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Lokales

23. Oktober 2017 | 01:44 Uhr

Die Marsch feiert ihr Wahrzeichen

vom
Aus der Redaktion der Uetersener Nachrichten

Ausstellung Bürgermeister Rolf Herrmann sammelt Dokumente zur Ortsgeschichte und präsentiert sie zum Kirchturmgeburtstag

shz.de von
erstellt am 07.Jun.2016 | 12:13 Uhr

Die Kopie einer Bauzeichnung des Kieler Architekten und Bauinspektors Krüger ist für Rolf Herrmann ein ganz besonderer Schatz. Der Bürgermeister zeigt sie zusammen mit einer Reihe weiterer Exponate zur Feier des 150-jährigen Kirchturmgeburtstags im Haselauer Küsterhaus. Die informative Ausstellung, die Herrmann − selbst Bauingenieur und Architekt − zusammengestellt hat, ist während des Festwochenendes am 18. und 19. Juni zu besichtigen.

Seit 150 Jahren steht er weithin sichtbar in der Marsch: der hölzerne Glockenturm der Haselauer Dreikönigskirche. Die Turmspitze ragt 42 Meter hoch über den Meeresspiegel und diente Elbschiffern als Orientierung.

Herrmann beschäftigt sich seit 1998 mit der Haselauer Historie und sammelt seitdem alles, was es an Dokumenten zur Ortsgeschichte gibt. Auf diese Weise, so der Hobby-Heimatforscher, habe er bereits ein kleines Gemeindearchiv zusammengetragen.

In der Ausstellung dokumentiert der Bürgermeister die Geschichte der Dreikönigskirche und des 1866 neu erbauten Turms anhand von Fotos, Zeichnungen und Kopien alter Schriftstücke. Vom früheren, gedrungenen Glockenturm, der als selbstständiger Bau neben der Kirche stand, gibt es noch eine Zeichnung aus dem frühen 19. Jahrhundert. Er wurde am 4. Juli 1862 „in dem Grade von Blitzschlag zertrümmert, dass er bis auf den Grund abgetragen werden musste“.

So heißt es in einem Schriftstück vom 20. August 1866, das man in der alten Turmkugel entdeckte, die 1929 erneuert werden musste. Eine Abschrift des Schriftstücks findet sich in der Ortschronik von Lehrer Wilhelm Steffen, der den alten Text der ursprünglichen Turmkugel entnahm.

Die Brandkasse hatte der Kirche für den zerstörten alten Turm 4425 Mark gezahlt. Der neue Glockenturm wurde 1866 „für die Summe von 9250 Courantmark“ durch den Zimmermeister Winter aus Uetersen errichtet. Er steht auf einem massiven Backsteinsockel und ist ein Kunstwerk des Fachwerkbaus. Auf der Bauzeichnung von Architekt Krüger kann man die filigrane Fachwerkkonstruktion bewundern.

Wer sich die von einer Verschalung geschützte tragende Holzkonstruktion des Kirchturms aus der Nähe ansehen möchte, hat am Sonntag die Möglichkeit, den Turm über Treppenleitern zu erklettern. Die Schallluken des Glockenturms ermöglichen den Blick auf Haselau von oben – eine einmalige Gelegenheit. „Schwindelfrei sollte man da schon sein“, so Herrmann. Besucher des Kirchturmgeburtstages, der mit Handwerkermarkt, Kinderprogramm und Kuchenbuffet des DRK-Ortsvereins gefeiert wird, können sich von Uwe Holler sachverständig Fragen zur Ausstellung beantworten lassen. Zusätzlich erklärt Zimmermeister Johann-Otto Plump, wie kunstvoll vor 150 Jahren gebaut wurde.


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