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Rückrufaktion Mars, Snickers, Celebrations : Dithmarscher biss schon 2014 auf Plastik in Mars-Riegel

vom

Im März 2014 findet Armin S. Plastik in seinem Schokoriegel. Die Ähnlichkeit zum Auslöser der aktuellen Rückrufaktion von Mars ist erstaunlich.

Eine Frau findet Plastikteilchen in einem Schokoriegel - und das Unternehmen Mars startet eine riesige Rückrufaktion. Die Nachricht war für Armin S. aus Lunden (Kreis Dithmarschen) wie ein Schlag ins Gesicht. Denn was ihm im März 2014 passierte, ist mit der aktuellen Geschichte fast identisch.

Am Dienstag leitete Mars Chocolate den „freiwillige Rückruf“ von Süßigkeiten der Marken Mars und Snickers sowie von einigen Produkten der Marken Milky Way und Celebrations ein. In einem Riegel, der aus einer Produktion aus den Niederlanden stammt, wurde von einer Verbraucherin in Deutschland ein Plastikteilchen gefunden. Das Teilchen war knapp einen halben Zentimeter groß und die Gefahr an diesem zu ersticken sei nicht auszuschließen, hieß es von Mars.

Armin S. kaufte sich an einer Tankstelle einen Mars-Riegel und biss beherzt hinein. In dem Riegel steckte ein weißes Plastikstück von etwa einem halben Zentimeter. Durch den Biss auf das harte Stück Plastik im Riegel brach sich Armin S. ein Stück von seinem Zahn ab. „Zuerst habe ich gar nicht verstanden, was passiert ist. Ich habe in den Riegel gebissen, dann kam der Schmerz“, erzählt er am Telefon.

Erst zuhause habe er realisiert, dass ihm ein Stück vom Zahn fehlte und dass ein großes Plastikstück in dem Riegel steckte. „Ich war stinksauer und habe sofort beim Kundenservice angerufen.“ Hier sei er gebeten worden, den Fund zusammen mit dem Verpackungspapier zu fotografieren und per E-mail weiterzuleiten. Die Fotos hat er auch shz.de zur Verfügung gestellt.

<p>Die Bilder von dem Plastikteilchen im Marsriegel nahm Armin S. kurze Zeit nach dem Fund im März 2014 auf.</p>

Die Bilder von dem Plastikteilchen im Marsriegel nahm Armin S. kurze Zeit nach dem Fund im März 2014 auf.

Foto: Armin S.

 

Armin S. dokumentierte seinen Fund.
Armin S. dokumentierte seinen Fund. Foto: Armin S.

Innerhalb weniger Tage bekam er eine Rückmeldung und wurde nun gebeten, dass Plastikteilchen und das Papier per Einschreiben zu verschicken. Armin S. hoffte nun auf eine Entschädigung oder eine Stellungnahme zu dem Vorfall. Das Unternehmen wies die Schuld allerdings von sich, da das genannte Produkt aus einer französischen Produktion stamme und somit nicht im Verantwortungsbereich liege. Als Entschädigung schickten sie Armin S. im Juni eine schriftliche Entschuldigung mit einem Paket mit Schokoriegeln.

Armin S. berichtet, dass ihm der Zahn später sogar gezogen werden musste. „Mich hat die ganze Sache aber nicht mehr gejuckt und ich wollte damit abschließen bis ich heute in den Nachrichten von dem Rückruf hörte. Da hatte ich die Schnauze voll!“

Nachdem er von dem Rückruf gehört hatte, habe er sich wieder im Kundenservice gemeldet, erzählt Armin S. Hier konnte man den Fall zwar noch nachvollziehen, aber weiterhin keine Erklärung geben, wie es zu dem Vorfall kommen konnte. Auch seine Frage, wieso in seinem Fall keine Rückrufaktion gestartet wurde, blieb unbeantwortet. Eine Entschädigung habe Armin S. ja in Form des Schokoladen-Päckchens bereits erhalten. „Das Ganze ist merkwürdig. Da ist doch etwas nicht in Ordnung", vermutet Armin S.

Die Ähnlichkeit zwischen den beiden Fällen ist auffällig. Wie im aktuellen Fall wurde die Rückrufaktion durch eine einzige Kundenbeschwerde ausgelöst - und auch jetzt wurde das Produkt nicht in Deutschland, sondern im Ausland produziert. Heute sagte ein Sprecher des nordrhein-westfälischen Verbraucherschutzministeriums, dass Mars zwar nicht auf Anordnung der Behörden gehandelt, aber gesetzlich zum Rückruf des belasteten Produkts verpflichtet gewesen sei. Warum wurde im Fall von Armin S., der so viele Ähnlichkeiten aufweist, keine freiwillige Rückrufaktion gestartet?

Auf Nachfrage von shz.de versicherte die Presseabteilung von Mars Chocolate, den Fall von Armin S. zu überprüfen und Stellung zu beziehen. Bis zum Dienstagabend gab es noch keine Antwort.

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erstellt am 23.Feb.2016 | 19:34 Uhr

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