zur Navigation springen
Barmstedter Zeitung

23. November 2017 | 23:07 Uhr

Zukunftspreis für die Stadtwerke

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

AuszeichnungRechenzentrum am Nappenhorn wird über den Trinkwasserkreislauf gekühlt / Zweiter Platz bei Bundeswettbewerb

shz.de von
erstellt am 04.Mai.2017 | 16:00 Uhr

Über den Trinkwasserkreislauf das Rechenzentrum kühlen: Die Umsetzung dieser Idee hat sich für die Barmstedter Stadtwerke gelohnt: Der kommunale Energieversorger hat es damit beim bundesweiten Wettbewerb „Future Thinking Award“ auf den zweiten Platz geschafft. „Die Idee, die Kühlleistung für das Rechenzentrum mit Hilfe von Sicherheitswärmetauschern aus dem Trinkwasserkreislauf einer Kleinstadt zu entnehmen, hat die Jury überzeugt“, so Stadtwerkesprecherin Irina Hesselink. Geschäftsführer Fred Freyermuth und Mitarbeiter Olaf Lorenz – zuständig für IT Services – nahmen die Auszeichnung vor Kurzem in Darmstadt entgegen. Obwohl derartige Gala-Abende „nicht wirklich sein Ding“ seien, wie Freyermuth erklärte, „freuen wir uns natürlich sehr über das Ergebnis. Es ist eine tolle Wertschätzung für das, was wir als Stadtwerk zu Innovation, Umweltschutz und Green IT beitragen.“


„Die Klimatisierung kostet sonst viel Geld“


Vor drei Jahren hatten die Stadtwerke begonnen, einen der Reinwasserbehälter im Untergeschoss des Wasserwerks am Nappenhorn zu einem Rechenzentrum umzubauen. Hauptgrund sei das kontinuierlich wachsende Breitbandnetz gewesen, so Freyermuth. Mittlerweile seien 17 Gemeinden an das Netz angeschlossen, Bad Bramstedt befindet sich im Aufbau. „Das benötigt entsprechende Serverkapazitäten“, so Freyermuth. Außer den Stadtwerken selbst nutzen zurzeit etwa ein Dutzend externe Kunden die Server im Rechenzentrum, um ihre Daten zu speichern. Das Besondere am Betrieb des Zentrums ist laut Hesselink, dass die für das Rechenzentrum erforderliche Kühlleistung vollständig aus dem Reinwasser – also der Trinkwasserversorgung für Barmstedt – bezogen werde.

Vor dem Umbau des Wasserwerks hatte eine Bestandsaufnahme ergeben, dass sich eine Instandsetzung nicht mehr lohne, dafür aber wesentliche Teile für den Betrieb eines Rechenzentrums bereits vorhanden gewesen seien, erklärte Hesselink: eine eigene Trafostation, eine Notstromversorgung, Objektüberwachungssysteme sowie „bunkerähnliche Räume“. Der wesentliche Aspekt für den Umbau sei jedoch ein anderer gewesen, so Hesselink: „Wasser zur Kühlung fließt reichlich.“ Das sei für eine umweltschonende IT-Infrastruktur optimal, denn üblicherweise fielen für die Klimatisierung eines Rechenzentrums hohe Stromkosten an. „Der Energiebedarf ist hoch, weil die Hardware im Betrieb viel Wärme abgibt, gleichzeitig aber sehr hitzeempfindlich ist“, so Hesselink.

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen