Ein Artikel der Redaktion

Neue Halle für die Eckernförder Wehr Investition in die Sicherheit

Von Achim Messerschmidt | 22.12.2014, 06:49 Uhr

Rund 300 Gäste bei Einweihung der neuen Feuerwehr-Fahrzeughalle und Bereitstellung von zwei neuen Fahrzeugen

Größer, moderner, sicherer und umweltfreundlicher ist die neue Fahrzeughalle mit Funkmeldezentrale der Freiwilligen Feuerwehr Eckernförde, die am Freitagabend im Beisein von rund 300 Gästen offiziell eingeweiht wurde. Doch damit nicht genug: Als vorweihnachtliche Bescherung konnten die Brandschützer außerdem zwei neue Fahrzeuge in Empfang nehmen: ein Gerätewagen Logistik 2 und einen Ölschadensanhänger.

Bürgermeister Jörg Sibbel überreichte Wehrführer Meint Behrmann den symbolischen Schlüssel für die neue Halle. Die Baufälligkeit des mehr als 40 Jahre alten Gebäudes habe außer Frage gestanden, berichtete Sibbel. Die Liste der Mängel und Verschleißerscheinungen sei lang. Vor allem die Aus- und Einfahrten hätte den Feuerwehrleuten in der vergangenen Zeit zunehmend Probleme bereitet. Die modernen Einsatzwagen, die angeschafft wurden, sind größer als die alten Fahrzeuge. Lenkrad-Akrobatik war gefragt: Die Ausfahrten aus der Halle aufgrund der geringen Deckenhöhe und Unebenheiten auf dem Vorplatz seien stets zeitraubend gewesen. „Darauf müssen jetzt keine Rücksicht mehr nehmen“, betonte auch Wehrführer Behrmann. Die logische Schlussfolgerung: Diese neue Multifunktionshalle mit acht Stellpätzen war eine pure Notwendigkeit. Neben der Größe besticht die neue 1,725 Millionen Euro teure Halle auch durch die Einhaltung hoher Umweltstandards. Die alte Absauganlage war von 1984 und wurde 2008 nur notdürftig repariert, das Dach war undicht. „Der Neubau ist ein wichtiger Baustein für die Sicherheit des Gemeinwohls“, sagte Jörg Sibbel. Zu Beginn des nächsten Jahres werden die Feuerwehrleute zudem noch 130 neue Schränke für rund 50  000 Euro erhalten.

Unter der Wehrführung des jetzigen Kreisbrandmeisters Mathias Schütte wurden schon 2008 bei den Haushaltsberatungen mit der Stadt die Weichen für den Neubau gestellt. Innerhalb von neun Monaten wurde der Neubau fertiggestellt. Jörg Sibbel dankte der Bauleitung für die zügige Umsetzung des Bauvorhabens und der Wehrführung für den zusätzlichen ehrenamtlichen Einsatz während der Bauphase. Dieser ging auch an den Familien der Kameraden nicht spurlos vorbei. Wehrführer Meint Behrmann nutzte die Feierstunde, um seiner Frau Susanne zu danken. Sie habe stets Verständnis für sein Ehrenamt gezeigt und schnell vergessen, wenn mal wieder Belange der Feuerwehr vorgingen. Im nächsten Jahr, so versicherte er ihr, werde es ruhiger, dann solle wieder Normalität im Hause Behrmann einziehen. Auch der Wehrvorstand wusste, dass das Ehepaar auf viel Zweisamkeit verzichten musste. Behrmanns Stellvertreter Alexander Rüß hatte ein Geschenk parat. Damit sei sichergestellt, dass Susanne und Meint Behrmann den nächsten Valentinstag fernab des Einsatzgebietes verbringen werden.

Teil der Fahrzeughalle ist auch die Funkmeldezentrale. Der „Stabsraum“ sei bestens geeignet für Besprechungen und die Einsatzkoordinierung. Im Zuge des Neubaus hat auch die Jugendfeuerwehr einen eigenen Versammlungsraum erhalten.

Bestaunte werden konnten am Freitagabend auch die neuen Fahrzeuge. In dem gut acht Meter langen Gerätewagen Logistik finden sechs Personen Platz. Die Ladefläche ist für Rollcontainer ausgestattet, die mit Werkzeugen aller Art für annähernd jeden erdenklichen Einsatz ausgestattet werden. Eine „eierlegende Wollmilchsau“, wie Meint Behrmann sagte.

Die erste Bewährungsprobe hat das 300  000 Euro teure Fahrzeuge bereits hinter sich, als es am Donnerstag zu einem Ölspureinsatz ausrückte. „Das Fahrzeug für die Eckernförder Wehr ist das nördlichste, das wir bislang ausgeliefert haben“, sagte Joachim Radtke von der Firma Hensel aus Würzburg.

Fahrzeug Nummer zwei ist der Ölschadensanhänger des Landes. Kostenpunkt: 33  000 Euro. Mit dem vier Meter langen Fahrzeug ist die Ölwehr schnell an der Einsatzstelle, um Ausgelaufenes zu binden.