Zeitreise in vergangene Tage

Den Besuchern des Mittelaltermarkts wurden Show-Kämpfe in authentischer Montur geboten. HPE
Den Besuchern des Mittelaltermarkts wurden Show-Kämpfe in authentischer Montur geboten. HPE

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03. Juni 2013, 11:50 Uhr

Barmstedt | Vorderlader knallen, Schwerter klirren, Rösse wiehern, in der Schmiedefaucht es, tiefsatt dräut der Ton der Lure. Kurz, es war wieder Mittelaltermarkt am Rantzauer See. Auf der Schlossinsel sowie der angrenzenden Wiese bis zum Bootssteg wimmelte es von Handwerkern, Rittern, Musikanten und Gauklern, die Waren feilboten oder zu Aktionen einluden, die sich auf Fellen im Zelt ausruhten oder auf offenen Feuerstellen Eintopf kochten. Viel Volk strömte auf den mittelalterlichen Markt. Gleich am Einlass verlangten Oliver Hoinik aus Buxtehude im Kilt und mit Schwert sowie Rolf Steinhoff aus Barmstedt im groben Leinen Wegezoll. Was gab es nicht alles zu sehen: Schmied Barny aus Bordesholm ließ Fabian (11) aus Westerhorn über der offenen Glut ein Messer schmieden. "Damit kann ich Kartoffeln schälen und schnitzen", war Fabian stolz. Kata Babinska aus Barmstedt übte sich unter der Anleitung von Michael von Malottki aus Haselau im Bogenschießen. "Das ist schwerer, als ich dachte", so die junge Frau. Speerwerfen konnte man ebenso an dem Stand, an dem zudem Geweihe, Felle und historischer Hausrat erworben werden konnte. Aki verkaufte hier auch seinen "Wiki-Ramsch", wie er sagte. Lederwaren wurden feilgeboten, ebenso Leibtaschen, Schmuck, Helme und Töpferwaren. Lilian (3) und Caitlin (6) Cole aus Elmshorn zeigten stolz ihr frisch erworbenes kleines Holzschwert mit rosa Griff und eingraviertem Namen. Familie Vagt aus Uetersen versuchten sich am Spiel "Sjvelbak", das Hartmut aus Ratzeburg selbst gebaut hatte. "Diese Art Spiele wurden schon vor 400 Jahren geliebt", sagte er. Mario Schramm aus Ellerbek stieß ab und zu unüberhörbar in sein 3,20 Meter langes Rinderhorn. In einem offenen Zelt feierte fröhlich das "Volk zu Barmstede". Der Zauberer scharrte viel neugieriges Volk um sich und erntete für seine Kunststücke großen Applaus. Postkutschwagenfahrer Harald Rubow kutschierte Gäste in dem historischen Gefährt, gezogen von drei Pferden, durch Barmstedt. Das Lützowsche Freicorps von 1813 erschreckte das Volk mit Schüssen aus den historischen Vorderladern. Marktorganisator Thomas Tegelhütter: "Der nunmehr sechste Markt läuft bestens, die Besucherzahl ist gut."

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