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Brandserie seit September 2016 : Brandstifter von Ratzeburg gefasst

vom

Nach seiner letzten Tat am vergangenen Freitag klickten die Handschellen. Thomas A. hat einen Teil der Brände gestanden.

shz.de von
erstellt am 12.Sep.2017 | 12:03 Uhr

Ratzeburg | Erfolg für die Ratzeburger Polizei – und hoffentlich endlich wieder mehr Sicherheit für die Menschen auf der Ratzeburger Insel: Die Beamten nahmen in der Nacht zum Sonnabend Thomas A. fest, der bereits gestanden hat, eine Reihe von Brandstiftungen begangen zu haben. Der 44-Jährige ist für die Beamten kein Unbekannter. Nach Informationen von shz.de hatte er vor knapp 20 Jahren in Mechow eine Scheune abgefackelt und später in Ratzeburg, noch zu Zeiten des damaligen Wehrführers Neithard Bethke, in der Vorstadt ebenfalls eine ganze Serie von Brandstiftungen begangen.

Zuletzt hatte es am Freitag gegen 23 Uhr gebrannt. Am Markt stand auf dem Hof eines Mehrfamilienhauses ein Müllbehälter in Flammen. Eine Woche zuvor hatte der Feuerteufel an der Großen Wallstraße direkt um die Ecke zugeschlagen. Auf dem Hof der Fleischerei Bergmann hatte er eine 120 Liter große Altpapiertonne angezündet. Nur durch ihren schnellen Einsatz konnte die Feuerwehr Schlimmeres verhindern. „Das war 5 vor 12, beinahe hätte das Feuer über einen mit Holz verschalten Bereich auf das Gebäude übergegriffen“, sagte Fleischerei-Inhaber Björn Hoop am Montag. So griffen die Flammen „nur“ von der Altpapiertonne auf den geparkten VW Passat des Ratzeburgers über. Das Feuer erfasste dann vom Wagen aus auch die rückwärtige Tür des Geschäfts. „Die Feuerwehr hat gute Arbeit geleistet, im Gebäude gab es kaum Schäden“, so Hoop. Vorsorglich hatte die Mannschaft von Feuerwehrchef Christian Nimtz 15 Bewohner aus dem Haus in Sicherheit gebracht.

„Wir sind erleichtert, dass die Polizei jetzt wohl den Verantwortlichen der Brände gefasst hat“, so Nimtz. Immer wieder waren seine Kameraden seit dem 21. September 2016 auf der Insel zu Bränden ausgerückt. Insgesamt mehr als ein Dutzend Mal. Damals hatte es mit einem Brand an der Langenbrücker Straße begonnen. Gegen 1.30 Uhr hatte der Brandstifter einen Altpapiercontainer angesteckt, das Feuer erfasste auch ein geparktes Auto. Das Prozedere war dann immer gleich. Am 10. Dezember brannte gegen 23 Uhr zunächst wieder ein Müllcontainer, das Feuer erfasste erneut ein Auto. Genau wie am 29. Dezember um 0.30 Uhr an der Langenbrücker Straße.

Thomas A. hatte es bei seiner Flucht nicht weit, dennoch konnte die Polizei seine Spur auch nur schwer aufnehmen. Er wohnt in Sichtweite der Brandstellen. Anfang diesen Jahres verlegte er seine Aktivitäten dann wohl in die Nachbarschaft. In der Straße Am Wall zündete er am 9. Januar und am 24. April mehrere Wertstoffcontainer an. Brenzlig wurde es, als am 19. Mai an der Langenbrücker Straße Gerümpel in einem Schuppen zwischen zwei Häusern in Flammen stand. Am 9. Juli zündelte der Täter in der Brauerstraße, am 24. Juli erneut in der Langenbrücker Straße. Am Graben (6. August), an der Domstraße (20. August) und am Süßen Grund (18. August) gab es schließlich weitere Brandstiftungen. Nimtz: „Da wurde der Abstand zwischen den Taten dann auch merklich kürzer und es schien, als würde der Täter auch ein größeres Risiko durch seine Brandlegungen eingehen.“

Während des letzten Brandes der Serie ist es wohl nur dem mutigen Eingreifen von Anwohnern zu verdanken gewesen, dass nichts schlimmeres passierte. „Anwohner bemerkten die Rauchentwicklung und zogen den Container aus dem Gefahrenbereich, so dass dieser durch die Feuerwehr schnell gelöscht werden konnte“, erklärte am Dienstag Polizeisprecher Holger Meier. Kurz darauf klickten dann die Handschellen. Meier: „Der 44-Jährige wurde nach Tat an seiner Wohnanschrift vorläufig festgenommen. In seiner Vernehmung räumte er ein, einen Teil der Brände gelegt zu haben.“ Die Ermittlungen gegen Thomas A. sind noch nicht abgeschlossen. „Nach Rücksprache mit der zuständigen Staatsanwaltschaft Lübeck wurde der Ratzeburger wieder entlassen, da keine Haftgründe vorlagen“, so Meier.

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