Studie : Betriebe fordern bessere Bildung

Sie stellten die Studie vor: Peter Marczynski (links) und Jan Buchholz von der Commerzbank in Elmshorn
Sie stellten die Studie vor: Peter Marczynski (links) und Jan Buchholz von der Commerzbank in Elmshorn

Unternehmer in der Metropolregion um Hamburg formulieren Forderungen an die nächste Bundesregierung.

shz.de von
25. Januar 2018, 10:00 Uhr

Das Ziel ist, den Fachkräftemangel in den Griff zu kriegen. Der Weg dahin soll auch über eine Verbesserung der Bildungssituation in Deutschland gehen. So lässt sich die Kernforderung aus der aktuellen Unternehmens-Studie der Commerzbank zusammenfassen, die jetzt in der Elmshorner Niederlassung der Bank vorgestellt wurden.

„Neue Kräfte zu finden, ist extrem schwer“, fasst Peter Marczynski, zuständig für die Geschäftskunden-Beratung bei der Commerzbank, die aktuelle Situation vieler Unternehmen der Region zusammen. An diesem Kernproblem orientieren sich auch die Wünsche der befragten Unternehmer an die kommende Bundesregierung. 87 Prozent gaben an, sie würden sich eine „Verbesserung der Bildungspolitik“ wünschen. 77 Prozent erhoffen sich eine „Sicherstellung des Fachkräfteangebots“ und fast ebenso viele eine „Förderung von Forschung und Entwicklung“. In diesen Punkten liegen die Schleswig-Holsteiner mit knapp sechs Prozentpunkten deutlich über dem Bundesschnitt. Außerdem gibt es in diesen Punkten laut Commerzbank eine Steigerung gegenüber den Vorjahren. Gleichbleibend hoch – sowohl im Vergleich der Jahre als auch im Vergleich der Regionen – ist die Forderung nach einer steuerlichen Entlastung vor allem für kleinere und mittlere Unternehmen. Ebenso wünschen sich die Befragten einen Bürokratieabbau und weniger Regulierungen.

Die Forderung nach mehr Bildung und Lösungsansätzen gegen den Fachkräftemangel stehen bei den Forderungen an die Politik wohl auch deshalb an der Spitze, weil sie für den Erfolg des Unternehmens als entscheidend angesehen werden. „Wichtigster Innovationstreiber ist für 83 Prozent der Hamburger Unternehmer die Förderung guter Ausbildung“, sagt Marczynski. „Der Fachkräftemangel ist – wie in früheren Studien auch – zugleich aber auch die größte Sorge.“ Weitere innovationsfördernde Faktoren sind die regelmäßige Entwicklung neuer Produkte (63 Prozent), die Durchführung innovativer Projekte (62 Prozent) und das Netzwerken (62 Prozent). Marczynski sagt: „Der intensive Wettbewerb fordert Unternehmer heraus und unsere vielfältige Unternehmens- und Wissenschaftslandschaft fördert vernetztes Denken und neue Ideen.“

Aber bei all diesen Problemen und politischen Verbesserungswünschen: Die Unternehmen der Metropolregion stehen nach eigener Einschätzung gut da. 86 Prozent beurteilen die Situation ihrer Branche als sehr gut und stabil. 2016 waren es noch 80 Prozent. Und auch für das Geschäftsjahr 2018 sind die Unternehmer optimistisch: Jeder Zweite erwartet eine positive Wirtschaftsentwicklung. Das sind laut Commerzbank deutlich mehr als im Vorjahr. Marczynski sagt dazu: „Wenn die Auftragsbücher gut gefüllt sind, habe ich auch ein gutes Gefühl fürs nächste Jahr.“

Für die Studie zur Situation von Freiberuflern, Handwerkern und Gewerbetreibenden hat das Meinungsforschungsinstitut Ipsos  bundesweit 3210 Unternehmerkunden befragt. Befragt wurden Unternehmerkunden verschiedener Banken mit einem Umsatz bis zu 15 Millionen Euro. Dazu gehören Freiberufler (heilende Berufe und beratende Berufe), Handwerker und Gewerbetreibende (Dienstleistung, Handel, verarbeitendes Gewerbe). Aus der Metropolregion Hamburg, zu der die Hansestadt und angrenzende Landkreise gezählt werden, stammten  100 Unternehmer. Hieraus wurde eine separate Auswertung erstellt, die nun in der Elmshorner Niederlassung der Commerzbank vorgestellt wurde. Die Befragung erfolgte vom 11. Juli bis zum 29. August.
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