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Eckernförde THW-Eckernförde trotzt den Elbefluten in Lauenburg

Von gk/ez | 25.06.2013, 03:59 Uhr

Einsatz am Elbufer hat sich gelohnt: Hilfskräfte konnten Schlimmeres verhindert

Die Pegelstände sinken zwar wieder Richtung Normalmaß, die Folgen der Flut allerdings sind für die Bewohner in die überschwemmten Dörfern und Städten katastrophal. Viele von ihnen haben viel, wenn nicht alles verloren, der materielle Schaden ist immens, versichert gegen Hochwasser sind die wenigsten.

Kleiner Trost in schwerer Zeit: die Hilfsbereitschaft der Menschen und Organisationen wie Feuerwehr, THW, Bundeswehr oder DLRG. Mit dabei war auch die 1. Bergungsgruppe des Technischen Hilfswerk Eckernförde. Am Nachmittag des 17. Juni ging der Alarm ein. Der Auftrag lautet: Deichsicherung in Lauenburg an der Elbe Elbe. Die Gruppe unter der Leitung des erfahrenen Andreas Dördelmann rückte mit einem Gerätekraft- und Transportwagen noch am gleichen Nachmittag aus und traf gegen 19.30 Uhr in Lauenburg ein und meldete sich beim Meldekopf der Katastrophenschutzeinheiten. Und dort erwartete die THW-Helfer aus dem Ostseebad gleich eine Nachtschicht. Einige von ihnen waren bereits das zweite Mal binnen einer Woche im Hochwassergebiet der Elbe. In der Woche zuvor waren 17 Mitglieder der Schnell-Einsatzgruppe in Dömitz in Mecklenburg-Vorpommern.

Die Lage war anfangs noch kritisch. Die Gruppe "Wassergefahren" unter Leitung von Andreas Aschendorf inspizierte täglich die durchweichten Deiche und barg gefährliches Treibgut aus dem Fluss, um zu verhindern, dass Türen, Kühlschränke oder Bäume die ohnehin weichen Deiche nicht beschädigen. Der Kran des Ortsvereins Eckernförde und das Mehrzweckarbeitsboot der Fachgruppe "Wassergefahren" wurden wegen dieser wichtigen Aufgaben nach anfänglichen Transportarbeiten von Magdeburg nach Lauenburg versetzt. Zudem wurde die Mannschaft von zwei auf vier Helfer erhöht. Das Mehrzweckarbeitsboot diente Bergungs- und Inspektionsfahrten. Mitte vergangener Woche wurden die Eckernförder dann von THW-Helfern aus Hamburg-Eimsbüttel abgelöst. Sonntagnacht beendete auch Stephan Suhr seinen Einsatz in der mobilen Kommunikationszentrale des THW in Lauenburg.

Die Schutz- und Deichanlagen in Lauenburg haben gehalten. Die Altstadt blieb weitgehend trocken, die Hilfskräfte haben die Schutzwälle aus Sandsäcken mittlerweile abgebaut. Falls unvorhergesehen weitere Hilfseinsätze notwendig sein sollten - das THW Eckernförde steht bereit. Die in Eckernförde zur Verfügung stehenden und von den Arbeitgebern freigestellten THW-Mitglieder sind weiterhin in Alarmbereitschaft. Bei weiteren Aufträgen muss auf die Reservehelfer zurückgegriffen werden. Daher appelliert das Technische Hilfswerk insbesondere an die Arbeitgeber seiner Helfer, diese für die technische Hilfe freizustellen. Das Technische Hilfswerk ist eine Bundesanstalt, die zu 99 Prozent aus ehrenamtlichen Helfern besteht. Die im Zusammenhang mit einem Einsatz entstehenden Kosten für den Mitarbeiter werden den Arbeitgebern in voller Höhe erstattet. Die ehrenamtliche Tätigkeit der freiwilligen Mitarbeiter ist gesetzlich geregelt. Die Leitung des THW dankt aus aktuellem Anlass den Firmen, die ihre Mitarbeiter unkompliziert für ihren humanitären Einsatz freistellen.