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Barmstedter Zeitung

21. August 2017 | 22:07 Uhr

Zum Abschied flossen Tränen

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Evangelische Frauenhilfe Barmstedt löst sich nach 110 Jahren auf / Grund: Zu wenig Nachwuchs / Vorsitzende geehrt

Ende einer Ära: Nach 110 Jahren hat sich die Evangelische Frauenhilfe Barmstedt aufgelöst. Der Verein litt an Überalterung und fehlendem Nachwuchs. Zuletzt hatte er noch 150 Mitglieder – in den Anfängen waren es doppelt so viele.


Neues Team für Besuche bei Senioren


Leicht fiel den Mitgliedern das Ende nicht. Bei der letzten Jahreshauptversammlung, zu der sich rund 50 Mitglieder im Gemeindehaus trafen, flossen Tränen. Pastorin Antje Stümke als Vorsitzende löste den Verein per Beschluss der Versammlung auf. „Die Frauenhilfe hat im Laufe der Geschichte viele Menschen glücklich gemacht“, sagte sie. Das sei ein Schatz, der erhalten bleibe.

Der wichtigste Teil der Frauenhilfe sei die ehrenamtliche Hilfe, ältere, kranke und einsame Menschen zu besuchen, mit ihnen zu reden und ihnen Mut zu machen, sagte Stümke. „Zum Schluss lastete diese Arbeit aber auf mmer weniger Schultern und fiel einigen Bezirksfrauen, die selbst im Rentenalter sind, zunehmend schwer.“ Einen Lichtblick gebe es aber auch: „Pastor Dieter Timm baut ein neues Team für die Besuche bei Senioren auf.“

Zum letzten Mal gab es einen Jahresrückblick. Osterfeier, Ausfahrten, Erntedank, Weihnachtsfeier: „Es war ein schönes Jahr“, waren sich alle einig. Der Überschuss aus der Vereinskasse wurde an die Kirchengemeinde gespendet: 1500 Euro für die Orgelrenovierung, 1000 Euro an den Frauenkreis, 300 Euro an den Förderkreis des Seniorenheims Barmstedt/ Rantzau. „Und wir bieten in diesem Jahr noch eine letzte Ausfahrt an“, so Stümke.

Anschließend wurden die ehemaligen Vorsitzenden Elisabeth Theilig (1971 bis 1998), Elfi Wegner (1998/99) und Hannelore Abel (2000 bis 2010) geehrt. Theilig verhehlte ihre Trauer um das Ende der Frauenhilfe nicht. „Ich war zehn Jahre lang Bezirksmutter und 27 Jahre lang Vorsitzende“, sagte sie und ergänzte: „Liebe und Zusammengehörigkeit haben mich in diesem Amt getragen.“

Wegner bekannte: „Heute ist für mich ein denkwürdiger Tag mit einem schmerzlichen Abschied.“ Seit 110 Jahren seien „die Nöte der Zeit erkannt und gelindert worden“. Die ehrenamtliche Tätigkeit der Frauenhilfe sei trotz etlicher Widerstände weitergeführt worden, sagte Abel, und Pastor Klaus-Dieter Piepenburg lobte: „Die Frauenhilfe ist eine beeindruckende Geschichte des Engagements von Frauen, die Verantwortung übernommen und selbst gestaltet haben.“

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erstellt am 25.Feb.2014 | 15:55 Uhr

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