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Bilsen : Zum Ferienauftakt: Zeltlager mit Gruselfaktor

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

40 Kinder zwischen sechs und 14 Jahren starteten im Zeltlager in Bilsen in die Sommerferien.

shz.de von
erstellt am 24.Jul.2017 | 16:11 Uhr

Bilsen | Helle Aufregung beim 35. Bilsener Kinderzeltlager: 40 Kinder zwischen sechs und 14 Jahren hatten am Freitagabend gerade in aller Ruhe ihre 16 Zelte auf der Bürgermeisterwiese aufgebaut, am Lagerfeuer Stockbrot gebraten, Brot mit Spiegelei gegessen oder Fußball und Volleyball gespielt, als etwas Unvorhergesehenes geschah: Ihnen begegnete ein Fabelwesen. Am Ende der großen Wiese tauchte aus einem dichten Gebüsch ein humpelndes Monster auf, das knurrende Laute von sich gab und mit dem Stock in die Büsche schlug. Auf Kommando schrien alle das Monster an, das sich die Ohren zuhielt und verschwand. Dafür kam ein Jäger mit seinem Hund auf die Wiese. Nach den Beschreibungen der Kinder wusste er, dass sie es mit einem Wendigo zu tun hatten. Einem gefährlichen Wesen, dessen Lieblingsspeise Wolpertinger seien. „Ich bin auf der Suche nach diesen kleinen Mischwesen“, sagte er. Ihm seien schon mehrfach Wendigos begegnet, die mit Geschrei zu vertreiben seien.

Am nächsten Tag hatten alle eine erneute Begegnung mit dem Wendigo. Beim Spaziergang im strömenden Regen durch den Bilsener Wohld zum Hotelrestaurant „Waldfrieden“, wo sie seit 35 Jahren von Besitzer Siegmund Beierle zum Mittagessen eingeladen werden, kam plötzlich Nebel auf. „Aus dem farbigen Rauch kam das Monster und hat Wolfsschreie gemacht“, gruselte sich Madleen Gülck (6), und ihre Schwester Marie (10) ergänzte: „Es war richtig sauer und hat einen Knüppel nach uns geworfen.“ Mit Geschrei habe es vertrieben werden können. Im „Waldfrieden“ überraschten die Kinder Beierle mit von Celina Missal gedichteten Zeilen als Lied.

Auf dem Rückweg kehrten die Kinder bei Landwirt Matthias Gülck ein, der ihnen Süßigkeiten spendierte. Zurück auf der Wiese, war eine große Spieleparty angesagt. Der Höhepunkt des Zeltlagers war die traditionelle Nachtwanderung. Lara Kuhlmann (7) wäre am liebsten im Lager geblieben, aber: „Ich bin mitgegangen, weil ich meinen Papa anfassen konnte, der als Feuerwehrmann mitkam.“ Das Monster löste sich am Rodelberg in Luft auf, nachdem der Jäger im Ringkampf verhinderte, dass es sich die Ohren zuhalten konnte, und die Kinder mächtig kreischten.

Die Spielepreise, die die Firma Wilhelm Mohr spendierte, wurden gestern nach dem Abschiedsgrillen mit Eltern und Gästen verteilt, bevor das Zeltlager seine Pforten schloss. Julian Voll (13), der seit zwei Jahren in Bilsen wohnt, war das zweite Mal dabei. „Ein Wochenende mal ohne Eltern ist richtig gut“, sagte er. Wer 14 Jahre alt ist, scheidet aus – wie Niklas Krohn, der acht Mal dabei war. „Schade“, sagte er und kündigte an, nun unbedingt Jugendbetreuer werden zu wollen. Diese Funktion üben Josepha Schümann (17) und Josy Kramer (18) aus. „Wir haben als Kinder mitgemacht und werden immer Zeltlagerkinder bleiben“, sagten sie strahlend.

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