Vermutlich Brandstiftung : Boizenburg: Geplantes Flüchtlingsheim brennt nieder

Die Feuerwehr konnte das historische Fachwerkhaus nicht retten.

Die Feuerwehr konnte das historische Fachwerkhaus nicht retten.

In wenigen Tagen sollten Flüchtlinge in das Haus in Boizenburg einziehen. Jetzt ermittelt der Staatsschutz wegen Brandstiftung.

shz.de von
12. Oktober 2015, 06:46 Uhr

Boizenburg | Unbekannte haben in der Nacht zum Montag eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Boizenburg an der Elbe (Landkreis Ludwigslust-Parchim, Mecklenburg Vorpommern) angezündet. Mehr als 100 Feuerwehrleute aus Boizenburg und Umgebung waren stundenlang mit den Löscharbeiten beschäftigt. „Wir können das Gebäude aufgrund der Bauweise mit Holz- und Lehmdecken nicht mehr betreten, das ist wegen akuter Einsturzgefahr zu riskant“, sagte Udo Behnken von der Feuerwehr Boizenburg. So wurden die Flammen über zwei Drehleitern von oben durch den ausgebrannten Dachstuhl und durch geborstene Fensterscheiben von außen aus sicherer Entfernung gelöscht.

Geschockt beobachte Nachbar Marcus Tabbert die Löscharbeiten: „Ich hatte aus dem Fenster geschaut und Rauch gesehen, den ich für Nebel hielt und dann erst die Flammen im Dach und in den Fenstern sah. Da war mir erst klar, dass es hier brennt. Ich hatte Angst und brachte meine Frau und unser Kind bei deer Oma in Sicherheit“.

Bei dem Brandobjekt handelt es sich um ein historisches Fachwerkhaus, das kürzlich der Landkreis Ludwigslust-Parchim gekauft hatte. In dem Gebäude sollten in wenigen Tagen Asylbewerber einziehen. Zu DDR-Zeiten wurde das Fachwerkhaus als Internat für Lehrlinge und Arbeiterwohnheim genutzt, jetzt sollten 16 Wohneinheiten für Asylbewerber entstehen.

Die Polizei geht nach ersten Erkenntnissen an der Einsatzstelle von Brandstiftung aus. Die Brandursache ist indes aber noch ungeklärt. Das Feuer war demnach im Dachgeschoss des dreigeschossigen Altbaus an der Hamburger Straße ausgebrochen. Verletzt wurde dabei niemand. Der Staatsschutz und die Kripo ermitteln.

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