Der Imker von Bevern : Zwischen Honig und Stacheln

Hans-Jürgen Behncke aus Bevern betreibt seit etwa fünf Jahren die Imkerei als Hobby.
Hans-Jürgen Behncke aus Bevern betreibt seit etwa fünf Jahren die Imkerei als Hobby.

Hans-Jürgen Behncke herrscht über 30 Bienenvölker.

shz.de von
24. Juli 2015, 16:00 Uhr

Bevern | Der Großvater betätigte sich bereits als Imker, der Enkel Hans-Jürgen Behncke ließ eine Reihe von Jahren ins Land streichen, bevor er in dessen Fußstapfen trat. „Vor fünf Jahren, nach Abschaffung der Milchviehwirtschaft auf meinem landwirtschaftlichen Betrieb, habe ich damit angefangen“, erläuterte er im Gespräch mit dieser Zeitung. „Aus den drei Bienenvölkern von damals sind mittlerweile 30 geworden.“ Im Zeitraum Frühjahr/Sommer umfasst ein Volk etwa 50.000 Bienen, im Winter 10.000. Ein Tier lebt etwa vier bis sechs Wochen.

Da Behncke sich trotz eines Imkers in der Ahnenreihe als „blutiger“ Anfänger fühlte, besuchte er verschiedene Kurse an der Landes-Imker-Schule in Bad Segeberg. Ein zusätzlicher Honigkursus, den er belegte, war die Voraussetzung dafür, dass er sein Produkt unter dem Namen des Deutschen Imkerbundes vertreiben durfte. Die Bienenvölker müssen natürlich regelmäßig kontrolliert werden – wenn auch vielleicht nicht täglich. Dabei achtet der Landwirtschaftsmeister in erster Linie darauf, ob sie sich in einem optimalen Zustand befinden und ob die Königin „in Ordnung“ ist: Wenn diese beispielsweise in die Jahre kommt, wird sie von ihrem Volk aus der Beute (Zuhause) geworfen. „Der größte Feind der Bienen ist die Varroamilbe, die an ihnen als Parasit lebt. Ich bekämpfe sie recht erfolgreich mit Ameisensäure“, stellt er fest.

Die Honiggewinnung, um die es letztendlich geht, beginnt nach der Rapsernte. Dann werden die Waben aus der Beute genommen und der Honig ausgeschleudert. Die Ausbeute liegt zwischen 20 und 40 Kilogramm pro Volk. Der Verkauf geschieht unter anderem auf dem eigenen Hof und auf dem Wochenmarkt in Barmstedt – und zwar am Stand des Bürgermeisters und Landwirts Johann Hachmann. Nur wer die Qualitätskriterien des Deutschen Imkerbundes erfüllt, darf seinen Honig unter dem Gütesiegel „Echter deutscher Honig“ vertreiben. So muss er beispielsweise einen Wassergehalt von weniger als 18 Prozent aufweisen: Wasserarme Honige sind reifer, weniger gärungsgefährdet und besitzen ein volleres Aroma.

Über die Stechfreudigkeit von Bienen grassieren viele Vorurteile. Behncke befindet, dass sie normalerweise nicht stechen – es sei denn, sie fühlten sich bedroht. An ein Aussterben der nützlichen Insekten glaubt er nicht – wenn auch die Umweltbedingungen für sie schwierig sind.

Der Beverner kann die Imkerei als Freizeitbeschäftigung nur empfehlen: Sie läuft in ruhigen Bahnen ab und verhilft zum inneren Gleichgewicht. Die Mitgliedschaft in einem Imkerverein hält er für ratsam, weil dort Meinungs- und Erfahrungsaustausch stattfindet. Er selbst gehört dem Barmstedter Imkerverein an.

zur Startseite
Karte

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen