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Bullenkuhlen : Wurzeln liegen in der Landwirtschaft

vom
Aus der Redaktion der Barmstedter Zeitung

Die Keimzelle des heutigen Baumschulbetriebs in Bullenkuhlen ist eine Kätnerstelle. Thomas Mohr gründete seine Firma 1991.

shz.de von
erstellt am 31.Jan.2014 | 11:27 Uhr

Im Kreis Pinneberg gibt es 960 landwirtschaftliche Betriebe. In unregelmäßigen Abständen stellt die Barmstedter Zeitung Höfe in den Ämtern Rantzau, Hörnerkirchen sowie der Stadt Barmstedt vor. Im elften Serienteil erzählt Baumschuler Thomas Mohr aus Bullenkuhlen, wie der Betrieb sich von einem landwirtschaftlichen Unternehmen zu einer Baumschule wandelte – und warum er sich für die Selbstständigkeit entschieden hat.

Der Tag beginnt früh für das Ehepaar Birgit und Thomas Mohr sowie für ihren Sohn Torben: Bereits um 6.15 Uhr ist es mit der Nachtruhe vorbei. Nach dem gemeinsamen Frühstück, das ihnen wichtig ist, heißt es ausschwärmen : Jeder hat seinen eigenen Aufgabenbereich in der Baumschule Mohr. So nimmt Birgit Mohr ihren Platz im Büro ein, wo eine Menge Arbeit auf sie wartet. „Aber ich bin natürlich auch gern draußen und packe mit an, wenn die Zeit es erlaubt“, sagt sie.

Gegen 7 Uhr treffen die Mitarbeiter ein: Das sind im Sommer zehn bis zwölf, im Winter einige weniger. Sie werden von Thomas Mohr eingeteilt und gehen dann ihrer Arbeit nach – wie auch ihr Chef, der in sämtlichen Bereichen zu Hause ist. Stark eingebunden in den Betrieb ist auch Sohn Torben, der die Baumschule später einmal übernehmen möchte. Seine Geschwister Finja und Tjark sehen ihre berufliche Zukunft jedoch in anderen Bereichen.

Seitdem das Ehepaar im Jahre 1991 auf der 800 Quadratmeter großen Kätnerstelle von Großvater Ernst Mohr einen Baumschulbetrieb gründete, hat ihr Leben sich gewandelt: Die Sicherheit, die ein Angestelltenverhältnis bietet, ist der risikobehafteten „Freiheit“ eines Unternehmers gewichen. Auf die Frage, ob er den Schritt in die Selbstständigkeit jemals bereut hat, antwortet Thomas Mohr: „Den größten Teil des Jahres bin ich froh, dass wir diese Entscheidung getroffen haben. Es gibt aber auch eine Reihe von Tagen, an denen meine Freude ein wenig gedämpft ist.“

Der gelernte Gärtner ist sich immer bewusst, dass er es mit Landwirtschaft zu tun hat, die nun einmal stark wetterabhängig ist – auch wenn man der Natur durch den Bau von Gewächshäusern ein Schnippchen schlagen könne, wie er sagt. „Zu schaffen machen uns aber auch immer mehr Auflagen, so notwendig sie sein mögen, und die Pflicht zur Dokumentation. „Alles muss schriftlich festgehalten werden.“

Erholung und Abstand von der täglichen Arbeit finden Birgit und Thomas Mohr bei ihren Hobbys. Während ihre Leidenschaft den Pferden gilt, geht er der Jagd nach. Außerdem fahren sie gern an die Nordsee, nach St. Peter-Ording.

Die Wurzeln der heutigen Baumschule liegen in der Landwirtschaft: So führte Ernst Mohr, Großvater von Thomas, einen landwirtschaftlichen Betrieb. Es gab Hausschlachtungen, außerdem fuhr Mohr für die Firma „Kühne“ Gurken zusammen. Vater Klaus Mohr ließ die Landwirtschaft weitgehend ruhen und verdiente seinen Lebensunterhalt als Maurer und Kaminbauer. Im Jahre 1988 überschrieb er die Kätnerstelle an seinen Sohn Thomas. Seitdem hat sich dort viel getan.

Durch Landzukauf gelang der Anschluss an die Dorfstraße in Bullenkuhlen. Ein Meilenstein in der Geschichte war der Bau der großen Halle mit Topfstraße im Jahr 2007. Zudem wurden sämtliche am Haus liegenden Flächen für Topf- und Containerkulturen eingerichtet.

Den Schwerpunkt legt Mohr auf die Anzucht von Nadelgehölzen in einem breiten Sortiment. Efeu, Immergrün und Buchsbaum in verschiedenen Größen ergänzen das Angebot. Auf fünf Hektar Freilandfläche werden größere Koniferen, hauptsächlich als Heckenpflanzen, herangezogen. Koniferen-Stämme und Buchsbaum in Form geschnitten runden das Angebot ab. Die Anbaufläche beträgt insgesamt acht Hektar. Die Pflanzen werden inzwischen in ganz Deutschland, aber auch im europäischen Ausland verkauf.

Der Chef hat immer ein offenes Ohr für seine Mitarbeiter, wie er betont. Junge Menschen, die einen Einblick in den Baumschulbetrieb gewinnen wollen, können sich dort als Praktikanten bewerben. Zu erreichen ist Thomas Mohr unter der Telefonnummer (0 41 23) 54 03.

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