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Eckernförde THW zeigt sich von der besten Seite

Von Udo Hallstein | 10.09.2012, 07:47 Uhr

Ortsgruppe des Technischen Hilfswerks präsentiert sich anlässlich des 60-jährigen Bestehens in der Innenstadt

Blaulicht, ab und zu das Martinshorn - das THW war nicht nur mit schwerem Gerät sondern auch lautstark auf dem Platz der ehemaligen Standortverwaltung vertreten. "Ist was passiert ?", war dann auch die Frage von Margot Mertensen, die sich zunächst keinen Reim auf den technischen Aufmarsch der Eckernförder Ortsgruppe des TWH machen konnte. Beruhigen konnte sie der Gruppenführer Andreas Dördelmann, der nicht nur ihr erklärte, dass die Ortsgruppe anlässlich des 60-jährigen THW-Jubiläums auf sich aufmerksam machen will.

Zwei schwere Gerätekraftwagen auf dem Platz, beim Gänsemarkt das Jugend-THW und am Hafen das Spezialfahrzeug der Fachgruppe "Wassergefahren" war der Plan, um einen Einblick in die vielfältigen Aufgaben der Eckernförder Ortsgruppe zu geben, die zusätzlich maritim spezialisiert ist. "Dazu gehört auch die Bergung von gestrandeten Booten", berichtete Ortsbeauftragter Christian Köhn, der sich noch gut an den Fall erinnern konnte, als eine gestrandete Segelyacht vom Südstrand wieder ins tiefe Wasser verbracht werden musste. "Eher Routine sind dann schon Einsätze, bei denen nach einem Platzregen Keller leergepumpt werden müssen", weiß Köhn der auch die enge Zusammenarbeit mit der Feuerwehr schätzt.

"Willst Du mal hinter das große Lenkrad?" Eine Frage, die sich der dreijährige Luca Schanzmann nicht zweimal stellen ließ. Mit einem kleinen Hinweis fand er dann auch den Knopf für das Blaulicht und Martinshorn, nach dessen Ertönen vor Schreck nicht nur er, sondern auch die umsitzenden Kaffeebesucher sich die Ohren zuhielten.

Während die aufgeklappten Seitenwände der Fahrzeuge allerhand technisches Gerät zeigten und jeder der Männer aus dem Schlaf heraus den Inhalt der Fächer und Schubladen benennen könnte, bereiteten die Helfer die Demonstration der hydraulischen Blechschere und des Spreizwerkzeuges vor, das im schlimmsten Fall eingeklemmte Unfallopfer befreien hilft. "Mit unserer Technik könnten wir hier auch jedes vorbeikommende Auto zum Cabrio machen", schmunzelt Helfer Björn Märten (22), der seit seinem elften Lebensjahr dabei ist.

Neben Fragen über die Aufgaben des THW interessierten sich die Vorbeikommenden auch für Ausbildung, mögliche Bezahlung und Anzahl der Einsätze und waren erstaunt, dass 99 Prozent des Personals ehrenamtlich arbeitet und dass die Organisation dem Innenministerium untersteht.

Rund 25 Jugendliche umfasst die Jugendabteilung, von denen sieben am Gänsemarkt zeigten, was bei der THW-Jugend so gemacht wird. "Das Wichtigste ist der Umgang mit Technik und Werkzeug", erklärte Thilo Aschendorf (12). Das Ergebnis aus dieser Ausbildung stand in Form einer selbst gebauten und entworfenen Hollywoodschaukel nur ein paar Meter weiter, in der auch so mancher Besucher mal zur Probe saß. Wenig spektakulär die Demonstration am Hafen: "Der Flohmarkt hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht, so können wir unser Gerät nur zeigen aber nichts machen", bedauerte Köhn, der gerne die besonderen Möglichkeiten der Fachgruppe "Wassergefahren" gezeigt hätte.

Wie in anderen ehrenamtlichen Bereichen hat auch das THW Personalprobleme: "Nicht bei den Jugendlichen, da gibt es eine Warteliste," sagt Stephan Suhr, zuständig für Öffentlichkeitsarbeit. "Uns fehlt es an Führungspersonal, das bereit ist, Verantwortung zu übernehmen." Tätigkeiten gebe es für jeden, auch die Generation 60+ sei da durchaus gefragt. "Auch privat kann man das Wissen und die Lehrgänge, die man hier erwirbt, nutzen", ergänzt Märten.