1. Januar: An diesem Tag gilt nur der Moment

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05. Januar 2015, 15:44 Uhr

Der erste Tag des neuen Jahres. Den ich – wie in den vergangenen Jahren auch – mit einem ausgiebigen Spaziergang in Damp an der Ostsee beginne. Diese Neujahrsspaziergänge sind zu einem vertrauten Ritual geworden.

Ich gehe immer schon sehr früh aus dem Haus. Weil es für mich nichts Schöneres gibt, als zuzuschauen, wie sich die Nacht langsam hinwegschleicht, und der Tag beginnt. Die Wellen der Ostsee begleiten meine Schritte, genau so der Wind. Ich kann in Ruhe meinen Gedanken nachhängen oder einfach übers Meer oder in den Himmel schauen. Niemand außer mir ist unterwegs, so dass ich ein wenig das Gefühl habe, die ganze Welt gehöre mir.

Diese Neujahrsspaziergänge lassen in jedem Jahr eine tiefe Ruhe in mir einkehren – an jedem 1. Januar ist es mir geradezu egal, ob das Jahr gut oder weniger gut wird. An diesem Tag gilt nur der Moment. Der auch deshalb so kostbar ist, weil er für eine kurze Zeit mir allein gehört. Ich werde durch nichts gestört – im Gegenteil: die Wellen beruhigen mich, der Wind streichelt mich. Jedes Jahr ist der 1. Januar ein ganz besonderer Tag für mich.

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