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Neubau „Schweißen reicht nicht mehr“

Von dis | 11.07.2014, 06:00 Uhr

Entwässerungsausschuss beschließt Investitionen ins Klärwerk Revkuhl

Die Kläranlage Revkuhl kommt in die Jahre. Auch wenn Klärwerker Rainer Lange viele Reparaturen selber ausführt und die Anlagen wartet, irgendwann „reicht Schweißen nicht mehr“, sagte Lange. Wenn dann auch keine Originalersatzteile mit Garantie mehr beschafft werden können, dann hilft nur eine Neuanschaffung. Zu dem Schluss kamen Mittwochabend die Mitglieder des Ausschusses Ortsentwässerung Nordschwansen in ihrer Sitzung. Einstimmig votierten sie unter Vorsitz von Günther Wöhlk für den Kauf einer neuen Feststoffpresse als Ersatz für eine Anlage aus den Anfängen des Klärwerks 1986. Der Ausschuss beschloss 15 000 Euro im ersten Nachtrag 2014 bereitzustellen. Die Anlage entwässert die aus dem Abwasser in der Siebtrommel entfernten Feststoffe, um die zu entsorgende Menge deutlich zu reduzieren, so Lange. Die Anlage arbeitet zweimal am Tag für drei Minuten.

Investieren will der Ausschuss auch in die Anschaffung eines neuen Abwassermengen-erfassungsgerätes. Rund 3500 Euro werden bereitgestellt. Dass Bedarf nach Ersatz ist, war bei Messungen durch die Firma Enwacon festgestellt worden. Diese erstellte Messreihen zum Stickstoffgehalt im Ablauf der Teichkläranlage. Dabei waren Differenzen beim Volumen des Einlaufs und des Ablaufs festgestellt worden. Eine Ursache sei vermutlich die Messungenauigkeit der fast 20 Jahre alten Altmessanlage, so Helge Tepperies von Enwacon. Beschlossen wurde zugleich die Messreihen zum Stickstoffgehalt fortzusetzen. Anlass für die Messungen, für die bereits im April erste Proben genommen wurden, sind wechselnde Ammonium- und Nitratwerte im Ablauf, die bislang nicht beanstandet wurden. Die Anlage selber arbeitet einwandfrei, die Keimbehandlung laufe ohne Störungen, betonte Jan Andresen aus der Bauabteilung des Amtes Schlei-Ostsee. Dennoch sei der Ausschuss bestrebt, die Wasserreinigung der Anlage zu optimieren. Bei den bisherigen Untersuchungen wurde festgestellt, dass die Zahl der nitifizierenden Bakterien (sie bauen Stickfoff im Abwasser ab) im Klärschlamm sehr gering sei, so Tepperies. Begünstigt werde dies durch zwei völlig verschiedene Betriebszeiten. Im Winter und Frühjahr komme relativ wenig Abwasser an, im Sommer vervielfache sich die Menge durch den Urlaubsbetrieb. Die zur Nitrifikation benötigen Bakterien bräuchten aber lange Wachstumszyklen, die so nur schwer einzustellen seien. Im Grund sei die Anlage nicht zum Stickstoffabbau eingerichtet, so Tepperies. Hinzu kämen im Sommer vermutlich zusätzlich Abwässer, die Inhalte von chemischen Toiletten mitführten, darauf wies Christian Schlömer hin. Geplant sind weitere Messreihen, um Vergleichszahlen zu ermitteln. Zudem könnte dann über die Zugabe von Belebtschlamm aus anderen Kläranlagen nachgedacht werden, um die Zahl der Nitrifikanten zu erhöhen. Für die Messreihen und fachliche Auswertung werden rund 10 000 Euro im Haushalt eingestellt.