Jubiläumskonzert : 100 Jahre und kein bisschen leise

In der Borbyer Kirche präsentierte der Posaunenchor Borby ein Festprogramm aus Anlass des 100-jährigen Bestehens des Chores.
In der Borbyer Kirche präsentierte der Posaunenchor Borby ein Festprogramm aus Anlass des 100-jährigen Bestehens des Chores.

Borbyer Posaunenchor begeistert die Zuschauer beim Jubiläumskonzert mit einem abwechslungsreichen Musik-Programm.

shz.de von
09. Oktober 2017, 06:22 Uhr

Eckernförde | 100 Jahre alt und kein bisschen leise: Allen Grund zum Feiern hatte der Borbyer Posaunenchor anlässlich dieses seltenen Jubiläums. Möglicherweise ist er sogar noch etwas älter, bereits 1915 wurden Instrumente gekauft. Aber erst 1917 wurde der Posaunenchor in die offiziellen Archive der Nordelbischen Posaunenmission aufgenommen. Mit der 100-Jahr-Feier in diesem Jahr war man also auf der sicheren Seite.

1987 übernahm Pastor Rainer Kluß die Leitung des Posaunenchores und die Bläser-Ausbildung. Er dirigierte auch den wesentlichen Teil des Jubiläums-Programms, das zwischendrin vom Landesposaunenwart Werner Petersen durch Wissenswertes zur Musik und der Entstehungsgeschichte der Titel ergänzt und aufgelockert wurde. Ein würdiger Rahmen für das Jubiläumskonzert, in dem nicht nur kirchliche Titel, sondern auch weltliche Töne und sogar Film-Musik erklangen.

Den größten Teil des Abends dirigierte Rainer Kluß, der Kieler Tubist Björn Brusgatis unterstützte ihn dabei. Damit bot der Borbyer Posaunenchor mit 25 engagierten Mitgliedern und Gästen aus den Posaunenchören St. Nicolai, Krusendorf und Hütten ein abwechslungsreiches Programm, in dem die „Morgenstimmung“ von Edvard Grieg eine besondere Rolle spielte – wurde sie doch zum Schluss als Zugabe wiederholt. Sie sollte auch eine Aufbruchstimmung erzeugen. Junge Bläser werden gesucht. Mehrfach wurde dazu ermutigt, doch in den Posaunenchor einzutreten. „20 Erwachsene sind in der Jungbläser-Gruppe dabei – nur Mut“, erinnerte Rainer Kluß an die Freuden, in einem Ensemble regelmäßig Musik zu machen.

Vielfalt war angesagt im Jubiläumsprogramm: Es erklangen Werke aus verschiedenen Zeiten von Barock bis in die Gegenwart. Gut anzuhören und so begeisternd gespielt, dass die Konzertbesucher sich mit stehendem Applaus bedankten. Werke unbekannter Komponisten wie Ludovico Viadana (um 1560 bis 1627) bis Antonio Vivaldi oder Claudio Monteverdi waren dabei.

Bekannter als die Namen der Komponisten waren Werke aus dem kirchlichen Bereich wie die Reformations-Intrade von Friedrich Weil, „Nun lasst uns Gott dem Herren Dank sagen“ oder „Nun danket alle Gott“ von Traugott Fülfgeld. Zu den unbekannten Namen zählte auch der Komponist Stefan Dan Nilsson, dessen „Gabriellas Song“ aus dem Film „Wie im Himmel“ wohl den meisten bekannt war. „Gute-Laune-Musik“, die man fröhlich unter der Dusche oder beim Sommerspaziergang vor sich hin pfeifen könnte. „In diesem Sommer war alles gleichzeitig möglich“, sagte Werner Petersen mit einem Augenzwinkern. Fröhliche, generationsübergreifende Stimmung sollte neue Mitglieder zum Mitspielen animieren.

Schön wäre es und nötig, damit in ferner Zukunft einer 200-Jahr-Feier nichts im Wege steht.


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