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Sport Stacker in Quickborn : Der Durchmarsch der Hochstapler

vom
Aus der Redaktion des Quickborner Tageblatts

Quickborns Sport Stacker machen durch Erfolge von sich reden und bauen die Stadt zur Hochburg ihres Sports aus.

shz.de von
erstellt am 09.Mai.2017 | 12:00 Uhr

Quickborn | Bislang gibt es lediglich eine freie Trainingsgruppe, die allerdings schon seit sieben Jahren existiert. Nun wollen die Initiatoren noch einen Schritt weitergehen und einen Verein gründen. Damit könnte Quickborn zu einem Zentrum des Stackings werden und der Stadt bundesweit zu größerer Bekanntheit verhelfen.

Das Sport Stacking oder Speed Stacking ist ein Geschicklichkeitssport, bei dem zwölf Becher (Cups) in einer genau vorgegebenen Reihenfolge möglichst schnell und fehlerfrei zu Pyramiden auf- und anschließend wieder abgestapelt werden. Die Gemeinde der Speed Stacker ist – verglichen mit Trendsportarten wie Fußball oder Tennis – noch relativ klein, ihr Sport gilt als Randsportart. Noch, denn bundesweit wächst die Zahl der Anhänger. Die Quickborner Gruppe besteht seit einigen Jahren nahezu konstant aus rund 20 Mitgliedern im Alter zwischen sieben und 52 Jahren. Darunter sind Sportler wie Finja Hollin (12) oder Felix Zarbock (15), der zum Trainieren jede Woche einmal aus Neumünster nach Quickborn kommt. „Es gibt in Schleswig-Holstein keine andere Gruppe“, sagte sein Vater Jens, der seinen Sohn coacht und zu den Vereinsgründern gehört. Ebenso wie Mario Kern, der das Sport-Stacking-Team Quickborn, so der offizielle Name, gründete.

Als er vor sieben Jahren im haus der Jugend in Quickborn eine AG ins Leben rief, tat er das für seine beiden Jungs, die das Becherstapeln für sich als Freizeitbeschäftigung entdeckt hatten. Kern nahm die Aufgabe ernst und baute die Gruppe aus. „Ich habe immer versucht, neue Sportler zu rekrutieren“, sagte er. Dafür ließ er 2012 beim Quickborner Familienfest vor dem Rathaus einen Stand aufbauen, an dem die Besucher sich im Becherstapeln versuchen durften. So kam Finja Hollin ins Team, die von ihrem Vater Ralf unterstützt wird. Ohne die Eltern laufe nichts und sei es nur, um Fahrdienste zu übernehmen, sagte Zarbock.

Er weiß, wovon er spricht, denn sein Sohn Felix gehört inzwischen in seiner Altersklasse zu den schnellsten deutschen Stackern und macht im vergangenen Monat auch international auf sich aufmerksam – bei der Weltmeisterschaft in Taiwan. Ebenso wie Finja Hollin, eine der ganz großen Hoffnungsträgerinnen des Quickborner Teams. Auch sie reiste nach Taiwan, persönlich nominiert vom Bundestrainer, und holte sich dort in ihrer Altersklasse einmal Gold und dreimal Silber ab. Dritter im Bunde ist Daniel Kern. Der 20-Jährige schickt sich ebenfalls an, ein Großer in der Szene zu werden.

Für Jens Zarbock und Mario Kern ist mit den Erfolgen der Zeitpunkt gekommen, das ganze Team auf eine professionellere Basis zu stellen. Deshalb auch die Vereinsgründung, die in diesen Wochen mit dem Eintrag ins Vereinsregister offiziell wird. „Damit haben wir die Möglichkeit, Spenden zu sammeln und uns Sponsoren zu suchen“, so Zarbock. An den Rahmenbedingungen für das Training soll allerdings nichts geändert werden. Die Gruppe trifft sich weiter jeden Freitag im ersten Stock des Quickborner Jugendhauses im Ziegenweg, um an einfachen Tischen Becher zu stapeln, bis der Schweiß rinnt. Wer den Sport ausproberen möchte, kann in der Zeit von 17 bis 19 Uhr einfach reinschauen.

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