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Brennende Autos : Brandstiftungen in Schwarzenbek: „Langsam wird es kritisch“

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Seit Mitte März beschäftigen zahlreiche Brände Schwarzenbeks Feuerwehr. Es wird in alle Richtungen ermittelt.

shz.de von
erstellt am 26.Mai.2017 | 13:29 Uhr

Schwarzenbek | Wer zurzeit durch Schwarzenbek geht, dem schlägt immer öfter der Geruch kalten Brandrauchs entgegen. An Straßenrändern stehen mehrere ausgebrannte Autowracks. „Langsam wird es wirklich kritisch“, erklärt Schwarzenbeks Feuerwehrchef Thorsten Bettin. Er und seine Retter sind aktuell massiv gefordert, im Mai absolvierten sie bereits 15 Einsätze in Folge von Brandstiftungen.

In den vergangenen zwei Monaten sind in Schwarzenbek bereits mehr als ein Dutzend Autos verschiedener Marken quer durch das Stadtgebiet verteilt ausgebrannt oder durch Flammen beschädigt worden. Der Schaden beträgt bereits mehr als 200.000 Euro. Hinzu kommen weitere ungeklärte Brände im Stadtgebiet, wie das ehemalige China-Restaurant „Jade“ oder Müll- und Papiercontainer.

Nur dem Umstand, dass sich ein angezündeter BMW am Donnerstag gegen 2.20 Uhr plötzlich von alleine in Bewegung setzte und einige Meter in der Parklücke am Fahrbahnrand zurück rollte, ist es zu verdanken, dass die meterhohen Flammen nicht auf ein Carport mit mehreren Autos übergreifen konnten. So brannte nur der an der Albert-Schweitzer-Allee geparkte BMW völlig aus. Schaden: 10.000 Euro. Das Cabrio gehört nach Informationen von shz.de der Familie, die das 2015 an der Schützenallee abgebrannte Sportlerheim betrieben hatte. Keinen Kilometer Luftlinie entfernt stand 24 Stunden zuvor an der Thomas-Mann-Straße ein Mercedes in Flammen. Übrig blieb ein ausgebranntes Fahrzeug. Schaden: 30.000 Euro.

Immer öfter brennen jetzt Autos in Schwarzenbek durch Brandstiftung. Hier steht Freitag gegen 2.30 Uhr ein BMW Cabrio an der Albert-Schweitzer-Allee in Flammen.
Immer öfter brennen jetzt Autos in Schwarzenbek durch Brandstiftung. Hier steht Freitag gegen 2.30 Uhr ein BMW Cabrio an der Albert-Schweitzer-Allee in Flammen. Foto: Timo Jann
 

„Wir ermitteln in alle Richtungen“, sagte am Donnerstag Geesthachts Kripochef Joachim Böhm. Man könne sicher sein, dass die Polizei nicht nur zusehe, so Böhm. „Zu unseren taktischen Maßnahmen sagen wir aber nichts“, erklärte der Kripochef. So will er den Tätern keine Tipps geben, mit denen sie sich auf polizeiliche Maßnahmen einstellen könnten. Konkrete Ansätze für Ermittlungen fehlen der Polizei nach Informationen von shz.de bisher allerdings. Zu Beginn der Brandserie hatte die Polizei mit hohem Aufwand zwei Wochen lang Aktivität gezeigt, da war es ruhig geblieben, so dass die Maßnahmen wieder eingestellt worden waren. Hinweise auf Verdächtige gibt es bisher wohl nicht. Böhm: „Zeugen werden gebeten, sich dringlichst bei uns zu melden.“ Hinweise nimmt die Polizei unter der Telefonnummer 04152/80030 entgegen.

Ausgelöst werden die Feuer wahrscheinlich durch Grillanzünder. Bettin: „Wir hoffen, dass die Polizei schnell die Täter schnappt und wir wieder Ruhe haben.“

Zusammenhänge zu ähnlichen Fahrzeugbränden Ende April in Lauenburg und Mitte der Woche in Geesthacht gibt es bisher nicht. Dort waren ebenfalls fünf Fahrzeuge in Flammen aufgegangen.

Eine Chronik der Fälle in Schwarzenbek, wo Brandstiftung nahe liegt:

15. März Um 1.15, 1.19 und 6.46 Uhr brennen Altpapiercontainer an der Gülzower und Möllner Straße. Tags darauf brennt am Bahnhof ein Mülleimer.
17. März Um 0.10 Uhr beginnt eine einsatzreiche Nacht. An vier Stellen im Stadtgebiet fackeln wahrscheinlich zwei Männer, die selbst ein dunkles Auto fuhren, acht Autos ab. An der Blinden Koppel, an der Finkhütte, an der Grabauer Straße und am Müllerweg brennen die Autos, weitere werden durch die Hitze beschädigt.
29. April Gegen 22 Uhr steht an der Industriestraße ein auf dem Parkstreifen abgestellter VW Polo in Flammen.
18. Mai Um 2.36 Uhr gibt es Alarm. Am Verbrüderungsring brennt ein Mercedes. Ein VW und ein Volvo werden durch die Hitze des Feuers beschädigt.
25. Mai Ein Mercedes brennt an der Thomas-Mann-Straße. Es ist 1.50 Uhr. 24 Stunden später ist es ein BMW an der nahen Albert-Schweitzer-Allee.
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