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Eckernförder Zeitung Leserbriefe zu Doris Rautenberg und der Parkplatznot

Von ez | 17.12.2020, 09:01 Uhr

Antworten auf den Leserbrief von Doris Rautenberg sowie Gedanken zu Geschäftsschließungen und Parkplätzen.

Intensivstationen besuchenZu: Leserbrief „Gefährdet Denken das Allgemein- wohl?“ von Doris Rautenberg (Printausgabe vom 8. Dezember)Schön, Frau Rautenberg, dass Sie wenigstens Ihre Anteilnahme für die Verstorbenen und ihre Angehörigen aussprechen. Ich wage die Behauptung, dass diese verstorbenen Menschen gern weitergelebt und darauf verzichtet hätten, in der täglichen Veröffentlichung der Statistik der Todesfälle aufzutauchen. Komplett unerwähnt lassen Sie die sog. Genesenen, die sehr lange, teils lebenslang mit den Folgen ihrer Infektion zu kämpfen haben.Das Tragen von Masken, Abstandhalten und Hygienemaßnahmen nur über Appelle zu steuern hat ja so prima geklappt, dass die Politik sich dann doch entschieden hat, dies über das Infektionsschutzgesetz zu regeln und zu ahnden. Im Artikel 2 des Grundgesetztes steht nämlich nicht geschrieben, dass jeder das Recht hat, seine Freiheit auf Kosten anderer zu leben. Also Ihre Devise „no risk, no fun“ findet sich in den Grundrechten nicht wieder.

Anstatt mit der Aussagekraft der täglichen Neuinfektionszahlen zu hadern, besuchen Sie doch einfach mal einige Intensivstationen, die seit Monaten am Limit arbeiten und unter Einsatz ihrer eigenen Gesundheit um jeden Patienten kämpfen. Ob die Sache mit dem „Applaus“ da noch zieht? Eine schöne Geste wäre doch, wenn Sie persönlich schon jetzt auf intensivmedizinische Versorgung im Falle einer Infektion verzichten würden.

Auch ich hadere gelegentlich mit der Art der Berichterstattung der Medien. Allerdings bin ich noch nicht auf die Idee gekommen, dass die von Ihnen beklagten Fake News zu den „friedlichen“ Demonstrationen nur gestellt sind. Vielleicht sollte man hierzu mal die Polizisten, die ihren Kopf hinhalten müssen, Überstunden schieben, ihre Gesundheit gefährden, befragen. Diese Art von Demos hat nichts, aber auch gar nichts mit dem Recht auf freie Meinungsäußerung zu tun.

Zusammenfassend bin ich persönlich sehr froh, dass Sie für den Bereich Gesundheit und Schutz von Leben in Deutschland/Schleswig-Holstein politisch nicht in der Verantwortung stehen.

Ina Rambke, Holzdorf

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Alle Argumente hören

Gleiches Thema

Ich hoffe, dass die unabhängige Ratsfrau Rautenberg durch den von Ihr verfassten und veröffentlichen Leserbrief im Nachhinein keine Nachteile haben wird. Wer sich so mit dem Corona-Thema beschäftigt, wie in ihrem Leserbrief abgedruckt, wird schnell als Corona- Leugner, Aluhutträger, Querdenker = Nazi verurteilt und in die entsprechende Schublade gesteckt.

Ich habe leider diese Erfahrung machen müssen. Genau diese vier Punkte, die Frau Rautenberg im Leserbrief aufführt, sind für mich auch immer wieder die Themen bei Gesprächen mit Freunden, Bekannten, Kollegen und Zufallsbegegnungen. Leider muss ich immer wieder feststellen, es gibt nur noch schwarz oder weiß, Argumente und andere Meinungen zu den Regeln werden oft nicht akzeptiert.

Dass der Virus existiert, dass er wohl viele Menschen krank machen kann, die sogar daran sterben können, ist unbestritten. Dass etwas dagegen unternommen werden muss, ist wohl auch jedem klar. Trotzdem sollten wir uns alle Argumente und Erkenntnisse von „allen“ Seiten anhören, z.B. von „mehreren“ Wissenschaftlern, Virologen, Ärzten, nicht nur von einer oder zwei Personen, und dann abwägen, was das Beste für unsere Bevölkerung und das Land ist.

Es darf aber nicht hinter verschlossenen Türen gehen, sondern sollte, wie es in einer Demokratie eigentlich üblich ist, öffentlich im Bundestag und den Parlamenten besprochen werden, mit allem Dafür und Dagegen. Die Akzeptanz in der Bevölkerung für Corona-Regeln würde meiner Meinung nach dann wesentlich höher sein.

Thomas Rübcke, Vogelsang-Grünholz

----------------------------------------------------------Bekannt falsche Argumente

Gleiches Thema

Unsere Bürgerinnen und Bürger haben in ihrer großen Mehrheit Verständnis für die kommenden Maßnahmen und gehen mit Disziplin und gegenseitiger Rücksichtnahme in die nächsten Wochen.
Da ist es unwesentlich, wenn die unabhängige Ratsfrau Doris Rautenberg mit bekannten falschen Argumenten hantiert. Interessant wäre lediglich, zu erfahren, was sie alternativ vorschlägt. Alles laufen lassen?

Jürgen Neumann, Eckernförde, Ratsherr SPD-Fraktion

----------------------------------------------------------Größere Märkte freuen sich

Zu: Geschäftsschließungen in der Innenstadt und die Parkplatzproblematik

Die größeren Märkte im Süden und Norden (Aldi, Lidl, Famila und Markant) freuen sich jetzt noch mehr über die Politik und Verwaltung unserer Stadt. Haben sie bisher schon großen Zulauf gefunden durch das kostenlose Parken vor der Tür, so werden sie jetzt ihren Umsatz noch weiter steigern können: Die Stadt will nämlich das Parken im Zentrum nicht nur reduzieren, sondern auch noch verteuern.

Anstatt die Parkmöglichkeiten zu vermehren, ist Eckernförde auf dem umgekehrten Weg. Es wird jahrelang diskutiert über die Parkpalette am Grünen Weg oder auf dem Park+Ride-Platz. Aber eins hat man schon erfolgreich abgeschlossen: Eine voll funktionstüchtige, heiß begehrte und 2,5 Mio wertvolle Parkpalette an der Noorstraße wurde vor drei Jahren schon abgerissen.

Wahnsinn oder verkehrte Welt – ich weiß nicht, wie ich es nennen soll!

Auch die Diskussion um das dritte Gleis hat sich jetzt so entwickelt, dass die Vernunft wieder zu vermissen ist: Die über 100 Meter vom Schulweg entfernte Lage, die Zerstörung des Grünen Weges mit den dort vorhandenen Naturflächen, die ungeklärten Bodenverhältnisse und die hohen Kosten verbieten hier den Bau einer Parkpalette für 177 Stellplätze.

Die geplante Ansiedlung des Verbrauchermarktes mit dem Kino in der Grünzone ist ein städtebauliches Vergehen, denn das Zentrum wird dadurch nicht gestärkt!!! Diese Entscheidung ist für mich auch deshalb so unverständlich, gibt es doch die unbebauten Flächen an der Gartenstraße oder am Bahnhof.

Die sehr großen Belastungen für den Einzelhandel durch die Covid-Maßnahmen werden ihre Folgen noch zeigen. Die Stadt ist deshalb verpflichtet, Maßnahmen zu ergreifen, die eben diesen stärken und unterstützen, was hier gerade nicht passiert.

Günter Haß, Eckernförde