Ein Artikel der Redaktion

Höhere Kosten – spätere Fertigstellung Klärwerk – Fertigstellung für 2021 geplant

Von sks | 28.09.2017, 05:25 Uhr

Der Kostenanstieg der Sanierung steigt um 2,2 Millionen Euro auf 6,5 Millionen. Die Fertigstellung verzögert sich um fünf Jahre.

Die gute Nachricht: Die Klärwerkserweiterung beziehungsweise Optimierung ermöglicht der Stadt eine problemlose Ausweitung ihres Baugebietes und damit eine Erhöhung ihrer Einwohnerzahl. „Denn die Einwohnergleichwerte des sanierten Klärwerks betragen 35  000. Zurzeit liegen sie bei 30  000“, erklärte Axel Sperber am Dienstag den Mitgliedern des Umweltausschusses. Die schlechte Nachricht: Der 2011 gefasste Zeit- und Kostenplan kann nicht eingehalten werden. Die ursprüngliche Planung sah eine Bauzeit von 2012 bis 2016 vor. Jetzt wird mit einer Fertigstellung des gesamtes Projekts, das zum Schluss den Neubau des Sozialgebäudes vorsieht, 2021 gerechnet. Lag der Kostenansatz 2011 bei 4,3 Millionen Euro, sieht der aktuelle Ansatz 6,5 Millionen Euro vor. Ausschussvorsitzender Edgar Meyn (Die Grünen) begrüßte den Tiefbauingenieur vom Bauamt, der dem Ausschuss einen detaillierten Sachstandsbericht gab.

Axel Sperber wies zu Beginn auf die Schwierigkeiten hin, die eine Klärwerkssanierung bei laufendem Betrieb mit sich bringt. Nicht verwirklicht werden konnte der Schwimmkörpereinsatz im Belebungsbecken, der einem Forschungsprojekt der Technischen Universität Harburg folgen sollte. Aufgrund fehlender Daten muss das neue Belebungsbecken nun doch in herkömmlicher Bauweise erstellt werden. Das alte Belebungsbecken bleibt erhalten, um eine höhere Reinigunsleistung zu erzielen. Ein Gutachten hat ergeben, dass die Risse in den Wänden in den nächsten Jahren saniert werden müssen.

Auf dem Klärwerksgelände hat sich bereits viel getan: Die alte Werkstatt wurde abgerissen, die neue Werkstatthalle gebaut. Zwei neue Nachklärbecken und das Rücklaufschlammpumpwerk sind errichtet. Wegen des Grundwasserspiegels war bei dem ersten Nachklärbecken ein Trichter zur Grundwasserabsenkung erforderlich, für das zweite Becken war eine Pfahlgründung nötig.

Der aktuelle Terminplan sieht den Abriss der alten Nachklärbecken im ersten Halbjahr 2018 und den Neubau der Belebungsbecken im vierten Quartal 2018 vor. Die Erweiterung der Prozessleittechnik und die Errichtung einer Kohlenstoffdosieranlage (Prozessoptimierung der Denitrifikation) sorgen für eine Reinigung auf modernstem Stand. Zusätzlich zur Sandfiltration ist eine Tuchfiltration geplant. Um das Abwasser auf EU-Badegewässerqualität zu reinigen, durchläuft das Wasser in Zukunft eine UV-Desinfektionsstraße. Das ausgestrahlte Licht tötet alle fäkalen Mikroorganismen innerhalb von Sekunden ab. Die Erweiterung der Filtration und der Neubau der Desinfektionsanlage sind 2020 geplant.

Die zeitliche Verzögerung begründete Sperber unter anderem mit der Vorgabe zur EU-weiten Ausschreibung der Planungsleistungen, mit der Vergabe der Bauleistung der Nachklärbecken, unvorhersehbaren Bauerschwernissen und Leitungsführungen. Inflation, unzureichende Planungsansätze und aktuelle Entwicklungen hätten zu den Mehrkosten von rund 2,2 Millionen Euro geführt.

Zur Frage des Plenums nach dem Stand des Klärwerks nach der Sanierung sagte Sperber: „Wenn wir die Sanierung durchgeführt haben, ist das Klärwerk auf einem aktuellen guten Stand.“ Die Lebenszeit einer derartigen Technik betrage rund 50 Jahre. „An einem Klärwerk muss immer mal wieder in kleinen Maßen saniert werden.“