zur Navigation springen

Sicherheit im Internet : Datenklau kann jeden treffen

vom
Aus der Redaktion des Pinneberger Tageblatts

Bei einem großen Datenklau wurden 16 Millionen digitale Identitäten gestohlen - ein IT-Fachmann aus Wedel ist davon nicht überrascht.

16 Millionen digitale Identitäten gestohlen – so lautete die Nachricht des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) in dieser Woche. Nicht überraschend, so Gerd Beuster, Dozent für IT-Sicherheit an der Fachhochschule Wedel. „Die Existenz von ‚Botnets‘ – Netzen von Rechnern, die unter der Kontrolle eines Angreifers stehen – ist schon lange bekannt. Zu den typischen Aufgaben solcher gekaperten Rechner gehört es, Benutzernamen, E-Mail-Adressen, Passwörter, Kreditkartennummern und ähnliches zu liefern“, sagt Beuster. Was genau die Angreifer mit den digitalen Identitäten der Betroffen vorhaben, ist nicht ganz klar. „Das Ziel ist es, Geld zu verdienen. Die Käufer solcher abgegriffen Daten können dies auf verschiedene Art tun. So können Adressen beispielweise für Spam-Nachrichten verwendet werden oder aber abgegriffene Zugangsdaten zu einem Online-Shop für einen Einkauf auf Kosten des Opfers genutzt werden“, sagt der Fachmann.

Am Freitag sagte Bundesinnenminister Thomas de Maizière dem BSI mehr Geld und Pesonal zu. Das sei für die Verbesserung des Datenschutzes aber nicht genug. „Wir brauchen rechtliche Regeln, wir brauchen technischen Schutz, eine Mauer“, sagte de Maizière. Der Wedeler Dozent Beuster sieht die Regierung jedoch anderweitig in der Pflicht: „Es würde helfen, wenn die Bundesregierung Bestrebungen, die IT-Sicherheit zu erhöhen, nicht aktiv untergraben würde.“ Die Regierung halte aktuell am Einsatz von „Staatstrojanern“, die nach dem gleichen Prinzip wie die von den Kriminellen genutzten Programme funktionieren, fest. „Anstatt Sicherheitslücken zu flicken, nutzen staatliche Stellen sie selber“, sagt Beuster.

Nutzer können auf einer eigens dafür eingerichteten Webseite (www.sicherheitstest.bsi.de) überprüfen, ob ihre Daten zu den 16 Millionen geklauten E-Mailadressen-Passwort-Kombinationen gehören. Beuster warnt jedoch vor einem Sicherheitsgefühl: „Die Bedrohungen sind vielfältig. Die Bedrohungen sind vielfältig und man sollte nicht glauben, nur weil man mal auf der BSI-Testseite war und keine Warn-E-Mail bekommen hat, wäre der eigene Computer ausreichend gesichert.“ Abhilfe würde da nur eine gute Absicherung des eigenen Computer-Systems schaffen.

zur Startseite

von
erstellt am 26.Jan.2014 | 16:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen