wilfried Meier (Emden) und Marianne Retzlaff (Schwerin), Heiko Sielski (Riesa), Katharina Jonas (Riesa), Jens Bradler (Groß Wittensee), Angelika Sieh (Groß Wittensee) und Markus Albrecht (Hameln).




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