Riesebyer DRK feiert Jubiläum : 100 Jahre DRK: Immer zur Hilfe bereit

Glückwünsche gab es auch vom DRK Kreisverbands-Vorsitzenden, Dr. Markus Göldner, für den DRK-Vorstand um Vera Hansen, Waltraut Folge und Helga Damm.
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Glückwünsche gab es auch vom DRK Kreisverbands-Vorsitzenden, Dr. Markus Göldner, für den DRK-Vorstand um Vera Hansen, Waltraut Folge und Helga Damm.

150 Gäste und Gratulanten beim 100. Geburtstag des DRK-Ortsvereins / Jubiläumsfeier für alle Bürger am 30. Juni

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27. März 2017, 06:41 Uhr

Rieseby | „Ja, wir sind 100 Jahre alt und haben uns gut gehalten“, resümierte die DRK-Vorsitzende Waltraut Folge zur Begrüßung. Zahlreiche Ehrengäste hatten den Weg zur Feier gefunden und zeigen damit die Verbundenheit und ihre Wertschätzung gegenüber dem DRK Ortsverein. Ein besonderer Gruß galt den Mitgliedern: „Denn sie sind die tragenden Säulen des Vereins“, betonte Waltraut Folge.

Mit einem bunten Liederstrauß eröffnete der Gesangverein Rieseby, unter Leitung von Valentin Janot, den Festakt vor rund 150 Gästen im Sportheim. In humorvoller Weise gaben Folge und ihre Stellvertreterinnen Helga Damm sowie Vera Hansen einen Rückblick auf die vergangenen 100 Jahre des Ortsvereins. Der Rückblick sollte auch Dank und Erinnerung an jene sein, die sich den humanitären Diensten in besonderer Weise verschrieben haben und sich in die große Gemeinschaft derer einreihen, die sich über Ländergrenzen, Völker und Religionen hinweg, unter dem Zeichen des Roten Kreuzes vereinten, um Hilfe zu leisten.

Es war Elisabeth Illies, die 1917, als die Versorgung der Bevölkerung ebenso schwierig war, wie die der Soldaten, in Rieseby gleichgesinnte Frauen fand unter dem Zusammenschluss Väterländischer Frauenverein. Waltraut Folge berichtete, dass von Beginn an der junge Verein tatkräftig arbeitete. Es gab 1918 eine Sammlung für das Reservelazarett in Eckernförde, die Gemeinde erhielt Unterstützung bei der Einstellung einer Gemeindeschwester, es wurden auch Windelwochen für Säuglinge veranstaltet.

1949 nahm das DRK Rieseby an der Großaktion zur Bekämpfung der Rachitis teil, es gab eine tägliche Verteilung von Lebertran. Es wurde von der Suppenküche in St. Petersburg berichtet und aus Zeiten als das DRK die sogenannten Butterberge verteilte. Erinnerungen an die Bereitschaftsführung von 1939 bis 1945 unter der Leitung von Elisabeth Kühl und ihren Nachfolgern wurden aufgefrischt.

1978/79 schneite ein Zug ein, die Fahrgäste mussten mehrere Tage untergebracht und verpflegt werden, ein unvergessliches Erlebnis für alle. Das Interesse der Festgäste war spürbar, die Berichte zur Zeitgeschichte brachten die Vorstandsmitglieder lebhaft und mit viel Einfühlungsvermögen, vor. Gerne würde der Der Ortsverein zählt 194-Mitglieder starke-Ortsverein wieder eine Jugendrotkreuzgruppe ins Leben rufen. Mitglieder die sich berufen fühlen, werden unterstützt, versicherte der Vorstand.

Seit vielen Jahrzehnten werden aus der Kleiderkammer Pakete nach Masuren und an ein Kinderheim in Litauen Weihnachtspakete verschickt. Die vielen Aktivitäten im Dorf von der Seniorengymnastik, über Kleiderkammer, Tanzgruppen, Basar-Handarbeitskreis, Wandern, Spiele-Nachmittage und Besuche sind nicht wegzudenken. Folge bedankte sich bei allen Mitgliedern, sie wisse dass alles nur funktioniere, wenn viele Hände immer dann da sind, wenn sie gebraucht werden.

„Das ehrenamtliche Engagement in Rieseby ist sehr hoch, mit Demut blickt man in die Zeit zurück, unter welchen Umständen der Väterländische Verein gegründet wurde“, bemerkte anerkennend Dr. Markus Göldner, Vorsitzender des DRK-Kreisverbandes, in seinen Grußworten und überbrachte Urkunde und Geldgeschenk für das Geburtstagskind. In alter Verbundenheit hob der Vorstand auch die Verdienste von Marie-Alix, Herzogin zu Schleswig-Holstein, hervor, die nicht dem Festakt beiwohnen konnte.

Mit viel Herzlichkeit überbrachte Bürgermeister Jens Kolls die Gruß- und Dankesworte der Gemeinde und des Amtes Schlei-Ostsee. In seiner Ansprache erinnerte er an die Worte von Henry Dunant, zur Entstehungsgeschichte der internationalen Rotkreuzbewegung: „Der Mensch allein, vorübergehend losgelöst von seinen persönlichen Überzeugungen und Sympathien, über Uniform, Sprache, Rasse, Religion, ja über Feindseligkeit und Groll hinaus gibt den Ausschlag, um seinen Mitmenschen die Hand zu reichen, einfach weil dieser leidet. Wir sind alle Brüder.“ Im Hinblick auf den DRK Ortsverein Rieseby weiß Kolls: „ Viele Riesebyer haben sich ehrenamtlich im DRK engagiert, das zeugt von einem lebendigen Verein. Ohne Euch ist das Dorfleben, eine Dorfwoche undenkbar.“

Die Verbundenheit zur Kirche stellte Pastor Jörg-Michael Schmidt mit klaren Worten hervor: „Die christliche Nächstenliebe unter dem Zeichen des Kreuzes verbindet uns. Für das Ehrenamt gilt es Wertschätzung und Dankbarkeit zu zeigen, ohne dieses Ehrenamt wäre das alles, was ihr im Ortsverein leistet, nicht möglich. Im Großen wie im Kleinen.“ Als Geburtstagsgeschenk überreichte Pastor Schmidt eine Glocke mit den Worten: „Ihr seid so leise und doch so wichtig.“

Der Ortsverein lädt alle Bürger ein, das 100-jährige Bestehen am 30. Juni ab 20 Uhr in der Sporthalle mitzufeiern. Mit einem Tanzabend und einer großen Tombola wird im Rahmen der 45. Dorfwoche das Ereignis noch einmal gewürdigt.  

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